04.10.13

Microduino: Kleiner Arduino-Konkurrent mit Stapelmodulen

Klein und stapelbar: der Microduino

Wem der Minicomputer Arduino zu groß ist, der kann zum Tüfteln künftig dessen kleinen Bruder verwenden. Der Microduino stammt aus anderem Hause, ist noch kleiner und trumpft mit einem echten Hingucker auf: stapelbare Ein-Ausgabe-Module.

Klein und stapelbar: der Microduino

Geht es um Kickstarter-Projekte, sind viele Tüftler aus Übersee plötzlich in den USA beheimatet. So machte es das nordirische Team vom Brewbot , den wir euch kürzlich hier vorgestellt haben, und so machen es auch die eigentlich in Peking ansässigen Erfinder von Microduino. Den gewünschten Betrag von 20.000 US-Dollar haben die Tüftler mittlerweile längst erreicht und überschritten.

Rund 100.000 Dollar sind gut zwei Wochen vor Ende der Aktion zusammengekommen. Das Projekt wird finanziert - und man darf nun getrost darüber streiten, ob die Kickstarter-Aktion nicht eher als Werbung galt denn als Einnahmequelle für diese vergleichsweise geringe Finanzierungssumme. Beim Microduino zumindest ist der Name Programm: Es ist ein ähnliches, quelloffenes Microcontroller-Board, das um Ein-Ausgabe-Module erweitert werden kann. Mit der Größe einer Münze soll es dabei deutlich kleiner sein als ein Arduino. Und noch besser: die Erweiterungen lassen sich ineinander stecken.

 

 

So wächst das Microduino-System zwar in der Höhe, aber nicht in der Breite. Notwendig für den Einstieg sind das Microduino-Core-Modul und eine Brücke, die einmalig dazu verwendet werden kann, um das quelloffene System von einem PC aus einzuspielen. Alles weitere kann dann beliebig obendrauf gestapelt werden: gleich große Ein-Ausgabe-Stecker für Micro-SD-Karten, WLAN, Bluetooth oder Audio. So zeigen die Tüftler, wie man einen Lautsprecher an das kleine Board anstecken, es draußen einsetzen oder mit Haushaltsgeräten verbinden kann.

Baukastensystem als Trumpfkarte

Erlaubt die Bauweise es nicht, alle übereinander zu stecken (Module wie für Ethernet oder 3G sind deutlich höher), kann man diese auch nebeneinander platzieren. Microduino liefert die Platine dazu gleich mit. Eine davon, die Microduino One, ist genauso groß wie ein Arduino-Board und soll mit ihm vollständig kompatibel sein. Die Kosten für das Basis-System betragen nur 20 US-Dollar, mit einer Platine sind es nicht mehr als 26. Jedes einzelne Modul, das sich wie ein Baukastensystem hinzu buchen lässt, kostet weniger als 20 Dollar extra. Auf der Kickstarter-Seite bieten die Tüftler gleich mehrere fertige Pakete an. Frachtkosten kommen natürlich noch hinzu. Ausgeliefert werden sollen die Boards spätestens (!) im Dezember, was erneut darauf schließen lässt, dass man die Kickstarter-Aktion nur zu Werbezwecken benutzt und den Löwenanteil der Entwicklung lange im Voraus erledigt hat.

Es gibt inzwischen mehreren Arduino-Alternativen, die deutlich kleiner sind als ihr Vorbild. Der Fermtoduino etwa, der sich passenderweise gleich "Arduino-Klon" nennt, dürfte auch nach Erscheinen des Microduino weiterhin der kleinste sein. Der Vorteil des Neulings allerdings gegenüber der Konkurrenz ist diese praktische Stapel-Funktion: die Boards lassen sich über die gleichen 27-Pin-Stecker praktisch und platzsparend ineinander stecken und beliebig anordnen. Ein neuer Volkssport könnte entstehen. Microduino zeigt, dass das Konzept von Arduino begehrt ist - und noch weiter optimiert werden kann. Die Kickstarter-Aktion endet erst am 19. Oktober. Verschifft werden sollen die Geräte angeblich aus den USA.

Links: Microduino-Website, Kickstarter-Seite

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer