18.01.08

Nokia N810: Teurer Taschenbrowser für Fans

Nokia N810 Google

Nokias Linux-Zwerg, das N810, hat bei neuerdings.com schon bei der Ankündigung und auch bei einem ersten Beschnuppern viel Aufmerksamkeit erfahren. Die neuste Software verschafft dem Taschensurfer mehr Speed und war ein guter Grund, nochmals mit dem N810 rumzuspielen.

 

Wer sich das Rauchen abgewöhnt hat, findet in seiner Tasche vermutlich Platz für das N810. Das multifunktionale Kommunikationsteil ist nur einige Zentimeter grösser als eine Packung Glimmstengel. 226 Gramm wiegt der kleine Taschensurfer mit gutem Farbdisplay in 800 x 480 Pixel Auflösung.

 

Ist ein WLAN in der Nähe oder das N810 mit einem HSDPA-Handy gekoppelt, machen Internetausflüge recht viel Spass. Wahlweise klickt man mit dem Stift auf das Display und nutzt die Mini-Tastatur, welche sich nach unten rausschieben lässt. Dank Flash-Unterstützung kommt das Gerät auch mit modernen Webseiten klar. Allerdings nutzen heute die meisten Internetauftritte 1024x768 Pixel, fehlerhafterweise absolut fixiert, auf dem N810 ist also oft Scrollen angesagt.

Daneben gibt es eine Unmenge Kommunikationssoftware für das N810, vom Skype-Client über SIP-Telefonie bis zu diversen Chat-Programmen. Auch RSS-Feeds abonniert das Nokia komfortabel. Allerdings, es sei nochmals erwähnt, enthält das N810 kein eigenes GSM-Modul, ist also kein eigenständiges Handy.

Vieles beim N810 ist noch in lebendiger Entwicklung, verschiedenste Softwarehersteller basteln an Erweiterungen für das N810. So hat beispielsweise Access einen Palm-Emulator für das N810 entwickelt, dank dem nun auch die PDA-Programme auf dem kleinen Tablett funktionieren.

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Neue Programme lassen sich auf dem N810 dank Programmkatalogen einfach installieren und später automatisch aktualisieren.

Zwiespältig ist der Eindruck von der Landkartenlösung auf dem N810. Nokia liefert zwar kostenlos Kartendaten zum integrierten GPS-Positionsfinder mit. Will man allerdings mit den N810 von A nach B navigieren, muss man nochmals rund 100 Euro für die nötige Software nachzahlen. Wenn man bedenkt, dass das N810 bereits knapp 450 Euro kostet, wird es so zum recht teuren Navi.

Vermisst haben ich vor allem umfassende Organizer und Arbeitstools. Ich hätte gerne meine Adressen und Termine mit Outlook abgeglichen und den N810 als Arbeitstier verwendet. Dazu fehlt aber noch die passende Software. Auch als Medienplayer im Heimnetzwerk kann das N810 nur teilweise brillieren. Zwar spielt es Musik von Netzwerkfestplatten oder Internetradios sauber ab. Beim Versuch, Videostreams auf dem N810 darzustellen, stolperte ich aber doch in zahlreiche Probleme.

Das Fazit ist einfach. Wäre das N810 in der Preislage von 200 Euro, wäre es eine Empfehlung und ein Media-Gadget für zu Hause. Würde Nokia zum N810 richtige Business-Applikationen liefern, wäre es eine PDA-Erweiterung zum Handy. Mit der jetzigen Ausstattung und Preis ist es aber einfach ein wunderbares Gadget, mit dem man gerne stundenlang rumspielt und das bereits bei Tabletblog und Internettablettalk eine aktive Fangemeinde hat. Einen Platz zwischen Smartphones und Mini-Notebooks zu finden, dürfte dem N810 aber schwer fallen.

Link: Nokia N810 Homepage

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