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14.05.14

Android für alle: Motorolas neue "Gut genug"-Klasse

Das weiße Moto E mit einer Auswahl an bunten Rückseiten. (Bilder: Motorola)

Erst das Moto X, dann das Moto G, nun das Moto E: Motorola arbeitet sich im Alphabet nach vorn und in der Preisklasse nach unten. Das neue Moto E bietet viel für wenig Geld. Zugleich hat Motorola zwei wesentliche Kritikpunkte am Moto G behoben.

 

Mit dem Moto X hatte Motorola den Neuanfang gewagt, zum damaligen Zeitpunkt das erste neue Produkt unter Googles Aufsicht. Ich hatte es kurzerhand als „den VW Golf unter den Android-Smartphones“ bezeichnet. Es ist keine Revolution, aber ein solides Produkt. Sehr viel mehr Begeisterung konnte dann allerdings das simplere und billigere Moto G einheimsen – sozusagen der „Polo“, wenn man in dem Bild bleiben will. Es ist wohl das am meisten verkaufte Smartphone aller Zeiten für Motorola. Als „Kampfansage an die Einstiegsklasse“ hatte Jürgen es tituliert und das trifft es gut: Es ist ein Smartphone, das man guten Gewissens allen empfehlen kann, die ein aktuelles und gut funktionierendes Gerät haben möchten und dabei auf High-End-Features wie Fingerabdrucksensoren oder doppelte Kameras verzichten können (und, seien wir ehrlich: Diese Dinge sind verzichtbar). Es bietet dafür an allen wesentlichen Stellen mehr als man bis dahin für unter 200 Euro vermutet hätte. Und jetzt setzt Motorola mit dem Moto E noch einen drauf – oder vielmehr: drunter. Das wird nun der „Lupo“ in der Modellpalette.

Gerade einmal 119 Euro will Motorola für das Moto E haben – vertragsfrei, wohlgemerkt. Dafür bekommt man das aktuellste Android in der Version 4.4.2 sowie das Versprechen, dass es auch das nächste große Android-Update für diese Geräte geben wird. Von den äußeren Maßen her entspricht es fast dem Moto G. Das Display ist mit 4,3 Zoll Diagonale etwas kleiner und hat mit 960 x 540 Pixel eine geringere Auflösung. Das ergibt aber trotzdem eine ordentliche Pixeldichte von 256 ppi. Wenn nun noch die Qualität des Displays selbst stimmt, wird man daran definitiv seine Freude haben.

Im Innern werkelt ein Prozessor mit zwei statt vier Kernen. Der eingebaute Speicher ist mit 4 GB recht knapp bemessen, lässt sich allerdings via SD-Card simpel um bis zu 32 GB erweitern. Der Akku ist zahlenmäßig mit 1.980 mAh kaum kleiner als im großen Bruder und dürfte für eine mehr als ordentliche Laufzeit sorgen.

Nett auch kleinere Details: Die Rückseite lässt sich austauschen und dafür stehen Cover in diversen Farben zur Verfügung. Außerdem ist das Moto E gegen Spritzwasser geschützt.

Auf Wiedersehen, Dumbphone

Wie schon die spezielle Werbeseite zum Start namens „Goodbye Dumbphone“ zeigt, zielt das Unternehmen mit dem Moto E vor allem auf Nutzer, die sich bislang kein Smartphone angeschafft haben. Aber nicht nur die bekommen hier offenbar einiges geboten, wenn man den ersten Eindrücken im Netz glauben kann. „Beeindruckend“ findet The Verge, wie die technischen Daten im Vergleich zum Moto G weiter heruntergedreht wurden, ohne dass es sich nach einer schmerzhaften Einbuße anfühle. Interessanterweise ist das Moto E offenbar bei einigen Aufgaben sogar schneller als Samsungs bisheriges Flaggschiff Galaxy S4 – wobei man solche Aussagen immer mit einer gewissen Vorsicht genießen sollte.

Gizmodo findet es „überraschend gut“ für den Preis und lobt dabei vor allem die Verarbeitungsqualität. Zwar habe es bei weitem nicht den Look eines Premiumgeräts, aber es sei deutlich hochwertiger als viele Konkurrenten. Ähnlich sieht es auch Engadget, die ihm „Robustheit“ bescheinigen und eine ordentliche Performance.

Alle diese Aussagen beruhen allerdings nicht auf Langzeittests.

Spürbare Einbußen gibt es beim Moto E im Vergleich zum großen Bruder vor allem bei der Kamera: Vorn gibt es keine und die hintere muss auf den Blitz verzichten. Wer also der Foodphoto- und Selfie-Generation angehört, wird hier ein paar Scheine drauflegen, um sich das Moto G anzuschaffen. Das gilt ebenso, wenn man Wert auf LTE legt.

Moto G nun auch mit LTE und SD-Card-Slot

 

Aber auch das Moto G ist nicht stehengeblieben: Das bisherige Modell bleibt im Angebot, aber es gibt ein Modell darüber, das nun auch LTE unterstützt sowie mit Micro-SD-Cards bis 64 GB zurechtkommt. Beim Moto G ohne LTE muss man auf diese Erweiterung des Speichers verzichten – Google mag Speicherkarten nicht, wie man ja auch an den hauseigenen Nexus-Geräten sieht. Nun, wo Motorola an Lenovo geht, darf man sie offenbar wieder einbauen.

Motorola „Gut genug“-Klasse auf einen Blick

  • Moto E: Gut motorisiertes Android-Smartphone mit aktuellstem Betriebssystem und Update-Versprechen zum Schnäppchenpreis: 119 Euro. Wesentliche Nachteile: keine Frontkamera, hintere Kamera ohne Blitz, kein LTE.
  • Moto G: Noch immer aktuelles Android-Smartphone mit ausgezeichnetem Preis-/Leistungsverhältnis. Schon für 159 Euro mit 8 GB zu haben, 199 Euro für 16 GB. Wesentliche Nachteile: keine Speichererweiterung via SD-Card, kein LTE.
  • Moto G (LTE): Kann alles, was das Moto G kann und hat die wesentlichen Nachteile nicht mehr. Hier soll der Einstiegspreis für 8 GB dann bei 199 Euro liegen.

Ab Juni sollen die neuen Geräte auch in Deutschland erhältlich sein.

Weitere Informationen findet ihr auf den offiziellen Webseiten zum Moto E und Moto G.

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