13.06.13

M.O.J.O.: Mad Catz mit eigener Android-Spielkonsole

M.O.J.O. ist eine Android-basierte Konsole. Wie viele. Oder? (Foto: Mad Catz)

Während Sony und Microsoft auf der E3 in Los Angeles ihre neuen Multimedia-Maschinen PlayStation 4 und Xbox One zeigten, präsentierte auch der Zubehörhersteller Mad Catz ein Gerät zum Spielen. M.O.J.O. ist viel kleiner und eine - weil’s gerade trendy ist - Spielkonsole mit Android-Betriebssystem.

M.O.J.O. ist eine Android-basierte Konsole. Wie viele. Oder? (Foto: Mad Catz)

Es ist nicht so, als gäbe es nicht schon unzählige ähnliche Ansätze. Die Ouya steht kurz vor dem offiziellen Verkaufsstart, konzeptionell in eine ähnliche Richtung gehen auch der GameStick, unu oder GamePop . Statt uns die eierlegende Wollmilchsau zu servieren, soll M.O.J.O. ebenfalls ein winziger Kasten sein, der simpel an den Fernseher angeschlossen wird und dort für gute Unterhaltung sorgen möchte. Reguläre Smartphone-Technik, Android 4 als Betriebssystem und ein hochwertiges Gamepad klingen auf den ersten Blick wenig einfallsreich. Doch M.O.J.O. könnte - wenn es Mad Catz richtig macht - ein interessantes Stück Technik werden.

 

Was steckt drin?

Mad Catz verriet bisher nicht offiziell, was genau in M.O.J.O. steckt. Laut IGN und allerlei Andeutungen erwartet uns allerdings die erste stationäre Spielkonsole mit Nvidias Tegra 4-Quadcore-Chip, der gegenüber seinem Vorgänger (z.B. aus der Ouya) deutlich leistungsfähiger sein soll. Dafür spricht auch, dass Mad Catz mit dem Chiphersteller zusammen arbeitet. So werden alle hauseigenen GameSmart-Produkte , darunter Controller, Headsets oder gar Mäuse, explizit von den Apps unterstützt, die Nvidia in der TegraZone anbietet.

Die TegraZone ist ein spezieller Marktplatz (App für Android), in dem man in erster Linie Spiele findet, die für Tegra-Prozessoren optimiert sind. Es wäre daher naheliegend, wenn in M.O.J.O. auch ein Tegra-Chip werkelt, zumal Mad Catz der Konsole mit großer Wahrscheinlichkeit den neu angekündigten C.T.R.L. Wireless Gamepad beilegt. Der wiederum ist auch eine GameSmart-Peripherie, wodurch sich das Bluetooth-Eingabegerät nicht nur für die Konsole, sondern auch für Smartphones, Tablets und reguläre PCs eignet.

Der C.T.R.L. Controller, der bereits ab Sommer einzeln verkauft wird, verfügt über drei Modi. Zum einen gibt es den GameSmart-Modus für eine vereinfachte Konsolen-Steuerung auf Android-Plattformen. Im Mouse Modus simuliert man Touchscreen-basierte Eingaben und im PC-Modus wird das Pad zu einem regulären Controller für heimische Computer. Der neue Bluetooth Smart-Anschluss verspricht längere Akkulaufzeiten, eine bessere Standardisierung für Entwickler, ein vereinfachtes Setup und geringere Latenz.

Wenn Tegra 4, dann....

Ohnehin hätte Tegra 4 als Prozessor für M.O.J.O. weitere Vorzüge. So könnte man, ähnlich wie Nvidias Handheld-Konsole Shield, PC-Spiele mit aktueller Nvidia-Grafikkarte direkt auf den Fernseher mit M.O.J.O. streamen - in der Theorie. Aber eine offizielle Bestätigung gibt es bisher noch nicht. In Anbetracht der Tatsache, dass die Konsole erst Ende 2013 erscheinen soll, muss man sich also ggf. noch auf etwas klarere Aussagen gedulden. IGN und den ersten Screenshots zufolge erhält die winzige Hardware zwei USB 3.0-Anschlüsse, microUSB, einen Kopfhörer-Ausgang, 16GB Flash-Speicher, einen HDMI-Port zum Anschluss an den Fernseher und einen SD-Kartenslot.

Bestätigt wurde auch, dass Mad Catz keine stark angepasste Version von Android entwickeln möchte. Vielmehr soll man kompletten Zugriff auf Google Play oder den Amazon App Store erhalten. In der deutschen Pressemeldung wird sogar die TegraZone erwähnt. Zufall?

Könnte was werden!

Über einen wahrscheinlichen Preis ist noch nichts bekannt. Da C.T.R.L. alleine vermutlich schon mindestens 30-40 Euro kosten wird, könnte M.O.J.O. deutlich über den magischen 100 Euro liegen. Ob die Konsole dann noch interessant ist, zum Beispiel für Spontankäufer? Es wird sicherlich davon abhängen, wie Mad Catz das eigene Produkt bewirbt und was den Konsumenten geboten wird. Denn wie bei den ganzen anderen Android-basierten Konsolen dürfte auch hier gelten: Wer bereits ein aktuelles Smartphone oder Tablet besitzt, benötigt im Grunde nur einen Controller (z.B. den C.T.R.L.) und  ein HDMI-Kabel, um eine solche Konsole überflüssig zu machen...

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