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05.01.12

Nokia Lokki: Handy mit Solarzelle im Langzeitversuch

Nokia Lokki - So sah der verwendete Prototyp aus {Nokia;http://solarcharging.nokia.com}

Lokki ist Nokias Prototyp, um den Einsatz von Solarpanelen in Verbindung mit Mobiltelefonen zu testen. Das Ergebnis scheint leider wenig Erfolg versprechend.

Der Akku eines modernen Smartphones ist eigentlich immer leer. Laden gehört genauso zur täglichen Routine wie Zähneputzen oder die tägliche Dosis neuerdings.com. Um dieses Problem zu lösen, verfolgen die Hersteller verschiedenste Ansätze. Nokia liess einen Testballon starten, um zu klären, ob in absehbarer Zukunft Strom aus Solarzellen ein Mobiltelefon mit ausreichend Energie versorgen könne. Die Antwort: Nein.

Für dieses Experiment schickte man fünf Personen mit je einem Nokia C1-02-Mobiltelefon auf verschiedene Kontinente. «Mobiltelefon» ist übrigens das richtige Wort: mit dem 1,8 Zoll kleinen Display kann zwar sogar im Internet surfen, MP3s und Radio hören, aber man will nicht. Andererseits telefoniert man ganz gut damit und für EUR 40 erhält man eine Woche Standby. Auf der Rückseite dieses genügsamen Telefons wurde ein Solarpanel aufgebracht, um von externer Stromversorgung unabhängig immer erreichbar zu sein. Das Ergebnis ist allerdings ernüchternd:Von 59 Tagen in Afrika, war nur Strom für 41 Tage Standby erreicht worden oder für 20 Stunden Gesprächszeit. Das entspricht ganz grob ungefähr 20 Minuten Gesprächszeit pro Tag. Die anderen Ergebnisse liegen aufs Jahr gerechnet (Winter oder Sommermonate haben bekanntlich unterschiedliche Sonnenintensitäten) weit darunter, da die Standorte nicht direkt am Äquator lagen.

Nokia schliest sein Experiment mit einer klaren Aussage: Wer nahe dem Äquator wohnt und sein Handy längere Zeit zur Sonne ausrichtet, kann mit den circa 30 cm² Panel Strom für rund eine Stunde Telefonieren oder Radiohören ernten. Also wäre es durchaus eine Lösung für sonnenreiche Gebiete ohne zuverlässige Stromversorgung. Ein ausgewachsenes Smartphone dagegen würde durch den geringen Ladestrom (peak!) von 120mA bei 5V Tage benötigen, um geladen zu werden - und dabei sind das noch optimale Werte. Im Normalfall erreicht man nur 50 Prozent dieser Energie und sobald sich der Winkel zur Sonne ändert fällt der Wert schnell gegen 10 Prozent dessen.

Zwei interessante Fakten fallen bei diesem lehrreichen Versuch auf: Die Temperatur des Akkus blieb stets unter 65 Grad Celsius, trotz der sengenden Hitze Afrikas. Und: Solarladegeräte müssen grosse Flächen zum Laden besitzen und bieten trotzdem häufig zu wenig Energie für ein modernes Smartphone. Viele Informationen rund um den Versuch und auch weiterführende Anregungen gibt es auf Nokias Solar Charging Blog.

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