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20.06.07

Nokia N95 im Test - Teil 3: Applikationen & Internet

im Test Nokia N95

Das Nokia N95 ist reich mit Anwendungen und Schnittstellen bestückt. HSDPA macht riesig Spass - aber WLAN und GPS enttäuschen im Test.

Teil 1 und Teil 2 .

Das N95 von Nokia ist nicht nur multimediamässig gut ausgerüstet, sondern hat auch einige nützliche (Office-) Applikationen auf Lager. Auch wenn Kalender- bzw. PIM-Funktionen bei Handys zur Standardausrüstung gehören, möchte ich diese beim N95 dennoch positiv hervorheben. Die Synchronisation mit Outlook via Nokia PC Suite funktioniert hervorragend, und lustigerweise mit weniger Problemen, als wenn ich meine Outlook-Daten mit einem Windows Mobile Smartphone synchronisiere. Insofern gibt es wirklich nichts zu meckern. Die beiden Applikationen Quickoffice und Adobe Reader sind ebenfalls recht nützlich - allerdings frage ich mich, ob man wirklich Powerpoint-Präsentationen oder Excel-Sheets auf seinem Handy anschauen muss.

Den Adobe Reader finde ich im übrigen äusserst gelungen. Er läuft angenehm schnell und die Navigation ist intuitiv, aber dennoch vielseitig.

 

Quickoffice ist von der Steuerung her nicht ganz so ausgeklügelt. Powerpoint-, Excel- und natürlich Word-Dateien werden problemlos angezeigt. Editieren kann man sie jedoch nicht (was mit dieser Tastatur ja ohnehin etwas mühsam wäre). Die Dateien kann man bequem via Nokia PC Suite und Drag'n'Drop aufs N95 verschieben. Für grössere Daten ist die Umstellung auf Quervormat am Bildschirm äussrest praktisch.

Ein Word-Dokument in Quickoffice

Auch Grafiken in Powerpoint-Präsentationen werden problemlos dargestellt.

Ich hatte zwar bislang noch nie das Bedürfnis, auf dem Handy Zip-Archive zu öffnen, aber sollte das bei jemandem der Fall sein, hat Nokia gleich vorgesorgt. Will man aus irgendeinem Grund einige nicht so häufig verwendete Powerpoint-Präsentationen oder Word-Files auf dem Handy speichern, kann man so Speicherplatz sparen. Einmal mehr trifft hier das Schweizerische Sprichwort "nützts nüt, so schadts nüt" den Nagel auf den Kopf.

Zip Manager vorher ...

... und nachher

Wenig "genützt" hat allerdings das GPS-Modul. Dass das N95 einem Standalone-Navi nicht ebenbürtig sein kann, liegt auf der Hand, aber in unserem Test wollte das N95 noch nicht einmal eine Verbindung zu den Satelliten aufbauen. Ich habe es an mehreren Standorten versucht (natürlich auch im Freien) und das N95 bis zu 15 Minuten nach einem Signal suchen lassen - geklappt hats allerdings nie.

Wenigstens kann man auf dem N95 auch Kartenmaterial anschauen, ohne mit einem GPS-Satelliten verbunden zu sein. Die Karten werden entweder "in Echtzeit" aus dem Internet runtergeladen (wenn man also nicht via WLAN im Netz ist oder keine Daten-Flatrate hat, sollte man diese Option besser ausschalten) oder gegen Gebühr auf dem Handy gespeichert (das Kartenmaterial der Länder Schweiz, Deutschland und Österreich kostet für ein Jahr circa ?60). Die Karten sind sehr übersichtlich, aber gerade hier wäre ein Touchscreen äusserst hilfreich. Mit dem Fünf-Wege-Button hin- und herzufahren artet aus in eine Fummelei.

Zürich Paradeplatz

Die wohl wichtigste Applikation dürfte der Browser sein. Wenn man schon via HSDPA oder WLAN ins Internet kommen kann, will man das ja auch ausnützen können. Der Nokia Browser ist angenehm schlank: Das Hauptmenu zeigt die manuell gespeicherten Lesezeichen sowie die sogenannten "Automatischen Lesezeichen" - eine Art History. Ferner kann man auf abonnierte Newsfeeds zugreifen (beeindruckend: bietet eine Seite einen Feed an, erkennt dies der Browser, woraufhin man den Feed via Kontextmenu abonnieren kann).

 

Praktisch ist angesichts des kleinen Bildschirms die Seitenübersicht, die den aktuellen Seitenausschnitt in einer Gesamtansicht markiert (schliesslich hat selten eine ganze Page auf einem QVGA-Display Platz):

 

Nett ist auch die Vorschau beim Navigieren durch die History:

 

HSDPA ist in Sachen Geschwindigkeit übrigens der blanke Wahnsinn, und auch mit UMTS geht alles noch rasend schnell. Leider schnellt damit aber in meinem Fall auch der Rechnungsbetrag nach oben.

Die Funknetzverbindung allerdings ist eher enttäuschend. Ich musste mich praktisch auf meinen Router setzen, um ein ausreichend starkes Signal zu empfangen. In Zimmern, in denen ich mich per Laptop problemlos ins WLAN einklinken kann, wollte das N95 kein Signal erkennen können. Für meinen Geschmack musste ich diesen Screen hier viel zu oft sehen:

 

Da ist es ein schwacher Trost, dass das N95 mit verschlüsselten Funknetzwerken klarkommt und die Passwörter brav speichert. Einen WPA-Key möchte ich nämlich so selten wie möglich eintippen müssen.

Fazit: Mitgelieferte Anwendungen und Verbindungsmöglichkeiten lassen keine Wünsche offen - die Probleme mit WLAN und GPS allerdings trüben das Bild enorm.

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