18.06.07

N95 im Test - Teil 1: "Definition of Performance"

neuerdings.com präsentiert hier einen ausgiebigen Test des "Multimedia-Computers" N95 aus dem Hause Nokia. Laut Nseries-Page ist das N95 die "definition of optimal performance" - schauen wir mal ...

In den auf Multimedia-Erlebnis getrimmten Nseries von Nokia ist das N95 so ziemlich das Flaggschiffmodell. Kein Wunder: ausser putzen und bügeln kann das N95 eigentlich so ziemlich alles, was das Herz begehrt. Wie sich im Test herausgestellt hat, ist das N95 jedoch auch nicht perfekt. Vor allem die skandalös kurze Akkulaufzeit trübt das Erlebnis doch sehr stark.

Beginnen wir aber von vorne: Wenn man das N95 zum ersten Mal in den Händen hält, fällt einem sofort auf, dass es trotz der, sagen wir mal respektablen Grösse, eigentlich ein ziemliches Leichtgewicht ist. Es   misst nämlich satte 10cm x 5.3cm und ist gut 2cm dick, wiegt aber bloss 120g. Grundsätzlich ist das N95 ein "Doppelslider" - sprich, man kann es in zwei verschiedene Richtungen aufschieben. Schiebt man das Display nach oben, wird die Tastatur freigelegt. Wenn man dieselbe Bewegung nach unten durchführt, werden die Steuertasten für den Mediaplayer aufgedeckt. Im zweiten Fall wird die Bildschirmanzeige auch automatisch gedreht und im Querformat angezeigt. Dies ist natürlich zum Beispiel beim Betrachten von Websites interessant.

 

 

Kommen wir zur Ausstattung. Die Tech Specs sind  ziemlich eindrücklich:

- 2.6 Zoll Display mit einer Auflösung von 320 x 240 Pixel

- Quadband-Handy mit EDGE und UMTS/HSDPA

- WLAN (mit UPnP-Anbindung), Bluetooth und Infrarot

- 5 Megapixel Kamera mit Zeiss-Linse und LED-Blitz

- 160MB interner Speicher, Erweiterung via microSD (maximal 2GB)

- GPS-Modul

- Symbian S60

Dazu kommen noch verschiedene nützliche oder weniger nützliche Applikationen wie zum Beispiel ein PDF-Viewer, ein Barcode-Scanner oder die Möglichkeit, Fotos direkt zu Flickr hochzuladen. Der empfohlene Verkaufspreis für das in "Deep Plum" (Violett) und "Sand" erhältliche Handy liegt bei knapp ?800/CHF1200, aber auch ohne Vertrag kann man es oftmals etwas günstiger haben. Schauen wir uns aber mal das Handy genauer an.

Ich bin ja kein Fan von Slider-Handys, weil es in geöffnetem Zustand etwas schwierig ist, an die oberen Tasten zu gelangen. Dies ist natürlich auch beim N95 der Fall. Schön finde ich hingegen, dass auch eine C/Löschen-Taste vorhanden ist - diese erleichtert die "Verwaltung" von Dateien nämlich enorm (bei meinem auf S40 basierenden 6233 vermisse ich so eine Taste wirklich sehr!). Die Taste links des Fünf-Wege-Buttons öffnet übrigens das normale Menu, während diejenige rechts davon das super-designte Multimedia-Menu öffnet. Die Tastatur selbst benötigt relativ viel Druck, jedoch kommen auch Schnelltipper gut damit zurecht.

 

Auf der linken Seite befinden sich die AV-Buchse, der IR-Port sowie der microSD-Slot. Rechts findet man die Kamera-Taste sowie eine Up-/Down-Taste. Die Linse der Kamera auf der Geräterückseite kann man mit einem kleinen Schieber freilegen bzw. verdecken, was sicherlich sinnvoll ist. Wer hat schon gerne Staub auf der Linse?

