09.11.06

MacBook Pro im Test, Teil 2: Die Hardware

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Anders als etwa bei den früheren iPods ist das Auspacken eines MacBooks kein besonders kultiger Akt. Gut, die Verpackung ist deutlich netter als die üblichen braunen Boxen anderer PC-Hersteller, aber doch auch recht pragmatisch.

Das Gerät selbst ist aber einfach schön und vor allem auch gut ausgestattet. In meinem Fall handelt es sich um ein MacBook Pro, 15-Zoll-Version, mit dem neuen Intel Core 2 Duo-Prozessor, getaktet mit 2.33 GHz. Das Notebook kommt in dieser Version mit 2 GB RAM und einer 120GB-Festplatte mit 5400 rpm (optional gibt es auch andere Platten). Mit einem Kampfgewicht von 2.54 kg ist das MacBook Pro kein Leichtgewicht, aber doch ausreichend mobil.

Der 15.4-Zoll-Bildschirm stellt eine Auflösung von 1440x900 Pixeln dar. Wer mehr will, muss zur etwas grösseren 17-Zoll-Variante greifen, die 1680x1050 Pixel schafft. Als Grafikprozessor tut ein ATI Mobility Radeon X1600 Dienst, versorgt je nach Produktvariante mit 128 oder 256 MB Video-RAM. Externe Displays können per eingebauter DVI-Schnittstelle oder per VGA-Adapter angeschlossen werden und werden mit bis zu 2560x1600 Pixeln beliefert.

 

An Anschlüssen gibt es das Übliche: zwei USB-2.0-Ports (schlauerweise je einen auf jeder Seite), zweimal Firewire (400 und 800), LAN, Audio und einen Erweiterungsslot im noch etwas exotischen ExpressCard/34-Standard. Drahtlos kommuniziert wird per WiFi (802.11g) und Bluetooth 2.0. Eingebaut ist ausserdem ein Double-Layer-fähiges DVD+/-RW-Laufwerk. Und ein zusätzliches Goodie ist die iSight-Kamera für Videokonferenzen und dergleichen, die dezent im Bildschirmrahmen eingelassen ist.

Die Batterielaufzeit wird mit ?bis zu fünf Stunden? angegeben, was wie immer bei solchen Angaben ins Reich der Phantasie gehört. Eher realistisch bei normaler Benutzung ist eine Laufzeit so um die drei Stunden herum.

So weit kommt die aktuelle Generation der Windows-Laptops ja auch noch mit. Was Apple aber definitiv besser macht, ist das Design. Das Alu-Gehäuse wirkt einfach edel, ein bisschen wie ein schönes Auto oder ein italienisches Designer-Möbelstück. Das ganze macht auch einen sehr stabilen, wenn auch nicht besonders kratzfesten Eindruck. Eine solide Schutztasche ist jedenfalls ein mehr als sinnvolles Accessoire zum MacBook Pro.

Natürlich kann man sich darüber streiten, ob ein Computer ?schön? sein muss. Schliesslich ist es ja ein Arbeitsgerät. Andererseits: Wenn man die Kiste schon jeden Tag stundenlang anstarrt, kann sie ruhig auch gut aussehen. Viele Leute investieren Unsummen in schöne Büroausstattung, akzeptieren aber bei ihrem PC das ästhetische Niveau eines Kohledampfers. Man fragt sich schon, warum die meisten Notebooks so hässlich sein müssen, wenn man mal mit einem gutaussehenden gearbeitet hat.

Viele Details sind nicht nur schön, sondern auch praktisch. Da wäre zum Beispiel die hintergrundbeleuchtete Tastatur, die Arbeiten im Dunkeln zum Vergnügen macht. Oder da wäre der neuartige MagSafe-Netzteilstecker, der nicht ins Notebook gesteckt, sondern nur magnetisch befestigt wird. Das ist nicht nur sicherer und hoffentlich das Ende von Stolperunfällen, sondern auch schlicht praktischer als die üblichen Fummelstecker.

Andere Designdetails sind hingegen weniger gelungen: Das Display lässt sich beispielsweise nur bis zu einem Winkel von etwa 45 Grad zurückklappen, was in manchen Präsentationssituationen unpraktisch ist. Und der Knopf zum Aufklappen des Displays ist zwar (wieder mal) hübsch, aber auch reichlich fummelig. Das Trackpad zur Maussteuerung ist nur mit einer einzigen Maustaste ausgestattet, was die Benutzung von Windows-Applikationen etwas erschwert. Aber dafür hat sich Apple eine schlaue Lösung ausgedacht: Wenn man das Trackpad mit zwei Fingern antippt, wird damit die rechte Maustaste simuliert. Nach kurzer Zeit hat man sich an diesen Trick gewöhnt. Ebenfalls mit zwei Fingern auf dem Trackpad kann man scrollen, auch das ist eine sinnvolle Lösung.

Aber wieder zurück zu den inneren Werten: Der neue Intel Core 2 Duo-Prozessor wird von Apple als ?bis zu 39% schneller? als die letzte Generation angegeben. Laut diverser Benchmarking-Tests ist das eine reichlich optimistische Sichtweise. Typischerweise sind die Core 2-Prozessoren eher etwa 10% schneller als die alte Core-Linie. Aber für viele Anwendungen ist man ja dankbar für jede Geschwindigkeitssteigerung. Trotzdem: Ob sich der satte Aufpreis für die Gerätevarianten mit der höchsten Taktung rechtfertigen, kann man sich wirklich fragen.

Im nächsten Teil: Das Betriebssystem – Kurzeinführung in Mac OS X für Windows-User | zum Überblick

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