18.01.07

Mutter stirbt an Wasservergiftung - im Spiel um eine Wii

Tragisches Ende eines dümmlichen Radio-Wettbewerbs in Kalifornien: "Hold your wee for a Wii" führt zum Tod einer 28jährigen Frau.

"Stellt sicher, dass er die Erklärung unterschrieben hat", lachten die Disc-Jockeyes der Morgensendung von KDND-FM, nachdem ein anderer vermeldete hatte: "Einer unserer Kandidaten stirbt wohl demnächst." Die Kandidaten hatten sich bereit erklärt, im Wettstreit um eine Wii-Videokonsole möglichst viel Wasser zu trinken, ohne zur Toilette zu gehen.

Als die Finalisten, ein Mann und Jennifer Strange, 28jährige Mutter dreier Kinder, aus dem "Wettbewerbslokal" fürs Finale ins Studio gebracht wurden, hatten die Diskjockeys des Senders bereits einen Anruf einer Hörerin erhalten, die vor den ernsthaften Folgen für die Teilnehmer warnte und auf einen Fall von vor einigen Jahren aufmerksam machte, bei dem ein junger Mann an Wasservergiftung gestorben war. "Das ist uns klar", hatte ihr einer der Moderatoren am Mikrofon erklärt, "deshalb mussten ja alle Teilnehmer schriftlich die verantwortung übernehmen." Das sollte ein Scherz sein.

Jennifer Strange verlor den Wettbewerb und begab sich unter Tränen nach Hause, von wo aus sie ihren Arbeitgeber informierte, unter schrecklichen Kopfschmerzen zu leiden.

Stunden später wurde sie tot in ihrer Wohnung gefunden. Laut Autopsiebericht soll sie an den Folgen des exzessiven Wasserkonsums gestorben sein: Dabei kann gemäss Medienberichten die Elektrolyt-Balance des Körpers dermassen gestört werden, dass es zum Kollaps und zu Hirnschädigungen - oder eben zum Tod kommen kann.

Jetzt lacht niemand mehr beim Radiosender KDND. Und die Betroffenheit ist nicht nur emotional: Das Sheriff's Office von Sacramento hat erklärt, über genügend Hinweise für eine Untersuchung gegen die Radioleute zu verfügen. Zunächst hatte es nämlich geheissen, da die Teilnehmer des Wettbewerbs freiwillig mitspielten, treffe sie die ganze Verantwortung. Inzwischen hat der Staatsanwalt aber offenbar seine Meinung geädert, nachdem er die Aufnahmen der Sendung gehört hat: Nicht nur die telefonischen Hinweise auf die Gefahren aus der Hörerschaft, sondern auch die Tatsache, dass die Moderatoren sich über die Leiden der Teilnehmer lustig machten und das beschrieben, was im Nachhinein als erste Vergiftungsanzeichen erscheinen, haben ihn stutzig gemacht.

[via SFGATE]

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