Hier finden Sie weitere Artikel aus der Themensammlung Technik

18.12.06

Nokia 6233 im Test - Teil 2: Die Menustruktur

Nokia 6233 im Test

Im heutigen Teil des Tests betrachten wir das Menu des Nokia 6233 etwas genauer.

Link zu Teil 1 des Tests.

Für mich ist die Menuführung wohl einer der wichtigsten Aspekte eines Handys. Ehrlich gesagt lade ich lieber den Akku alle drei Tage auf als dass ich mich mit einem unübersichtlichen Menu herumschlage. Ich besass einmal ein Motorola T191 - dessen Menuführung war so schlecht, dass ich nach 2 Monaten freiwillig auf das gebrauchte Nokia 3210 (das waren noch Zeiten) meines Bruders umgestiegen bin. Nun aber genug Nostalgie - gehen wir zum Nokia 6233. Wie bereits im ersten Teil angetönt, wird das chice Handy primär mit dem Fünf-Wege-Button gesteuert. Ferner bieten zwei "Schnellzugriffstasten" die Möglichkeit, auf einige ausgewählte Funktionen schnell zuzugreiffen (wer hätte das gedacht?).

Der Hauptbildschirm zeigt standardmässig in der obersten Zeile Infos über das Netz und den Akkustand an (von links nach rechts: UMTS-Empfang, Signalstärke, Akkustand und GPRS- bzw, EDGE-Empfang). Die Netzbetreiber-Information und das Datum konnte ich leider nicht ausschalten. Nicht zur Standardausführung gehört das Foto des wunderschönen Aletschgletschers, wer dies jedoch auch möchte, kann mir ein(e) E-Mail schreiben.

 

Das Hauptmenu beinhaltet elf Unterpunkte und bietet vier verschiedene Darstellungsoptionen. Nebst der Standarddarstellung mit Icons kann man sich das Menu auch mit beschrifteten Icons, in Listenform oder mit Registerkarten anzeigen lassen. Letztere Variante erinnert mich stark an die Menuführung der damaligen Ericsson Handys während die Listenform bei den älteren Nokia Handys lange Zeit üblich war.

 

Cool finde ich, dass man die Reihenfolge der Menupunkte frei bestimmen kann. Bei der Darstellung ganz links, kann man also z.B. die Nachrichten in die mittlere Position der zweiten Reihe schieben usw. Grundsätzlich begreift man bei fast allen Menupunkten rasch, welche Funktionen sich dahinter verbergen. Schade nur, dass man in der Icon-Darstellung die verschiedenen Menupunkte nicht auch mit dem Keypad anwählen kann (also 1 für ganz oben links oder * für ganz unten links). Dies würde die Navigation sicherlich nochmals vereinfachen resp. beschleunigen.

Die beiden Buttons direkt links und rechts unter dem Display sind sogenannte "Persönliche Schnellzugriffe", welche man individuell konfigurieren kann. Dabei kann ich jedoch nicht verstehen, wieso Nokia dem Benutzer eine Liste mit 43 Optionen vorlegt und nicht einfach jeden Unterpunkt im Menu zulässt. So kann man z.B. die Schnellzugriffstaste nicht direkt mit dem Mitteilungseingang verlinken (was ich gerne gemacht hätte).

 

Dem Fünf-Wege-Button kann man ebenfalls Funktionen zuweisen (für hoch, runter, links und rechts), wobei einem ebenfalls bloss die 43 oben genannten Funktionen zur Verfügung stehen. Lustigerweise stehen einem für die Favoriten 54 verschiedene Optionen zur Verfügung (darunter auch der Nachrichteneingang), was in meinen Augen die ganze Sache bloss unnötig kompliziert macht. Wenn irgendein Entwicklungteam bei Nokia die 54 meistgenutzten Funktionen definieren soll, werden sie es eh niemals 100% der Kunden recht machen können ("Uhr stellen" ist meiner Meinung nach nicht eine Funktion, für die ich eine eigene Taste benötige). Und wieso man bei den Favoriten aus 54 Optionen wählen kann, bei den Schnellzugriffstasten jedoch bloss aus 43, ist mir auch rätselhaft.

Die Favoriten sind jedoch nicht bloss wegen den 54 Möglichkeiten um einiges cooler, sondern auch, weil man alle installierten Programme und alle gespeicherten Lesezeichen zu den Favoriten hinzufügen kann. Wenn man also nicht bei jeder PowerPoint-Präsentation den Wireless Presenter in den Tiefen der Menustruktur suchen will oder neuerdings.com mit wenigen Tastendrücken ansurfen will, kann man diese in den Favoriten speichern. Die Reihenfolge ist natürlich auch hier frei wählbar.

 

So weit, so gut. Kommen wir nun aber zu einem, in meinen Augen, gänzlichen misslungenen Feature: der Folderstruktur (das Wort habe ich jetzt selbst erfunden - aber ich glaube, das trifft es am ehesten). In der Galerie findet man alle Files, die auf dem Handy gespeichert sind (ausser den Kontaktdaten, welche logischerweise im Adressbuch sind). Die Ordner der Galerie sind: Fotos, Videoclips, Musikdateien, Themen, Grafiken, Töne, Aufnahmen, Empfangene Dateien und die Speicherkarte, wobei alle nochmals Unterordner haben. Dass ein Hintergrundbild unter Grafiken gespeichert ist, ein Kontaktfoto jedoch unter Fotos, finde ich zwar nicht sinnvoll, könnte ich aber noch knapp verkraften (aber wirklich nur sehr knapp, denn bei mir gibt es z.B. zwischen Klingeltönen und reinen Musikfiles keinen Unterschied mehr). Wirklich absurd wird die Sache aber mit der Folderstruktur der Speicherkarte. Fotos und Videoclips sind ja ziemlilch selbsterklärend (und auch notwendig zumal man mit den 8MB Telefonspeicher und einer 2 Megapixel Kamera nicht weit kommt), aber bei Extras hört der Spass auf. Nebst den oben genannten Ordnern gibt es hier noch die zusätzlichen Ordner: Spiele und Sammlung (von Programmen), wobei Aufnahmen und empfangene Datein wegfallen. Sprich, man muss immer zuerst überlegen, ob man nun die Grafik oder das Soundfile im Telefonspeicher oder auf der microSD-Karte abgespeichert hat. Das finde ich einfach nur noch unpraktisch. Mein Best-Case-Szenario wäre: Karte einschieben - das Handy liest die Dateien - in den Ordnern der Galerie werden sowohl die auf dem Telefon als auch auf der Karte gespeicherten Dateien angezeigt - voilà.

 

Die Aufteilung Speicherkarte - Telefonspeicher scheint mir noch nicht ganz befriedigend gelöst. Applikationen können z.B. nur auf der Speicherkarte abgelegt werden, sonst sind sie unter dem Menupunkt Programme nicht auffindbar (was man jedoch leicht umgehen kann, indem man die Applikation in die Favoriten aufnimmt). Kurz: übersichtlich ist die Geschichte überhaupt nicht (was mir übrigens auch schon andere Benutzer bestätigt haben). Auch die Sache mit den vordefinierten Optionen für die Schnellzugriffe nervt etwas. Ansonsten ist die Menuführung aber doch recht übersichtlich und alles ist dort, wo man es erwarten würde.

So, nun aber genug für heute - im nächsten Teil des Tests schauen wir uns die üblichen Handy-Funktionen - SMS und Telefonieren - an.

Weiterführende Links:

Nokia 6233

Schlagworte zu diesem Artikel

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer