19.06.07

N95 im Test - Teil 2: Multimedia

Nokia N95 - Player

Teil 2 des N95-Tests befasst sich mit den vielen Multimedia-Funktionen des Power-Handys. Wichtigstes Element ist sicherlich die 5-Megapixel-Kamera.

Teil 1 des Tests.

Wie wir im ersten Teil gesehen haben, ist das N95 in Sachen Multimedia sehr gut bestückt. Nun wollen wir uns mal anschauen, ob die Hardware auch wirklich etwas taugt. Kommen wir zuerst zur 5 Megapixel Kamera mit Carl Zeiss Optik.

Für viele Leute dürfte die Kamera heute die wichtigste "Zweitfunktion" eines Handys darstellen. Das Handy hat man schliesslich meistens dabei und kann so zu fast jeder Zeit einige Schnappschüsse machen. Heute wird sich jedoch niemand mehr mit Fotos mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixel zufrieden geben. Der moderne Handybesitzer will die Fotos auf den PC übertragen, ins Blog hochladen oder sogar auf Fotopapier ausdrucken. Die 5 Megapixel, welche das N95 maximal bietet, sind für all diese Zwecke mehr als ausreichend. Die grössten Unterschiede zur normalen Digitalkamera sind eigentlich bloss der fehlende optische Zoom sowie der LED-Blitz, welcher von der Leistung her natürlich nicht an einen normalen Blitz herankommt. Ansonsten findet man alles vor, was auch auf Digitalkameras zum Standard gehört: Weissabgleich, Lichtempfindlichkeit, Farbton etc.

Öffnet man die Linsenabdeckung auf der Rückseite, startet das N95 automatisch den Kameramodus. Bis man effektiv ein Bild schiessen kann, vergehen knapp vier Sekunden, was eigentlich ziemlich wenig ist. Ist man einmal im Kameramodus, bietet sich einem folgendes Bild:

Das Kameramenu

Die Spalte rechts dient der Auswahl der verschiedenen Optionen wie zum Beispiel Selbstauslöser, Blitz oder Weissabgleich. Unten links wird einerseits angezeigt, wieviele Bilder man mit dem verbleibenden Speicher noch schiessen kann und andererseits, welche Bildgrösse ausgewählt wurde. Der Blitz ist eher ein Licht - in der Nacht sollte man also keine Wunder erwarten. Beim N95 kann man zwischen fünf verschiedenen Auflösungen wählen: 5 Megapixel (2592 x 1944 Pixel), 3 Megapixel, 2 Megapixel, 0.8 Megapixel sowie 0.3 Megapixel für den Versand von MMS. Hier zwei Fotos mit maximaler Auflösung:

Ein 5 Megapixel-Foto - geschossen mit dem N95

Ein 5 Megapixel-Foto - maximal hineingezoomt

Nachdem man das Bild geschossen hat, kann man dieses zum Beispiel gleich verschicken (via E-Mail, MMS oder Bluetooth), wobei das N95 grosse Bilder für den MMS-Versand automatisch verkleinert (wodurch die kleinste Bildauflösung eigentlich schon fast überflüssig wird). Wenn der Drucker entsprechend konfiguriert und angeschlossen ist (zum Beispiel via WLAN und UPnP, Bluetooth oder PictBridge-Kabel), kann man ein Foto auch gleich ausdrucken. Dank dem im Lieferumfang enthaltenen AV-Kabel kann man die Fotos aber auch auf jedem Fernseher anzeigen, was sicherlich auch keine schlechte Sache ist. In meinem Fall wurde das Bild jedoch bloss in Schwarz/Weiss angezeigt, was auch an meinem hochmodernen Fernseher liegen könnte.

Prinzipiell wird auf dem Fernseher der aktuelle Inhalt des Handydisplays angezeigt. Insofern gibt es ziemlich viele Möglichkeiten, diese Funktion zu nutzen: Videowiedergabe, der Familie rasch neuerdings.com auf dem TV zeigen etc. (gewisse Kreise können natürlich auch mit dem N95 etwas filmen und es gleichzeitig auf dem Video-/DVD-/HD-Recorder speichern - manche Leute mögen es ja nicht, wenn man Dateien auf den PC übertragen muss).

