13.03.08

MIMO mit 216 Megabits pro Sekunde: Schweizer frisieren WLAN

ETH Zürich MIMO Modul

Zugegeben, am Design müssen die Forscher der ETH Zürich noch ein bisschen feilen. Aber die Daten ihres neusten WLAN-Moduls beeindrucken. Statt den bisher üblichen 54 Megabits pro Sekunde haben die Schweizer ihr WLAN auf 216 Megabits/s frisiert.


Prototyp einer MIMO-Station mit vier Antennen. (Bild: Gruppe Prof. Bölcskei/ETH Zürich)

Das Tempo wird mittels MIMO (Multiple Input Multiple Output) erreicht, das heisst, vier Antennen funken parallel im gleichen Frequenzbereich. Dabei entsteht zwar aber eine datentechnische Kakofonie, weil alle gleichzeitig "schwatzen".

 

Der ETH-Forscher Helmut Bölcskei, Professor am Institut für

Kommunikationstechnik der ETH Zürich, gibt dann auch zu: «Auf den ersten Blick scheint es zwar, dass jeder Zuhörer nur ein unverständliches Stimmengewirr wahrnimmt. Wenn die Zuhörer aber das Stimmengewirr geschickt kombinieren, können sie die ursprünglichen Botschaften herausfiltern.»

Ein Kernpunkt des Zürcher Forschungsprojekts war die Entwicklung von Verfahren zur Decodierung der Signale, welche das Signalgewirr im Empfänger im Hinblick auf eine praktische Realisierung möglichst effizient entflechten können. Im Feldversuch wurden nun erstmals ein System mit drei Nutzern aufgebaut, um praxisnahe Werte zu erhalten. Die Technik der ETH soll sich problemlos auf gängige Chips schrumpfen lassen.

Der MIMO-Trick ist nicht neu, der Standard 802.11n wendet diesen an. In der Praxis erreichten aber erste MIMO-WLAN nur Bandbreiten von 100 Megabit/s.

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