30.05.14

Logitech Harmony Smart Keyboard: Die Wohnzimmer-Tastatur im Test

Gefühlt 1000 Teile - für eine Tastatur. (Foto: Sven Wernicke / Neuerdings.com)

Nach dem Öffnen der Packung des Logitech Harmony Smart Keyboard bekommt man es schon etwas mit der Angst zu tun: Meine Güte, so viel Zubehör. Tja, das Eingabegerät fürs Wohnzimmer möchte eben alles abdecken. Nur funktioniert diese „eierlegende Wollmilchtastatur“ auch gut?

 

Das Harmony Smart Keyboard von Logitech ist eine kleine, handliche Tastatur mit Touchpad, die das Steuern von Home-Entertainment-Geräten ermöglichen möchte. Egal ob PC, Apple TV, Spielkonsolen oder Smart-TV-Geräte - für die Peripherie soll alles kein Problem darstellen. Es ist also nicht einfach „nur“ eine Universal-Fernbedienung, sondern ein Universal-Keyboard fürs Heimkino. Um möglichst alle erdenklichen Optionen zu berücksichtigen, liegt dem Smart Keyboard allerlei Zubehör bei. Zwei winzige USB-Empfänger sind zum Beispiel für den Windows- oder Mac-Rechner gedacht, hier wird das Gerät zu einer regulären, schnurlosen Tastatur. Das eigentliche Herzstück ist der Harmony Hub, der andere Geräte über Infrarot, Bluetooth, Wi-Fi oder besagte USB-Empfänger steuert. Hinzu gesellt sich ein IR-Minisender, der die Infrarot-Reichweite des Hubs erhöht.

Zugegeben: Zu Beginn fühlte ich mich etwas überfordert. Glücklicherweise erklärt die kleine Anleitung die wichtigsten Schritte und technischen Hintergründe. Mit der Aussage: „Es empfiehlt sich, dieses Handbuch vollständig durchzulesen, denn es enthält Anweisungen zur Einrichtung und Verwendung der Harmony-Tastatur.“ wird klar, dass das gesamte Konzept nicht selbsterklärend ist und auch etwas Zeit benötigt, um sich mit den Möglichkeiten vertraut zu machen. Aber genau das ist es ja auch, was irgendwie Spaß bereitet.

Einrichtung

Eigentlich ist die Installation der Hardware gar nicht abschreckend. Zu Beginn wird der Hub platziert, am besten in der Nähe des Fernsehers und den anderen Geräte wie Receiver, Blu-ray-Player,  Xbox 360, PlayStation 3, Xbox One, PlayStation 4, Apple TV und so weiter. Soll der Hub im Schrank verschwinden, positioniert man zusätzlich den IR-Minisender unauffällig beim TV. Danach wird die Hauptzentrale mit Strom versorgt und die zuvor geladene Smartphone- bzw. Tablet- App für iOS oder Android gestartet. Die Einrichtung geht flott von der Hand: Hub über Bluetooth koppeln, ihn mit dem heimischen WLAN verbinden, ggf. noch die Firmware aktualisieren und sich mit dem eventuell schon vorhandenen Logitech Harmony-Onlineprofil einloggen. Fertig. Irgendwie witzig: Logitech schickt nach der Registrierung eine Mail mit Details, in der betont wird, wie einfach das Smart Keyboard doch sei - und verweist zugleich auf Fakten und Erklärvideos. Nunja.

 

Praktisch: Wer bereits eine Logitech Harmony-Fernbedienung mit programmierten Geräten besitzt, kann die vorhandenen Player direkt zur Tastatur kopieren und so das Smart Keyboard schneller verwenden. Aber auch so können gewünschte Player ausgewählt werden, maximal acht an der Zahl. In meinem Fall probierte ich eine PlayStation 3, die Xbox 360, einen Samsung DVR von Kabel Deutschland, einen älteren Toshiba-HDTV, ein Windows-8-Netbook und einen Desktop-PC mit Windows 7 aus. Im Großen und Ganzen funktioniert das Keyboard hier tatsächlich wie eine Universalfernbedienung, nur dass die Tasten verwendet werden, um sich durch Menüs zu hangeln oder Nachrichten zu schreiben.

