11.03.14

Miracle Machine: Schlaue Flasche macht aus Wasser Wein [Update: leider doch nicht]

Deko-Flasche mit schlauem Inhalt: Miracle Machine

Teuren Wein auf kleinstem Raum zu Hause selbst herstellen? Soll bald möglich sein in einer knapp 400 Euro teuren Weinmaschine in Flaschenform, die natürlich mit einem Smartphone kommuniziert. Die Qualität? Nicht vom Spitzenwein zu unterscheiden, sagen die Anbieter der Miracle Machine, aber das darf getrost bezweifelt werden.

 

Update, 15.3.14: Die vermeintlichen Hersteller der Miracle Machine haben die Aktion als Hoax enttarnt. Eine solche Maschine hätten sie nicht im Angebot. Bei der Aktion sei es statt dessen darum gegangen, die Aktion "Wine to Water" zu unterstützen, die Menschen in Regionen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser mit einer Apparatur zu versorgen, die sauberes Wasser herstellen kann. In einem neuen Video klären sie über die wahre Aktion auf.

"Die Doofen" sangen einst über Jesus: "Und aus Wasser, da macht er Wein - wer will da nicht sein Kumpel sein?". Wenn auch ihr ein paar Trinkbrüder mehr haben wollt, dann könnte die Miracle Machine für euch interessant sein. Denn mit der macht ihr aus Wasser Wein, Spitzenwein.

Natürlich kommen noch ein paar Extra-Zutaten hinzu, das Fruchtkonzentrat zum Beispiel, doch dann soll die Maschine in Form einer Thermoskanne binnen drei Tagen einen Wein fermentieren, den angeblich selbst ein Profi nicht vom teuren Winzer-Erzeugnis unterscheiden kann. Ist das möglich?

 

Traubensaft-Konzentrat, Wasser und ein paar magische Zutaten

Laut den beiden Geschäftsgründern Philip James und Kevin Boyer angeblich ja. Boyer muss es wissen: Er ist selbst laut eigener Geschichte seit seiner Jugend großer Weinfan und -kenner, machte sein Hobby zum Beruf und ist seit Jahren für verschiedene Gourmet-Ketten als Weinsommelier tätig. Zusammen mit James hat er bereits die Online-Weinkette CustomWine gegründet. Und nun soll es die Weinmaschine fürs Zuhause geben, die Miracle Machine:

vimeo.com/87328466

In die Flasche werden Wasser und weitere Zutaten für den Wein eingefüllt. Anders als das berüchtigte Weinpulver werden die Zutaten in echten Einzelkomponenten angeliefert - Hefe und Traubenkonzentrat etwa getrennt. Die Maschine fermentiert dann das Gemisch mit Hilfe der Hefe und einiger weiterer Zutaten binnen drei Tagen zu Wein. Der Alkohol entsteht erst in der Flasche.

Die Miracle Machine verfügt über eine Fermentierungskammer. Pumpen, Luftzufuhr, Sensoren und die Elektronik auf einem Mikroprozessor verarbeiten das Gemisch zu Wein. Die Flasche verbindet sich via Bluetooth mit einem iPhone oder Android-Telefon und teilt dem Benutzer etwa mit, wie viele Stunden es noch dauern wird, bis der Wein fertig ist.

Eigener Wein im Abo

James und Boyer würden die Miracle Machine am liebsten in einer Art Abo verkaufen: Für etwa zehn US-Dollar im Monat soll es vier bis fünf neue Weinkits geben, aus denen sich je eine Flasche herstellen lässt. So soll sich eine Flasche Wein mit einem Materialeinsatz von 2 Euro herstellen lassen, die angeblich die Qualität einer 20-Euro-Flasche aufweist. Einzelne Instant-Wine-Sets nach Belieben soll es dann aber auch im eigenen Online-Shop und bei Amazon zu kaufen geben. Die Miracle Machine selbst soll umgerechnet knapp 400 Euro kosten.

Wenn sich damit nach Bedarf wöchentlich Spitzenwein herstellen lässt, wäre das sicher nicht zu teuer. Ob der Wein dann allerdings wirklich schmeckt wie im Restaurant? Da bin ich etwas skeptisch. Die Miracle Machine verwendet immerhin Konzentrat und keinen frischen Direktsaft. Bei Orangen- oder Apfelsaft fällt bei beiden Varianten schon ein Unterschied auf. Auch beim Wein aus der Miracle Machine dürfte das der Fall sein. Ansonsten: Warum nicht? Es gibt Brotbackautomaten, die den Gang zum Bäcker ersparen, Saftpressen für Zuhause und mittlerweile auch die Bierbrauerei fürs Wohnzimmer . Warum da nicht auch eine eigene Weinmaschine?

Mehr Infos gibt es auf der Website zur Miracle Machine und auf CustomWine. Die Maschine hat sich nun als Hoax herausgestellt, auch wenn so etwas im Prinzip vielleicht dennoch möglich wäre, wenn auch nicht in dieser Kürze der Zeit.

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