08.01.14

NeoMediacast Dongle: Netgears zweifelhafte Alternative zum Google Chromecast

Smart-TV-Stick mit Anschluss und Steckkartenplatz. Bild: Netgear

Netgear hat auf der CES in Las Vegas einen HDMI-Stick vorgestellt, mit dem sich TV-Geräte zu einem Smart TV nachrüsten lassen. Der Stick wäre bei weitem nicht der erste seiner Art, er hat aber interessante Vorteile gegenüber Googles Chromecast - und einen gravierenden Nachteil.

Smart-TV-Stick mit Anschluss und Steckkartenplatz. Bild: Netgear

Googles Chromecast war bei weitem nicht der erste Ansatz, TV-Geräte mit Hilfe eines Sticks nachträglich zu einem Smart TV umzurüsten. Mit der Einfachheit, der eigenen Marktmacht und vor allem einem niedrigen Preis wurde der Chromecast allerdings zu einem Überraschungserfolg des vergangenen Jahres und zu einem Gerät, das viele Verbraucher erst die Möglichkeiten eines HDMI-Dongles vor Augen führte.

Nun hat Netgear auf der CES in Las Vegas eine interessante Konkurrenzlösung vorgestellt: den NeoMediacast Dongle. Der soll mit Android-Geräten ab der Version 4.2 funktionieren, sowohl WLAN bis ac und neben HDMI auch Miracast unterstützen. Außerdem lassen sich eine Micro-SD-Karte oder ein externes Micro-USB-Gerät dort einstecken.

 

Was der Stick laut Netgear ebenfalls bietet: Eine Unterstützung für Digital Rights Management für App-Anbieter. Bildsignale werden bis zu einer Full-HD-Auflösung von 1080p (1.920 x 1.080 Pixel) bei einer Bildwiederholrate von 60 Hertz unterstützt. Ein genauer Starttermin ist noch nicht bekannt. Netgear hat allerdings die erste Jahreshälfte in Aussicht gestellt. Den Preis verriet der Hardware-Hersteller noch nicht.

Getrübte Freude

Auch wenn die Extra-Funktionen gut klingen - Miracast, externe Datenquellen, Micro-SD-Slot - so enttäuscht die Tatsache ein wenig, dass die Android-Unterstützung sich an App-Anbieter richtet. Damit ist also nicht etwa gemeint, dass man Android-Apps vom Smartphone oder Tablet direkt auf dem Fernseher wiedergeben kann, wenn man nur Android 4.2 oder höher installiert hat. Es bedeutet, dass Entwickler erst Apps für das Gerät entwickeln müssen, damit man Inhalte von einem Android-4.2-Gerät auf den Stick streamen kann.

Das trübt die Freude, denn welcher Content-Anbieter wird seine App nicht zuerst für den Chromecast flott machen, bevor er sich um die Alternativen kümmert? Dass Netgear es hier dennoch versucht und dabei noch einen weiteren Übertragungsstandard unterstützt, klingt gut. Es kommt weiterhin Musik in das Thema Smart-TV-Sticks. Deutlich vielseitiger allerdings scheint der Ansatz des Startups AirTame, das Bildsignale beliebig zwischen verschiedenen Geräten streamen will und eine Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo Anfang des Monats erfolgreich abgeschlossen hat. Der NeoMediacast Dongle soll zunächst überhaupt nur für Android-Geräte funktionieren. Googles Chromecast soll ab März auch in Deutschland verfügbar sein und Netgears Lösung damit zuvor kommen.

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