Die 5 Megapixel Kamera mit Carl Zeiss Optik

Natürlich kann man die Kamera auch verwenden, um Videos zu machen. Ich habe ein kurzes Testvideo hochgeladen, welches die Qualität der Aufnahme ziemlich gut wiedergibt (das ist der Blick aus meinem Fenster - ein spannenderes Sujet habe ich so spontan leider nicht finden können). Das Video wurde bewusst nicht in ein anderes Format umgewandelt oder bei YouTube upgeloadet, damit man wirklich sieht, wie man die Videodateien vom N95 erhält. Übrigens: die Galeriefunktion, in welcher alle Fotos und Videos angezeigt werden, ist zwar schön designt und hat mit den sich ziemlich schwungvoll bewegenden Thumbnails schon etwas Mac-ähnliches, sobald man aber mehr als 10 oder 15 Bilder auf dem Handy abgespeichert hat, wird die Vorschau unerträglich langsam.

Die Galerie mit Thumbnails - Leider wird sie ziemlich langsam, sobald man mehr als ein Dutzend Bilder gespeichert hat.

Zum Videos gucken wäre das Display des N95 zwar hervorragend geeignet, jedoch kommt in Sachen Videowiedergabe keine wahre Freude auf. Der Datentransfer zum Handy wäre zwar ziemlich simpel (das File einfach via Drag'n'Drop ins Verzeichnis "My Videos" ziehen), jedoch ist es etwas mühsam, Videos im richtigen Format zu finden. Nokia liefert nämlich kein Programm mit, um Videos in MP4 umzuwandeln (ja klar, man könnte ja auch eines runterladen, aber für das Geld würde ich so etwas schon erwarten). Die wenigsten Leute werden in ihrem Videoarchiv Filme im MP4-Format abgelegt haben. Insofern ist das N95 als PMP wohl eher nicht geeignet.

Schön finde ich, dass das N95 nicht nur MP3- und WMA-, sondern auch AAC-Dateien wiedergeben kann. Vor im iTunes-Store gekauften Songs muss jedoch auch das N95 kapitulieren. Musikfiles kann man auf drei Arten aufs N95 übertragen: Drag'n'Drop, Music Manager (in der Nokia PC Suite) oder Windows Media Player. Den Music Manager habe ich nicht so wirklich durchschaut, aber die anderen Lösungen funktionieren ziemlich gut. So einfach wie beim iPod geht es aber dann doch nicht. Das N95 unterstützt auch Wiedergabelisten und kann diese auch mit dem Windows Media Player synchronisieren.

Im Musikplayer wird, wenn vorhanden, auch das CD-Cover angezeigt.

Nützlich sind die vier Player-Tasten, welche freigelegt werden, wenn man das Display nach unten schiebt. Man kann so einfach einen Track weiterschalten, ohne das Handy ganz aufklappen und dann via Fünf-Wege-Button weiterschalten zu müssen. Nicht ganz durchdacht finde ich hingegen die Tasache, dass die Kopfhörerbuchse auf der linken Seite angebracht ist. Steckt man das Handy zum Musik hören in die Tasche, kann dies etwas mühsam sein.

 

Wer untewegs gerne Radio hört, muss auch darauf nicht verzichten. Wie bei Handys leider üblich funktioniert das nur mit Kabel-Kopfhörern, weil diese gleichzeitig als Antenne dienen. Da die Lautsprecher nach aber ziemlich scheppern, würde es wohl eh nicht so viel Spass machen, ohne Kopfhörer Radio (oder MP3s) zu hören.

Zwischenfazit: Multimediamässig überzeugt das N95 vor allem mit der wirklich tollen Kamera, und auch der MP3-Player ist ziemlich gut gelungen. Abstriche gibt es sicherlich bei den unterstützten Videoformaten. DIVX wäre für mich ein Muss gewesen. Im nächsten Teil werden wir uns mit den zur Verfügung stehenden Applikationen beschäftigen.

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