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31.07.17

Ratgeber

So verhindern Sie einen Mausarm

Frank Müller

Tastatur und Maus können ein Krankmacher und Produktivitätskiller sein. Wie kann man einen Mausarm therapieren? Oder noch besser: Wie kann man ihn verhindern?


(Bild: Fotolia.com)

Was ist ein Mausarm?

Ein Mausarm, vom Arzt auch als Tennisarm oder Epicondylitis diagnostiziert, ist eine Erkrankung, die sehr langwierig und schmerzhaft sein kann. Ausgelöst wird sie unter anderem durch die stundenlange Arbeit mit einer Computermaus. Auch das Tippen auf der Tastatur zählt zu den Auslösern.

Mausarm verhinden: Warnhinweise auf Tastaturen

Nicht nur auf Zigarettenpackungen finden sich Warnhinweise vor gesundheitlichen Risiken. Auch in den Gebrauchsanleitungen von Tastaturen kann man immer wieder Warnungen wie die folgende lesen: „WARNUNG ZU GESUNDHEITSRISIKEN: Die Verwendung einer Tastatur oder Maus kann zu ernsthaften Verletzungen oder körperlichen Störungen führen. …“

Der Tastaturhersteller Logitech hat sogar ein mehrsprachiges PDF ins Netz gestellt, mit Vorschlägen zu gesunden Arbeitsweisen und Arbeitsplätzen sowie Warnungen vor falschen Verhaltensweisen.

Wer ist besonders gefährdet?

Die gerade genannten Warnungen sind berechtigt. Die täglichen kleinen, sich immer wiederholenden Bewegungen mit der Hand beim Bedienen der Maus oder Tastatur können zum RSI-Syndrom führen. RSI steht dabei für "Repetitive Strain Injury" beziehungsweise "Repetitive Stress Injury".

In den USA oder Australien ist RSI bereits als Berufskrankheit anerkannt, in der Bundesrepublik ist das bisher noch nicht der Fall. Die Erkrankung kümmert sich darum aber nicht.


(Bild: By BruceBlaus (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons)

Wie kann man den Mausarm oder das RSI-Syndrom verhindern?

Wichtig ist die Abwechslung. Öfter mal eine Pause einlegen, Dehnübungen ausführen und vielleicht auch das Eingabegerät oder die Hand wechseln. Die meisten Mäuse lassen sich auch mit der linken Hand gut bedienen. Das erfordert zwar eine kurze Eingewöhnungszeit, in der alles etwas langsamer geht. Danach aber kann man die Maus mit beiden Händen bedienen und entlastet dadurch die eine Hand, die bisher die gesamte Mausarbeit erledigen musste.

Andere Eingabegeräte nutzen

Auch eine Vertikalmaus kann dazu beitragen, einen Mausarm zu verhindern oder zu therapieren. Bei herkömmlichen Computermäusen wird die Hand so gedreht, dass die Innenfläche zum Boden zeigt. Die natürliche Haltung ist jedoch eine andere. Beim Gehen zeigen die Handinnenflächen zum Körper.

Will man diese natürliche Haltung auch bei der Mausbedienung beibehalten, braucht man eine Vertikalmaus. Die kann sogar recht günstig sein: Für den Anfang muss man nicht mehr als zehn Euro für eine Vertikalmaus ausgeben. Auch die Verwendung eines Trackpads als alternatives Eingabegerät kann hilfreich sein. 

Verschiedene Therapien für den Mausarm: von Massage bis TENS

Es gibt verschiedene Ansätze, einen Mausarm zu therapieren. Neben dem Wechsel der Routine kann eine manuelle Therapie erfolgen, bei der die Durchblutung der betreffenden Stellen gefördert wird. Dabei werden Sehne und Ansatzpunkt am Knochen massiert.

Weiß man erst einmal, wo man ansetzen muss, lässt sich diese Massage zwischendurch auch gut selbst ausführen. Wenn die Kraft in den Fingern zu schnell nachlässt, kann man auch einen Tennisball oder eine kleine Faszienrolle zur Hilfe nehmen, die man mit dem Arm gegen die Wand drückt.

Auch bestimmte Dehnübungen können helfen, ebenso Elektrostimulation mit Geräten zur transkutanen elektrische Nervenstimulation (kurz: TENS).

Epicondylitis-Bandage oder -Spange

Ein weiterer Ansatz zur Therapie ist das Tragen einer Epicondylitis-Bandage oder -Spange, die in der Regel vom Arzt verschrieben wird. Beide unterscheiden sich durch Material und Bauform. Die Spange ist härter und drückt auf eine bestimmte Stelle am Arm, der Druck kann selbst reguliert werden. Die Bandage wird über den Arm gezogen, wie man es auch von anderen Bandagen her kennt.

Dehnübungen und mehr auf Youtube

Gibt man das Stichwort Epicondylitis auf Youtube ein, werden eine Menge Videos mit Übungen gegen den Mausarm aufgelistet. Das Folgende ist nur eines von vielen, das beispielhaft zeigt, wie man sich selbst helfen kann, wenn man bereits unter einem Mausarm leidet.


Natürlich muss man genug Disziplin aufbringen, um die gezeigten Übungen regelmäßig durchzuführen. Und vor allem sollte man sich nicht auf die eigene Diagnose verlassen, sondern beim Verdacht auf Mausarm erst einmal zum Arzt gehen, um diesen die Diagnose stellen zu lassen.

Gar nicht erst so weit kommen lassen

Am besten ist es natürlich, einen Mausarm gar nicht erst entstehen zu lassen. Darum sollte man zu langes gleichförmiges Arbeiten am Rechner vermeiden, öfter mal eine Pause einlegen, in denen man Dehnübungen ausführt und zudem die Hand wechseln, mit der man die Maus bedient. All diese Maßnahmen können helfen, RSI und den Mausarm zu vermeiden.

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