11.12.09

Motorola Milestone (Droid) im Test: Auspacken und anfassen

Motorola Milestone - Unscheinbar verpackt, aber spannender Inhalt (Bild: DD)

Das Milestone (Droid) von Motorola ist das erste Android-Handy der Amerikaner und das erste Gerät überhaupt, das mit Android 2.0 ausgestattet ist. Wir haben es im Test.

Ich hatte viele Handys bisher, aber ein Motorola war nie dabei. Fast hätte ich mir mal das Motorola Razr zugelegt, aber ein Bekannter war so nett es mir für ein paar Tage auszuleihen. Nach dem Blick auf die Menüführung habe ich dann dankend abgelehnt. So etwas unpraktisches hatte ich (Nokia verwöhnt) lange nicht mehr gesehen. Nach dem Razr kam von Motorola nichts mehr, und man musste schon den Eindruck haben, dass Motorola komplett den Smartphone-Zug verpennt hatte. Dank Google sind sie jetzt wieder da, und das Milestone (Droid in den USA) soll die Lücke mehr als auffüllen. Auf den ersten Blick hat es das Zeug dazu:

Dass Android keine schlechte Plattform ist, hat sich ja schon rumgesprochen. Dass man sie nur im vollen Ausmass nutzen kann, wenn man Google User ist, auch. Aber bisher fehlte dem Android ein "Killer"-Handy. Die Angebote von HTC und Samsung waren nicht schlecht, aber umgehauen haben sie niemanden. Entweder machte der Akku sorgen (G1) oder es fehlte die feste Tastatur. Das Motorola Milestone ändert die Sachlage.

Verpackung:

Die Verpackung des Milestone ist zumindest in Deutschland ziemlich unspektakulär. Geradzu spartanisch, könnte man sagen. Packung aufschieben, und man sieht ein schwarzes Brikett, dass auf die Nutzung wartet. Darunter lauern Ladekabel, eine DVD mit Motorola Software (die wird noch wichtig) und die Kopfhörer nebst Mikro. Das war es schon. Etwas dürftig, das Auspack-Erlebnis, vor allem wenn man schon mal ein iPhone oder das Palm Pre ausgepackt hat. Vielleicht ist das ja Absicht und eine etwas rohe Stil-Ansage von Motorola: Hier geht's um pure Performace.

Aufladen - Anschalten:

Ein wenig Saft haben fabrikneue Akkus immer, aber trotzdem sollte man das Milestone erstmal aufladen, wenn man gleichzeitig schon damit arbeitet. DAbei kommt es zu einem leicht ärgerlichen "Aha"-Erlebnis: Das Ladekabel zu kurz. Es misst gerade mal einen Meter, und stellt einen damit vor Probleme, denn der Weg von der Steckdose zum Schreibtisch ist schon zu lang. Also auf den Boden legen und sich daneben setzen? Immerhin wird der Milestone bereits mit dem Mini-USB-Stecker aufgeladen, als Lösung bot sich das Ladekabel vom Palm Pre an, das etwas länger ist. Warum Motorola ein so kurzes Kabel beilegt, ist mir ein Rätsel. Kundentests, anyone?

Angeschaltet ist das Motorola Milestone flott, die Ladezeit hält sich in Grenzen und scheint schneller als beim Pre. Es folgt die übliche Prozedur mit der Eingabe der Userdaten für den Googleaccount. Doch vorher muss man - als Prepaid Kunde - erst einen APN setzen. Zwar ist das Milestone mit allen wichtigen APNs (Einwahlknotenpunkte der Provider) vorkonfiguriert, das gilt aber nicht für "O2 Prepaid". Da muss man beim APN für O2 einfach "pinternet.interkom.de" eingeben, erst dann kann man aufs Netz zugreifen. Ist das erledigt, holt sich Android die Daten des Nutzerkontos (Mails, Kalender, Kontakte).

Anfassen:

Der erste Eindruck: "Du meine Güte, das ist ein Panzer." Das leichte HTC Magic und das ebenso handliche Palm Pre wirken gegen das Milestone richtig zierlich. Es hat Ecken, es hat Kanten und es ist erstaunlich schwer. Man kann damit vermutlich Nägel in die Wand schlagen (nicht probiert, aus nahe liegenden Gründen). Motorola ist bekannt dafür, Handys zu bauen, die eine halbe Ewigkeit halten. Das kann man sich beim Milestone gut vorstellen. Es liegt satt in der Hand und in der Tasche. In der Sakkotasche merkt man es, in der Hosentasche auch.

Mir gefällt das, ehrlich gesagt, gut. Das Milestone macht den Eindruck, dass es einiges aushält, dass man es auch mal fallen lassen kann, ohne gleich Panikattacken zu unterliegen. Es ist groß, es ist schwer und damit vermittelt es einen grundsoliden Eindruck nach all den federleichten Plastikdingern, die wir inzwischen gewohnt sind. Überhaupt scheint Motorola eine Abneigung gegen Plastik zu haben, denn davon findet man kaum etwas.

Das Gerät ist ein seitlicher Slider, und der gute Eindruck setzt sich beim Aufschieben fort: Satt rastet der Bildschirm in der ausgefahrenen Stellung ein, da bewegt, knarzt oder biegt sich nichts. Die QWERTZ-Tastatur macht ebenfalls einen soliden Eindruck, allerdings fiel hier schon früh auf, dass die einzelnen Tasten etwas stärker hervorgehoben sein könnten. Aber man gewöhnt sich schnell daran und dann ist die Tastatur sehr gut zu bedienen.

Android 2.0:

Die neue Version von Android ist einer eigenen Erwartung ausgesetzt. Im ersten Moment sieht man nur, dass die Icons eckig geworden sind. Ich unterliege dem Eindruck, dass die Menüs insgesamt schneller und besser reagieren. Allerdings sind auch ein paar Menüpunkte hinzugekommen, und das verschachtelt die Struktur doch etwas mehr: Will man zum Beispiel ein Widget auf dem Desktop ablegen, muss man erst den Bildschirm lange berühren, dann auf "Widgets" klicken. Da tauchten bisher alle Widgets auf; jetzt muss man sich noch durch ein weiteres Untermenü klicken. Auch bei den Einstellungen hat sich hier und da etwas Fett angesetzt, aber es ist nicht so schlimm, dass man nichts mehr finden würde.

Erster Gesamteindruck:

"Das will ich so schnell nicht mehr aus Händen geben." Das Motorola Milestone (Droid) ist vielleicht etwas schwer, aber daran hat man sich schnell gewöhnt. Android 2.0 ist ein Schritt nach vorne, das Handy selber schnell, der Akku scheint erstaunlich belastbar zu sein. Schon nach der ersten Aufladung lief das Handy knapp zwei Tage.

Einen ausführlichen Test des Motorola Milestone gibt es in den nächsten Tagen.

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