08.04.14

M3D Micro: Großer Andrang auf kleinen 3D-Drucker

Der Micro ist sehr viel kleiner als man denkt.

Als „den ersten wahren 3D-Drucker für Consumer“ preisen die Macher ihr schlicht „Micro“ genanntes Gerät an. Und wie es scheint, haben sie einen Volltreffer gelandet. Auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter kommt das Geld jedenfalls in rasender Geschwindigkeit herein.

 

Das Kampagnenziel von mindestens 50.000 US-Dollar hatte der „Micro“ 3D-Drucker innerhalb von sage und schreibe 11 Minuten erreicht. Nach nicht einmal 12 Stunden war bereits eine halbe Million zusammen. Dieser Blitzstart ist wohl neuer Kickstarter-Rekord. Was aber macht dieses Gerät so begehrenswert? Es scheint, dass Preis und Leistung zusammenpassen. Zudem haben die Macher ihre Kampagne gut vorbereitet und geschickt aufgezogen.

Alles in allem ist es nach meinem Eindruck um das Thema 3D-Drucker etwas ruhiger geworden. Man stellt eben doch fest, dass sie zum heutigen Stand der Dinge keine Maschinen sind, die in jeden Haushalt gehören. Sie haben begrenzte Möglichkeiten, man braucht zum Beispiel fürs Bearbeiten von 3D-Modellen eine gehörige Portion Fachwissen und letzten Endes bezahlt man doch viel Geld.

Aber der Micro traf wohl vor allem mit seinem niedrigen „Early Bird“-Preis einen Nerv: Wer schnell war, konnte ihn für gerade einmal 199 US-Dollar bekommen. Aktuell liegt der günstigste Preis bei 299 US-Dollar, wobei es sich hier um den reinen Nettopreis ohne Versand und Steuern handelt. Aber selbst wenn am Ende 300 Euro herauskommen, ist der Micro definitiv ein preisgünstiger Drucker.

Dabei kommt er zugleich nicht wie mancher Konkurrent als Bausatz daher, sondern soll stattdessen in kürzester Zeit einsatzbereit sein. Überhaupt ist es den Machern wichtig, dass ihr Gerät „massenkompatibel“ ist, das geht bis hin zum rundlichen Design und der Auswahl bei den Farben.

Im folgenden Video bekommt man ein Gefühl dafür, wie klein der Drucker tatsächlich ist und wie die mitgelieferte Software aussieht, mit der man ihn benutzen kann:

Einige Kompromisse müssen natürlich sein

Den geringen Preis erzielen die Macher natürlich vor allem dadurch, dass der Drucker erheblich kompakter ist als teurere Konkurrenten (185 mm Kantenlänge) und damit auch nur entsprechend kleinere Gegenstände herstellen kann: Die Basis kann 109 x 113 mm groß sein, bis zu 116 mm Höhe sind möglich. Oberhalb von 74 mm verkleinert sich die Druckfläche auf 91 x 84 mm. Hier stellt der Micro also keine neuen Rekorde auf. Eine Auflösung von 50 bis 350 Mikrometer ist laut technischer Daten möglich, wobei der beste Kompromiss aus Auflösung und Geschwindigkeit laut Beschreibungstext bei 150 bis 200 Mikrometer liegt. Und der Drucker soll mit zahlreichen Materialien wie ABS, PLA, Nylon und mehr zurechtkommen. Außerdem wird versprochen, dass sich der Micro im Zusammenspiel mit der dazugehörigen Software kinderleicht bedienen lassen soll. Experten können ihn nebenbei bemerkt auch auf anderen Wegen ansteuern. Nicht zuletzt soll er der leiseste und energieeffizienteste 3D-Drucker sein.

Bereits ab August 2014 sollen die Micros ausgeliefert werden, sofern das Team seinen Zeitplan einhalten kann. Bis zum März 2015 zieht sich dann die Auslieferung aller Geräte an alle Kickstarter-Unterstützer. Alles in allem gibt es wenig Zweifel daran, dass es sich um ein legitimes Projekt handelt. Wer mehr über die Hintergründe des Micros erfahren will, findet hier beispielsweise ein PDF mit einigen Details. Trotzdem gilt hier natürlich wie bei nahezu allen Crowdfunding-Projekten, dass es ein Restrisiko gibt und Produkte entweder verspätet oder sogar gar nicht ausgeliefert werden können.

Weitere Details findet ihr auf der Kickstarter-Projektseite zum M3D Micro sowie der offiziellen Produkt-Website .

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