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25.01.13

Neptune Pine: Android-Smartphone fürs Handgelenk

Und noch eine Smartwatch? Moment, die Neptune Pine ist anders. Während Pebble, CST-01 oder Leikr nur bessere Smartphone-Parasiten sind, soll die Pine eigenständig arbeiten. Micro-SIM, angepasstes Android-System und eine eigene Kamera machen sie zu einem Mini-Smartphone am Handgelenk. Damit könnte sie das Smartphone im Prinzip wirklich überflüssig machen - wenn sie nur nicht so hässlich wäre.

In der Neptune Pine ist eigentlich alles drin, was man in einem Einsteiger-Smartphone erwarten würde: eine 3,2-Megapixel-Kamera, ein Cortex A9 Single-Core-Prozessor mit 1 GHz, GPS, Bluetooth 4.0, Steckplatz für eine Micro-SIM-Karte, 3G-Empfang, WLAN, digitaler Kompass, Herzfrequenzmesser (!), FM-Radio. Nur dass die Neptune Pine kein Smartphone ist, sondern eine intelligente Armbanduhr, so klein, dass man sie ums Handgelenk tragen kann. Sogar ein eigenes Betriebssystem bekommt die Pine spendiert: Leaf OS, ein angepasstes Android. Clever außerdem: Das Armband verfügt über einen USB-Stecker, mit dem man die Uhr an einen PC anschließen, sie aufladen und Daten austauschen kann.

Was man sonst noch damit machen kann? Fotos oder Videos aufnehmen, Telefongespräche führen, Musik hören (es gibt einen Kopfhöreranschluss), das Ding als Fitness-Tracker benutzen, SMS oder E-Mails verschicken, einen Kalender benutzen oder Notizen bearbeiten. Sie hat ein 2,5-Zoll-Touch-Display im Breitbildformat. Der eingebaute Flash-Speicher soll 8, 16 oder 32 GByte umfassen. Der Akku soll eine Lademenge von 800 mAh haben, was etwa der Hälfte bis einem Drittel der Akkuladung moderner Smartphones entspricht. Bis zu fünf Stunden Gesprächszeit sollen damit möglich sein.

Kompletter Smartphone-Ersatz statt bloß Ergänzung

Im Prinzip würde die Naptune Pine damit ein Smartphone ersetzen. Die wichtigsten Informationen künftig am Handgelenk und eine eigenständige Kommunikationseinheit, während andere gängige Modelle wie Pebble und Leikr nur über Bluetooth oder WLAN mit einem Smartphone oder Tablet kommunizieren. Nicht ganz klar ist, ob man auf der Pine weitere Apps installieren kann. Gesprächszeiten und Akku legen nahe, dass die Uhr wohl täglich an die Steckdose muss. Und ganz billig wird der Spaß auch nicht: Die Pine soll mit 8 GB Speicher 395 kanadische Dollar kosten, umgerechnet knapp 300 Euro.

Über die Firma Neptune ist nicht viel mehr bekannt, als dass sie im vergangenen Jahr im kanadischen Montreal an den Start ging, dort ein Hochhausbüro bezog und bislang nur an der Pine arbeitet. Ambitionierte Pläne hat man trotzdem: "Das Unternehmen setzt seinen Fokus auf revolutionäre Massenprodukte und hat das Ziel, zum Marktführer im umkämpften Feld der Wearable Technology zu werden", wie es auf der Unternehmenswebsite heißt. Die Uhr soll im dritten Quartal dieses Jahres auf den Markt kommen. Fast schon ungewöhnlich ist, dass Neptune sich nicht über ein Crowdfunding-Portal wie Kickstarter finanziert, wie das bei Smartwatches mittlerweile beinahe usus ist. Insgesamt unklar ist deswegen auch, wie Neptune sich finanziert und ob man das Versprechen halten kann, bis zum dritten Quartal die fertige Pine zu verschiffen.

Auch die Optik entscheidet

Wäre das was für euch? Ganz auf das Smartphone verzichten und nur noch auf eine intelligente Uhr zugreifen? Interessant zumindest finde ich den Gedanken. Ein tragbares Kommunikationsgerät mit mobilem Datenempfang und Telefonfunktion muss also nicht mehr zwingend ein Handy sein. Ein Tablet oder eine Uhr können das ebenso leisten. Spannend wird zu sehen sein, wie andere Smartwatch-Hersteller darauf reagieren: Wollen sie in Zukunft weiterhin nur eine Ergänzung für Smartphones sein oder wollen sie diese ebenso ersetzen, wie Neptune das mit der Pine anstrebt? Der Markt könnte ins Wanken kommen, nachdem bekannt wurde, dass auch Google an einer eigenen Smartwatch arbeitet.

Einen persönlichen Kritikpunkt habe ich allerdings: Mir gefällt das Design der Pine nicht. Neptune mag das Design "revolutionär" nennen, aber dieses mausgraue Armband mit diesem so gar nicht dazu passenden rechteckigen Kasten, der die Uhr sein soll, ist in meinen Augen einfach hässlich. Nun, vielleicht bringt Neptune noch andere Farben heraus und Geschmäcker sind verschieden. Deswegen: Trifft die Pine euren Geschmack?

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