30.10.07

Mac OS X 10.5 Leopard im Test (III/III)Fazit: Unspektakulär solide

200710271729

Ist ein Upgrade auf OS XLeopard wirklich ein Muss für Mac-Besitzer? Und kann Apple den Innovationsabstand zu Windows Vista wieder herstellen? Wir ziehen Bilanz.

Teil II: Mac OS X Leopard - Viel Neues, wenig Spektakuläres

200710271729

Ohne Zweifel: 2007 war ein wichtiges Jahr für die Personal-Computer-Branche. Microsoft lancierte Windows Vista und Office 2007, und im Apple-Lager wurden mit iLife'08, iWork'08 und jetzt Leopard ebenfalls alle wichtigen Softwareprodukte rundumerneuert. Auf der Windows-Seite musste Vista reichlich Kritik einstecken. Die ressourcenfressenden Spezialeffekte und ständigen Sicherheitswarnungen konnten das Publikum nicht begeistern. Kann das neue Mac-Betriebssystem da besser abschneiden?

In der Mac-Szene wurden die bisherigen Updates dieses Jahres wohlwollend, aber ohne grosse Aufregung zur Kenntnis genommen. Diese Reaktion scheint unter dem Strich auch für Leopard angebracht: Es ist eine solide neue Version mit viel Zusatznutzen, aber kein Grund zur übermässigen Begeisterung oder gar zum Schlangestehen (wobei diese Warnung für viele Mac-Fans natürlich zu spät kommt...).

Nach fast zweieinhalb Jahren Entwicklungszeit kann man sich ob dieser letztlich eher unspektakulären Leistung eine gewisse Enttäuschung nicht ganz verkneifen. Ganz offensichtlich scheint das Konzept "Personal Computer mit GUI" weitgehend ausgereizt zu sein, wenn das eine Lager (Microsoft) primär damit wirbt, dass es endlich etwas sicherer geworden ist und das andere (Apple) als tollstes neues Feature eine längst überfällige Backuplösung präsentiert. Beide Betriebssystem-Updates hauen einen nicht wirklich nicht vom Stuhl. Das war mehr Modellpflege als echter Fortschritt.

Trotzdem: Apple hat mit Leopard ein abgerundetes, sorgfältig gestaltetes und robustes Betriebssystem veröffentlicht. Ein Upgrade ist schmerzlos und bringt sofort zusätzlichen Nutzen. Auch wenn man über einige der neuen visuellen Elemente geteilter Meinung sein kann, bekommt man als Mac-Nutzer durch Leopard eindeutig ein signifikant besseres Mac-Erlebnis. Man merkt, dass Apple in diesem Release den Fokus auf Optimierung der Kleinigkeiten gelegt hat statt auf die grossen Sprünge. Und das schätzt man bei der täglichen Arbeit durchaus.

Damit vergrössert Apple den Qualitätsvorsprung gegenüber Windows sogar noch weiter. Denn während beim Mac mit Leopard mehr denn je alles aus einem Guss wirkt, leidet Windows Vista immer noch an Kinderkrankheiten. Featuremässig schenken sich beide nichts, bis auf ein paar selten gebrauchte Gimmicks können beide Betriebssysteme etwa gleich viel. Wer es ganz genau wissen will: Engadget hat einen ausführlichen Feature-Vergleich zusammengestellt.

Einige der entwicklerlastigen Features von Leopard wie 64-Bit-Support und das Core-Animation-Framework werden wohl erst mit der Zeit ihren echten Nutzen zeigen -- dann nämlich, wenn Produkte auf den Markt kommen, die auf diesen neuen Möglichkeiten basieren. Aber die vielen kleinen Verbesserungen von Leopard, die sofort für den Enduser sichtbar sind, rechtfertigen den Upgrade-Preis durchaus schon jetzt. Andererseits gibt es aber auch keinen Grund zur Eile. Wer all diese Dinge nicht unbedingt sofort braucht, kann auch getrost bis zur Version 10.5.1 warten, in der dann vermutlich ein paar der noch spürbaren Unebenheiten ausgebügelt sind.

Leopard lässt sich auf allen Macs ab G4-Prozessor (mit mindestens 867 MhZ CPU) installieren, d.h. auf allen Macs, die in den letzten ca. sechs Jahren auf den Markt gekommen sind. 512 MB RAM-Speicher sind das Minimum, aber realistischerweise sollte man eher mit einem oder lieber zwei Gigabytes rechnen. Für 129 Euro bzw. 189 CHF gibt es Upgrade für eine Maschine, eine Familienlizenz für bis zu fünf Installationen kostet 199 Euro bzw. 279 CHF.

Schlagworte zu diesem Artikel

Jetzt gratis anmelden und wir unterstützen Sie mit Informationen und aktuellen Lernangeboten!