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01.07.15

Linquisitive Baron Shave Kit: Wiederbelebung der Nassrasur

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Das Baron Shave Kit von Linquisitive kommt ohne Batterien oder Elektronik aus. Stattdessen versammelt es die seit fast hundert Jahren bewährten Utensilien Rasierhobel, Rasierpinsel, Ständer, Rasierklinge und Rasierseifenbehälter in einem praktischen und modernen Set. Die Finanzierung erfolgt über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter.

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Vor knapp hundert Jahren rasierte man sich noch mit dem Messer oder einem Rasierhobel, in den billige doppelschneidige Rasierklingen eingelegt wurden; solche, die man noch heute in jedem Supermarkt erhält. Zur Vorbereitung schäumte man Rasierseife ordentlich mit dem Pinsel aus Schweineborste oder Dachshaar auf. Diese Tradition will Linquisitive mit seinem Baron Shave Kit wiederbeleben.

Denn nicht jeder Freund der Nassrasur ist glücklich mit den modernen Systemrasierern. Immer mehr Klingen, dazu Spielereien wie Mikrokämme, Gleitsubstanzen, batteriebetriebene Vibrationsmotoren, Gel und Schaum aus der Dose haben die Nassrasur zwar teurer, aber nicht unbedingt besser gemacht.

Die Linquisitive-Gründer gehen mit ihrem Baron Shave Kit einen ganz anderen Weg. Sie haben einen klassischen Rasierhobel im modernen Look entworfen, dazu den passenden Rasierpinsel (nicht mit tierischen Borsten, sondern aus schnell trocknenden und haltbaren Synthetikfasern) und ein Reise-Set mit Fach für Rasierklingen und Rasierseife.

[photos title="Linquisitive Baron Shave Kit"]

Ein wenig mehr Gefühl als ein moderner Systemrasierer erfordert so ein Hobel schon. Man sollte ohne jeglichen Druck im richtigen Winkel rasieren und nicht versuchen, gleich im ersten Durchgang babyglatte Haut zu erzielen, sondern ruhig zwei bis dreimal einschäumen und rasieren.

Wie sanft eine Rasur ausfällt, hängt neben der Vorbereitung, der Führung und der verwendeten Klinge auch vom Hobel ab. Davon, wie groß der Spalt zwischen Klinge und Hobelkamm ist und wieviel Klinge die Kopfplatte frei lässt. Einige Verwender bevorzugen Rasierhobel mit glatter Schaumkante (geschlossenem Kamm), andere schwören auf Rasierer mit offenem Kamm.

Der Rasierhobel des Baron Shave Kit besteht aus Edelstahl und ist mit einer schwarzen, laut Entwicklern extrem haltbaren Mattierung überzogen. Auf der einen Seite ist der Kamm geschlossen, auf der anderen offen. Seltenrasierer können zum Beispiel die längeren Barthaare im ersten Durchgang mit dem offenen Kamm kürzen und im zweiten Durchgang die Seite mit der geschlossenen Schaumkante verwenden, um die Haut babyglatt zu bekommen.

Noch bis zum 21. Juli 2015 können sich Freunde der Nassrasur ein Baron Shave Kit auf Kickstarter sichern. Umgerechnet rund 167 Euro kostet das Set mit Travel Kit, Rasierhobel, Rasierseife, Rasierpinsel und einem Jahresvorrat an Klingen (60 Stück). Weitere Infos gibt es auch auf der Website Baron Shave.

Wem das alles zu teuer ist, der kann den Einstieg in die Hobelrasur auch für unter 20 Euro wagen. Einen Wilkinson Rasierhobel findet man mit Klingen in jedem Super- oder Drogeriemarkt für ein paar Euro, einen balea-Pinsel mit synthetischen Fasern gibt es bei dm für acht oder neun Euro und eine Rasiercreme oder Rasierseife als Stick kostet auch nicht die Welt.

Schaut man sich dann noch im Forum von gut-rasiert oder im NassRasur.com-Forum um, taucht man ein in eine neue Welt, in der eine scheinbar lästige Pflicht als tägliches Vergnügen betrachtet wird. Aber Achtung: Hat man erst einmal Geschmack daran gefunden, kann aus der Vorliebe für die Nassrasur mit Rasierhobel ein Hobby werden, bei dem man nach und nach für Hobel, Klingen, Pinsel, Seifen und After Shave und anderes Zubehör mehr ausgibt als vorher für Systemklingen.

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