10.07.14

MyBell: Individuelle Klingeltöne fürs Fahrrad

MyBell am Lenker. (Bilder: MyBell)

Die MyBell will die gute alte Fahrradklingel ins 21. Jahrhundert führen – mit individuellen Klingeltönen und jeder Menge Lautstärke. Als Fahrradlampe dient sie auch noch. Die Macher suchen derzeit auf Kickstarter nach Unterstützern.

 

Die MyBell-Fahrradklingel entstand wie so manches Kickstarter-Projekt aus einem persönlichen Bedürfnis heraus: Der New Yorker Peter Pottier hatte auf seinem Rad eine unangenehme Begegnung mit einem Fußgänger – dieser im Weg stehende Mensch ließ sich von einer normalen Fahrradklingel einfach nicht beeindrucken. Das müsste doch besser gehen, dachte sich Peter Pottier...

Einige Prototyp-Generationen später ist MyBell nun soweit, dass die Klingel in Produktion gehen soll. Das folgende Video stellt das Projekt vor:

Die Idee ist also, dass Nutzer ihre ganz individuellen Klingeltöne mit der MyBell nutzen können. Man schließt das Gadget dazu einfach an den Rechner an und zieht die Dateien (MP3, WAV oder OGG) in den Speicher – fertig. Vorgesehen ist, dass man über die großzügig dimensionierte Taste auf der Oberseite zwei verschiedene Klingeltöne abrufen kann. Der Hintergrund dazu: Ein Ton könnte für Gefahrensituationen gedacht sein und sollte entsprechend Aufmerksamkeit erregen. Ein anderer, freundlicherer Ton ist dagegen für Situationen gedacht, in denen man lediglich auf sich hinweisen möchte.

Klar wird aus den Bildern, das MyBell recht groß geraten ist. Schaut man sich in der Bildergalerie oben die Detailzeichnungen an, sieht man: Vor allem der Lautsprecher in der Front braucht einiges an Platz. Er soll erheblich lauter als eine normale Fahrradklingel sein. Die Macher geben 96 dB an, wollen aber auch schon 105 dB gemessen haben. Sie vergleichen es wie folgt: Eine U-Bahn entwickle eine Lautstärke von 90 dB, eine Kettensäge von 104 dB. Das erinnert an das nicht ganz ernst gemeinte Projekt „The Hornster“ – 178 dB waren da versprochen. Da könnte nicht einmal mehr ein Düsenjäger mithalten...

Der Akku ist eher schwach

Im Gegensatz zu einer ganz normalen Fahrradklingel hat MyBell einen schon leidlich bekannten Nachteil moderner Gadgets: es benötigt einen Akku. Der soll in vier Stunden komplett via Micro-USB aufgeladen sein und dann etwa zwei durchschnittliche Tage eines radelnden Berufspendlers durchhalten. So richtig viel finde ich das ja nicht.

Der Stromverbrauch dürfte dabei allerdings weniger mit der eigentlichen Klingelfunktion zu tun haben, sondern mit den ebenfalls integrierten LEDs. Wie sie aufleuchten, lässt sich aus verschiedenen Programmen auswählen und soll sich später für entsprechend Interessierte auch individuell anpassen lassen.

Nicht zuletzt sei bei alldem auf die gesetzlichen Regelungen zu Fahrradbeleuchtung und Fahrradklingel in Deutschland, Österreich und der Schweiz hingewiesen. So dürfen in Deutschland bspw. abgesehen von einer handelsüblichen Klingel keine anderen „Einrichtungen für Schallzeichen“ genutzt werden. Tja.

 

Preis und Lieferbarkeit

Wer das Projekt dennoch unterstützen will, kann über Kickstarter umgerechnet rund 85 Euro vorschießen. Hier ist dann der internationale Versand bereits enthalten. Im Februar 2015 wollen die Macher ausliefern können.

Weitere Informationen findet ihr hier auf der Kickstarter-Projektseite.

Schlagworte zu diesem Artikel

Jetzt gratis anmelden und wir unterstützen Sie mit Informationen und aktuellen Lernangeboten!