 

 

Die Menuführung ist, in Anbetracht der vielen Funktionen und Applikationen, ziemlich übersichtlich gestaltet. Mehr als zwei Ebenen muss man eigentlich nie durchschreiten, um zur gewünschten Funktion zu gelangen (da könnte sich Windows Mobile mal etwas inspirieren lassen). Nützlich finde ich die Shortcuts zu sechs frei wählbaren Applikationen im Standby-Fenster, und äusserst sympathisch ist mir das Adressbuch, welches automatisch nach Vor- und nach Nachnamen durchsucht wird. Tippt man also "Pet" ein, wird mir sowohl "Peter Hogenkamp" als auch "Tim Peter" angezeigt (siehe Bild unten). Meiner Meinung nach ist Symbian S60 deutlich benutzerfreundlicher als S40 und insofern kann ich beim N95 wirklich nur Kleinigkeiten bemängeln (zum Beispiel würde ich beim Adressieren von SMS gerne auf die letzten verwendeten Empfänger zurückgreifen).

Das Hauptmenu im Nokia N95

Im Gegensatz zu Symbian S40-Handys wird das Adressbuch automatisch nach Vor- und Nachnamen durchsucht.

Etwas gewöhnungsbedürftig (deswegen aber nicht unbedingt weniger nützlich) finde ich jedoch die Tatsache, dass man mehrere Programme gleichzeitig laufen lassen kann. Man kann dann, fast wie in Windows, via Task Manager zwischen den verschiedenen Applikation hin- und herwechseln. Noch viel hilfreicher finde ich dafür, dass die Bildschirmanzeige von Hoch- auf Querformat wechselt, wenn man das Display nach unten schiebt. Cool, aber wohl nicht gerade DAS Tool schlechthin ist das so genannte "Lifeblog", welches alle Aktivitäten (geschossene Fotos, SMS, Filme etc.) auf einer Zeitachse aufzeichnet. Man muss also zum Beispiel nicht über die Galerie gehen, wenn man sich die bei der gestrigen Party gemachten Fotos und Filme anschauen will.

Hält man die Menu-Taste gedrückt, kann man zwischen laufenden Applikationen hin- und herwechseln.

Im Lifeblog werden alle Aktivitäten auf einer Art Zeitlinie dargestellt.

Wie bei Nokia üblich, kann man via Nokia PC Suite Dateien auf das N95 verschieben, Bilder auf den PC transferieren oder das Adressbuch bzw. den Kalender mit Outlook oder Lotus abgleichen. Dies geschieht entweder via USB-Kabel (im Lieferumfang enthalten!) oder via Bluetooth. Infrarot wäre zwar auch möglich, jedoch würde ich davon aufgrund der grossen Datenmengen eher abraten. Fürs Lifeblog gibt es auch eine Desktop-Applikation. Diese lässt man aber besser sein - Benutzerfreundlichkeit ist etwas anderes...

Nokia PC Suite - Mit dieser Windows-Anwendung kann man sein Handy mit Outlook synchronisieren, neue geschossene Bilder übertragen oder Dateien auf das Handy verschieben.

All dies tönt eigentlich ziemlich vielversprechend. Das Handy an sich auch wirklich eine gelungene Kreation und hat auch einige verblüffende Lösungen auf Lager, wenn da nur nicht die katastrophale Akkulaufzeit wäre. Meine Bilanz: nach exakt 32h Standby mit circa 15 Minuten Telefonieren, 20 SMS, 3 Fotos sowie knapp 10 Minuten via WLAN oder UMTS im Internet, gab der Akku komplett den Geist auf und ich war effektiv zum ersten Mal in meinem Leben mit einem leeren Handyakku unterwegs (und wie es Murphy vorausgesagt hat, habe ich natürlich genau dann auf einen wichtigen Anruf gewartet). Gibt man sich etwas Mühe, muss man das N95 erst nach zwei oder drei Tagen aufladen, was mir aber immer noch zu häufig ist. Dass solch ein Handy etwas mehr Saft benötigt als ein Low-End Modell mit schwarz/weiss-Display, liegt auf der Hand, aber 33h sind dann doch etwas gar wenig. Zum Teil wird das N95 inzwischen ja sogar mit einem Zweitakku ausgeliefert (fast wie beim Samsung BlackJack ). Ich habe das Handy einfach jeden Abend ans Ladegerät gehängt, was ja auch nicht Sinn der Sache sein kann. Aber wie gesagt, sonst gefällt mir das N95 bislang ziemlich gut. Im nächsten Teil des Tests werden wir uns übrigens all die stromfressenden Multimedia-Geschichten etwas genauer anschauen und die Kamera genau testen.

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