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30.10.11

Nokia 500 im Test: Ein Alleskönner zum kleinen Preis

Nokia N500 (Bild: kaz)

Das Nokia 500 ist ein preisgünstiges Einsteiger-Smartphone und bietet fast alles was auch die grösseren Brüder leisten können.

Wie Nokia bereits verkündete, konzentriert man sich auf Microsofts Windows Phone und wird Symbian nur noch im unteren Preissegment einsetzen und bis 2016 auslaufen lassen. Bevor jemand anfängt zu feixen: Erst gestern wurde ein weiteres Update für das drei Jahre alte Nokia 5800XM veröffentlicht - die Finnen kümmern sich also durchaus noch um Bestandskunden.

Mit dem Nokia 500 geht die Reise in der Preispirale nach unten weiter, nur EUR 170 kostet das Symbian Anna Smartphone. Dabei verpacken die Finnen einen 1-Gigahertz-Prozessor mit ausreichend Speicherplatz in ein ansprechendes Gehäuse und können durchaus überzeugen.

Dem Karton liegen drei Wechselcover in rot, türkis und schwarz bei. Der Verarbeitung des Plastikgehäuses merkt man die Erfahrung Nokias an, trotz des kleinen Preises knarzt nichts, das Smartphone fühlt sich stabil und wertig an. Der Lautsprecher auf der Rückseite erhält durch die abgerundete Rückseite noch etwas Klang durch den Untergrund und klingt ordentlich - ein iPhone 4S oder Blackberry Bold 9900 schaffen auch nicht mehr. An die microSD-Karte gelangt nur, wer den Akku entfernt; so wird er dann den internen Speicher von 1,6 GB um bis zu 32 GB erweitern können. Das 3,2 Zoll große Display leuchtet hell und klar, Texte kann man darauf jedoch nur bedingt tippen, alles fühlt sich gedrängt und eng an.

Wer schon eine erste Berührung mit Symbian Anna hatte, wird nichts Neues feststellen können. Die 1 GHz-CPU beschleunigt manche Programmaufrufe um eine Sekunde oder auch zwei. Wechselt man zwischen den Programmen hin und her macht sich der Geschwindigkeitszuwachs von 400MHz zu den Vorgängern wie N8 oder E7 wenig bemerkbar. Symbian S^3 ist eine «ewige Baustelle»: Beim Aufruf der Kamera stürzte das «500» unvermittelt ab, ohne dass neue Programme installiert worden wären. Seit ein paar Tagen gibt es (auch dafür) ein Service Pack zum Download, welches verschiedene Bugs und Geschwindigkeitsbremsen löst - die Namensgebung kennen wir von einem anderen Hersteller..

Bedingt durch den Preis musste irgendwo gespart werden und zwar dort, wo man es nicht gleich sieht: An der Grafikeinheit. Das erklärt, warum die kostenlose Kartennavigation genauso lange zum Starten benötigt, wie auf langsameren Symbian-Geräten, die sich die Power aus der Grafikbeschleunigung holen.

Im Ovi Store werden grafikintensive Spiele ausgeblendet, die schönen HD-Grafiken bleiben leider den teureren Kollegen vorbehalten. Das schmerzt und wer sich ein Symbian-Smartphone holt, um die Spiele des N8 wie «Die Sims» oder «Dungeon Hunter 2» auszuprobieren wird sich wundern. Die schwächliche Grafikleistung hat auch Auswirkungen auf die Video-Qualität: die eingebaute 5-MP-Kamera schafft mit Ach und Krach 18 fps bei VGA-Auflösung. Das ist überraschend, da Nokia für seine guten Kameras bekannt ist.

Doch die verbaute Full-Focus-Kamera, auch als EDoF bekannt, liefert ohnehin nur grausige Qualität. Das gesamte Bild zeigt eine Texturierung wie gewobener Stoff. Beschränkt man sich darauf, das Bild bis zu einer Größe von 800 x 600 zu verwenden, fällt das nicht weiter auf. Die Beispielfotos sind verkleinert und zeigen im Ausschnitt die schlechte Qualität bei voller Auflösung. Wie man merkt, läuft nicht alles so richtig rund.

Die Akkulaufzeit ist mässig, je nach Empfang und Email-Abrufintervall hält das 500 gerade so sechs bis acht Stunden durch. Meist wird es noch kürzer, denn die komplette Ausstattung mit HSDPA, WLAN, GPS und Bluetooth verleitet schnell zu ausgedehnten Ausflügen ins Internet.

Was für Apple Siri, das ist in Nokia Smartphones bereits seit Jahren enthalten. Sicherlich, die Funktionalität einen Kalendereintrag nur mit der Stimme zu erzeugen, ist nicht gegeben, aber Sprachbedienung im Auto, um eine Email oder SMS vorzulesen kann Symbian schon längst. Die Hörertaste lange drücken, gefolgt von «Neue Email vorlesen» und schon verliest die Stimme den Inhalt - wahlweise mit männlicher oder weiblicher Stimme. Die Grundfunktionen und Kontaktanrufe sind damit erreichbar ohne aufs Display schauen zu müssen. Und wer sich all die Sprachbefehle nicht merken kann, vergibt einfach Neue.

Insgesamt liefert Nokia wieder einmal das komplette Spektrum momentan technischer Möglichkeiten in einem ansprechenden Gehäuse zu kleinem Preis. Video- und Fotoaufnahmen sind eine Schwäche des Nokia 500, die man angesichts des Preises von EUR 170 gerne hinnimmt.

Weitere Produktinfos bei Nokia.

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