12.08.14

Microsoft Hyperlapse: So werden langatmige GoPro-Aufnahmen auf Knopfdruck beeindruckend

Hyperlapse soll aus Actioncam-Aufnahmen im Handumdrehen verblüffende Kurzvideos zaubern.

Wer seine Aktivitäten zu Lande, zu Wasser und in der Luft mit Actioncams aufnimmt, hat am Ende unüberschaubar viel Material – das sich in dieser Form niemand ansehen mag. Microsofts „Hyperlapse“-Projekt macht daraus sehenswerte Videos – mit einer gehörigen Portion Technik dahinter.

 

Mit Actioncams wie beispielsweise der GoPro Hero 3 kann man jederzeit aufzeichnen, was man gerade tut. Allerdings sind diese Roh-Videos nicht annähernd so atemberaubend wie GoPros Werbevideos. Außer natürlich, man verbucht ausgedehntes Gähnen unter „atemberaubend“... Aber mal ehrlich: Will wirklich jemand eine komplett verwackelte Aufnahme davon sehen, wie wir zwei Stunden lang mit dem Fahrrad durch die Stadt düsen? Nein, das wollen wir wahrscheinlich nicht einmal selbst...

Solche Actioncam-Filme einfach beschleunigt abzuspielen, ist dabei keine Lösung, denn das macht nach kurzer Zeit Schwindelgefühle oder Kopfschmerzen oder beides.

Ein Team bei Microsoft will nun den alleinseligmachenden Algorithmus entwickelt haben. Er erstellt ebenfalls eine Zeitraffer-Aufnahme (Englisch: Timelapse), aber das Ergebnis muss man selbst gesehen haben. Die Entwickler nennen es „Hyperlapse“. Das folgende Video stellt es anhand von konkreten Beispielen vor:

www.youtube.com/watch

Wir haben es hier also mit einer Art „Super-Bildstabilisator“ zu tun. Normale Stabilisatoren kommen mit leichten Wacklern in Videos gut zurecht. Sie versuchen im Prinzip einen Bereich zu finden, der trotz allen Zitterns immer im Bild ist und halten diesen dann im bearbeiteten Video in der Mitte. Bei Actioncam-Videos sind diese Algorithmen allerdings heillos überfordert.

Das doch recht verblüffende „Hyperlapse“-Ergebnis erzielen Microsofts Ingenieure durch einen aufwändigen Rechenprozess. Dabei ermittelt der Algorithmus beispielsweise anhand des Videos die Bewegung der Kamera im Raum und entwickelt einen neuen, ähnlichen Pfad, der aber deutlich simpler und damit ruhiger ist. Dabei wird anhand dieser 3D-Daten außerdem die Perspektive neu berechnet. Nicht zuletzt erkennt die Software, wenn man beispielsweise mit seinem Rad an einer roten Ampel warten muss und sich die Aufnahmen wiederholen. Außerdem wird die Verzerrung des Fisheye-Objektivs einer GoPro korrigiert.

Im Detail erklärt es dieses Video:

www.youtube.com/watch

Wer es noch genauer wissen möchte, kann sich dieses PDF herunterladen.

Einer der drei am Hyperlapse-Projekt beteiligten Ingenieure ist übrigens der gebürtige Hamburger Johannes Kopf. Der Experte für Computergrafik ist außerdem an Photosynth beteiligt, Microsofts Panorama-Tool.

Noch kann man Hyperlapse leider nicht selbst ausprobieren, aber eine App für Windows ist angekündigt.

Weitere Informationen findet ihr auf der offiziellen Website. Gefunden haben wir das Hyperlapse-Projekt bei TechCrunch.

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