Alltagskeyboard

Das Logitech Harmony Smart Keyboard lehnt sich bezogen auf Design und Konzept an dem Logitech K400 an, nur dass einige Veränderungen vorgenommen wurden. Die Media-Tasten können jetzt so programmiert werden, dass bestimmte Befehle ausgeführt werden oder sich alle Geräte im Wohnzimmer abschalten. Sonst gibt’s hier ebenfalls ein Standard-Layout, eine Windows-Taste und - wie von Netbooks und Laptops gewohnt - eine Funktionstaste für mehrfach belegte Tastenkombinationen. Unter dem Touchpad befinden sich zwei Maustasten. Sonst ist das Keyboard angenehm leicht, wirkt wertig und besitzt einen guten Druckpunkt. Sehr schön ist die leicht raue Oberfläche, die etwas Luxus versprüht. Wenn das gute Stück mal im Wohnzimmer liegt, dürfte sie kaum auffallen, ist sie doch kaum mit einer hässlich-grauen Tastatur aus dem Office-Bereich vergleichbar.

 

Persönlich muss ich zugeben, dass ich gerade an einem Desktop-Computer lieber mit meiner Logitech K700 tippe, die eine ganze Ecke größer ausgefallen ist, über ein Keypad verfügt und illuminiert ist. Auf eine Beleuchtung verzichtet das Smart Keyboard leider - was gerade im abgedunkelten Heimkino Sinn gemacht hätte. Aber: Die Tastatur ist gut zum sporadischen Schreiben geeignet, ermöglicht das schnelle Navigieren auch am PC (der z.B. am HDTV hängt) und beschleunigt das Verfassen von Messages auf der PlayStation 3 oder Xbox 360. Das Smart Keyboard macht also, was es soll - und das sehr gut sowie mit einem Konzept, das man von Minute zu Minute besser findet.

Die Idee mit dem Hub, den zwei mitgelieferten USB-Empfängern und der Programmierung über das Smartphone - ich mag das wirklich, zumal mir hier sehr viel Flexibilität geboten wird. Und das sollte man nicht unterschätzen: Das Telefon oder Tablet wird mit der Harmony-App zur vollwertigen (!) Universalfernbedienung. Im besten Fall liegen auf dem Wohnzimmertisch also Keyboard und Tablet, um alles zu steuern - optional sogar das Philips Hue-Lampensystem, das Logitech in der eigenen App auch ansprechen lässt. Oder eben weit über 200.000 Entertainment-Geräte der letzten Jahre, mit denen schon die Logitech Harmony-Fernbedienungen kompatibel sind.

Fazit: Eine runde Sache

Ich vermute, dass es den Verantwortlichen bei Logitech wirklich nicht leicht gefallen ist, das Harmony Smart Keyboard möglichst einfach der Zielgruppe zu erklären. Sticks, Kabel, Keyboard - wozu brauche ich das alles? Die Antwort ist eigentlich schnell gefunden, quält man sich seit jeher, bei Apple TV etwas zu suchen, einem Freund aus dem PlayStation Network eine Nachricht zur nächsten Zocksession schicken zu wollen, im Browser des am HDTV hängenden Mini-PCs eine URL einzutippen oder gar beim Mediaplayer nach einem gewünschten File zu gucken. Quasi immer dann, wenn ein Keyboard hilfreich wäre, kommt diese Tastatur zum Einsatz. Der Hub  bringt Infrarot, Bluetooth und WLAN zusammen, sodass eine hohe Kompatibilität sichergestellt ist und niemand für jedes Gerät eine separate Tastatur benötigt. Ich selbst hatte - sicherlich mit wenig exotischen Geräten - keinerlei Schwierigkeiten. Und genau das rechne ich diesem Smart Keyboard hoch an. Es macht Spaß und ich sehe diese kleine, schnittige Tastatur als echten Mehrwert an. Und wer einfach nur den TV-Sender umschalten möchte, nutzt halt das Tablet als Universalfernbedienung. Das geht dank Hub ja auch.

In meinen Augen sind die 140 Euro, die das Harmony Smart Keyboard derzeit kostet, eine gute Investition für all diejenigen, die eine Tastatur im Wohnzimmer brauchen. Und wer gerne konfiguriert, ausprobiert und ohne zu zögern Handbücher liest, wird die (gar nicht mal so hohe) Einrichtungshürde ohne weiteres meistern.

Weitere Details zum Logitech Harmony Smart Keyboard gibt's direkt auf der Hersteller-Webseite. Kaufen könnt ihr es beispielsweise bei Amazon.

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