12.07.13

MiG-23 Arcade Cabinet: Spielautomat im Kampfjet-Design

Schicker Automat im Düsenjet-Design. (Foto: Michal Lichtanski / mili.studio)

Spielautomaten statt Waffen! Der polnische Hobbybastler Radek Michalowski zeigt, was man aus einem MiG-23-Kampfjet bauen könnte. Und das äußerst schicke Arcade Cabinet im Flieger-Look kann man sogar kaufen.

Schicker Automat im Düsenjet-Design. (Foto: Michal Lichtanski / mili.studio)

Fragt man Radek Michalowski nach seiner MiG-23-Arcade-Maschine, hat er eine interessante Geschichte zu erzählen: Er wuchs in der Nähe der 28. Luftkampf-Basis in Nordpolen auf, dort war sein Vater beschäftigt. Tagtäglich hoben unter anderem die russischen Jets ab oder landeten, ein Bekannter der Familie war selbst einer der Piloten. Sein Jet trug die Nummer 846. Und als kleiner Knirps spielte Radek im „Military Officers Club“, einem Treffpunkt der Soldaten in der Nähe des Militärgeländes, an Flipper- und Arcade- Automaten. Das zusammen brachte ihn Jahre später auf die Idee, selbst ein solches Gerät zu bauen. Das Resultat kann sich wahrlich sehen lassen.

Aus altem Plunder gebaut

Radeks Vision entstand 2012, als er sich einen alten Flipper-Automaten kaufte. Den mochte er zwar, stellte aber schnell fest, dass dieser mit nur einem Spiel doch recht flott langweilig wurde. Ihm kamen seine Erlebnisse aus der Kindheit in den Sinn, prompt war die Idee geboren, selbst einen Automaten zu kreieren. Für das Gehäuse verwendete er große Aluminium-Teile und drei Kilogramm Schrauben, was eigenen Aussagen zufolge 4.860 Stück entspricht. Diese alle wurden in die Fassade geschraubt, um auf gewisse Weise die Hülle einer MiG-23 nachzubilden. Am einfachsten war noch die Holzkonstruktion, die ein paar Stunden später nach einem Besuch in einem OBI-Baumarkt fertig war. Beiläufig erwähnt: Für die ganze "Spinnerei" ist Radek zufolge der gute, alte Wodka verantwortlich...

Die restlichen Komponenten sind gar nicht mal spektakulär. So erwarb er einen gebrauchten 19 Zoll 4:3-LCD-Monitor, den er als Display verwendete. Im Inneren werkelt ein alter Medion-Laptop, auf dem Windows XP und die Emulator-Software MAME mitsamt allerlei Arcade-Klassiker vorinstalliert sind. Für Authentizität sorgt das minimal angepasste Mamewah-Benutzerinterface, das auch mit den eingebauten Joysticks und Buttons für zwei Spieler bedient werden kann. Die Knöpfe stammen übrigens aus Hong Kong, da dem Schöpfer europäische Händler zu teuer waren. Alte Tastaturen und eine Mapping-Software wurden wiederum verwendet, um die Controller nutzen zu können.

Der Preis

Radek zufolge benötigte er rund zwei Monate, um das MiG-23 Arcade Cabinet zu vollenden. Seine Leidenschaft für dieses Projekt hatte einen Preis: zwei heftige Streits mit seiner Freundin. Wir hoffen, dass er sie mit einer Runde Pac-Man später besänftigen konnte. Alles in allem aber war der Bau stellenweise die Hölle, eben weil er alles selbst und ohne Anleitung kreierte. Dafür kann sich das Ergebnis mehr als sehen lassen.

Auf den Fotos wird dies nicht deutlich, aber vom MiG-23 Arcade Cabinet gibt es zwei Modelle. Das eine ist ein Prototyp, den Radek in seiner Wohnung stehen hat. Das andere ist das finale Gerät, das er bei Etsy für über 2.500 Euro verkauft. Für diesen Preis liefert er das Monstrum überall hin. Bei Interesse sollte man direkt in Kontakt mit dem Macher treten.

Übrigens wurde der Automat nicht aus besagter MiG-23 mit der Nummer 846 gebaut. Der originale Jet fliegt nämlich nach wie vor - in den USA als Luxus-Freizeitvergnügen.

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