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24.11.13

Neptune Pine: Werft eure Smartphones und Smartwatches weg, dieses Gerät ist beides

Smartwatch, -phone oder einfach mobiles Internet Device. Alle Bilder: Neptune Pine

Anders als die meisten Smartwatches ist die Neptune Pine ein vollwertiges Smartphone fürs Handgelenk. Wer die Bedienung des Mini-Displays nicht scheut, erhält eine starke technische Ausstattung mit Dualcore-Prozessor, zwei Kameras, Android 4.1 und HSPA+.

Smartwatch, -phone oder einfach mobiles Internet Device. Alle Bilder: Neptune Pine

Man fühlt sich ja irgendwie verantwortlich für die Projekte, über die man einmal geschrieben hat. Es ist schon fast ein Jahr her, da berichtete ich an dieser Stelle über die Neptune Pine, die Konzeptstudie eines Android-Smartphones.

Gute zehn Monate später ist die Pine nun so gut wie fertig, auf Kickstarter bereits erfolgreich gefördert und technisch sehr ordentlich ausgestattet. Die Frage allerdings wird bleiben: Mag man auf diesem Mini-Display herumtippen?

Was die Uhr tatsächlich interessant macht, sind ihre Eigenschaften. Sie verfügt wie ein Smartphone über einen Dualcore-Prozessor mit 1,2 GHz (Snapdragon S4) und 512 MB RAM. Es gibt eine Front- und eine Hauptkamera, Android 4.1 läuft darauf - und damit auch Google Now, eine Sprachsteuerung und damit nicht zuletzt im Prinzip jede Android-App (auch wenn noch keine Zertifizierung für den Play Store vorliegt, die aber folgen soll). Ein Update auf Android 4.4 ist geplant.

Google Now auf der Neptune Pine

Natürlich ist das Display ein Touchscreen, auf dem man tippen und ein vollwertiges virtuelles Keyboard nutzen können soll. Dank eines Micro-SIM-Karten-Slots und der Unterstützung von 2G- und 3G-Netzen bis hin zu HSPA+ kann man die Neptune Pine ohne ein gekoppeltes Smartphone zum Telefonieren oder für kabellose Daten nutzen. Sollte man trotzdem tethern wollen, ist Bluetooth 4.0 mit drin, WLAN b/g/n natürlich auch.

Tippen könnte etwas Fummelarbeit werden.

Trotz der umfangreichen Funktionalität soll der 810-mAh-Akku bis zu fünf Tage durchhalten. Es gibt einen a-GPS-Sensor, eingebaute Lautsprecher und ein Mikrofon. Das rechteckige Touchscreen-Display misst 2,4 Zoll in der Diagonalen, die Auflösung könnte mit 320 x 240 Pixeln selbst in dieser Größe allerdings etwas höher sein. Dafür überzeugt der interne Speicher von wahlweise 16 oder 32 GB (nicht aufrüstbar). Es gibt die üblichen Beschleunigungssensoren, ein 3-Achsen-Gyroskop, einen digitalen Kompass und außerdem einen Kopfhöreranschluss.

Armband nicht zwingend notwendig

Vielleicht das Beste: Man muss die Neptune Pine nicht zwingend um das Handgelenk tragen, sondern kann sie aus dem Armband herausnehmen und dann als ganz normales Mini-Smartphone nutzen. Es gibt eine Hauptkamera mit 5 Megapixeln und eine VGA-Frontkamera, beide mit LED-Blitz. Die Entwickler legen Wert darauf, dass es sich um ein Standalone-Produkt handelt, man die Uhr also ohne ein gekoppeltes Smartphone benutzen kann. Ihre Motive verraten sie hier im Video:

Ich bin angesichts dieser Daten hin- und hergerissen. Zwar haben die Entwickler das Design der Uhr im Vergleich zur Konzeptstudie im Januar noch einmal deutlich verschönert. Richtig gut gefällt mir die Optik aber immer noch nicht, selbst nicht im Vergleich mit der Samsung Galaxy Gear. Und der Gedanke daran, auf einer virtuellen Tastatur dieses Mini-Displays auch nur eine Taste zu treffen, scheint mir zweifelhaft. Sieht man das Ding allerdings als mobiles Mini-Device an, das man nicht zwingend um das Handgelenk tragen muss, dann wird es schon wieder interessant. Gerade dank der Unabhängigkeit von einem Smartphone und der für diese Größe durchaus beachtlichen technischen Ausstattung.

Mobiler Chat

Die Early-Bird-Specials sind allesamt nahezu ausverkauft. Regulär soll die Pine mit 16 GB in Schwarz oder Weiß 249 kanadische Dollar (177 Euro) plus 15 Dollar (10,60 Euro) für den internationalen Versand kosten. Die 32-GB-Version ist ebenfalls in Schwarz oder Weiß erhältlich und kostet bei 15 kanadischen Dollar für den Versand 309 Dollar (220 Euro). Damit ist die Pine preislich und technisch durchaus vergleichbar mit der Liste der Smartphones unter 200 Euro, die ich euch kürzlich hier vorgestellt habe. Das Preis-Leistungs-Verhältnis der Neptune Pine scheint mir in Ordnung zu sein.

Die Finanzierung auf Kickstarter hat sich für das Team aus dem kanadischen Montreal gelohnt: 100.000 kanadische Dollar wollte man, bei Redaktionsschluss dieses Artikels hatte man bereits 250.000 Dollar eingenommen. Die Aktion läuft noch bis zum 20. Dezember. Die ersten Geräte sollen im Januar verschifft werden.

Weitere Informationen findet ihr auf der Pine .

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