18.12.13

LG Chromebase: Tischcomputer mit Google Chrome OS im iMac-Style

LG Chromebase

Nach einer Reihe von Chromebooks in diesem Jahr, kommt mit dem LG Chromebase nun ein Tischcomputer mit Googles Chrome OS auf den Markt. LG war bisher noch gar nicht beim Thema Chrome OS aktiv geworden, attackiert nun aber eher Apple als Microsoft.

 

Es ist eigentlich völlig egal, ob Googles Chrome OS ein vollwertiges Betriebssystem ist, ob man ebenso gut wie mit Windows damit arbeiten kann und ob die Hardware der meisten Geräte mit denen anderer PCs vergleichbar ist. Tatsache ist, dass Google es mit seinem Cloudsystem in diesem Jahr geschafft hat, Microsoft gehörig auf die Nerven zu gehen. Eine Reihe eher fragwürdiger Anti-Werbespots aus Redmond war die Folge.

Aber warum nur Microsoft damit ärgern, wenn man auch dem anderen Erzrivalen ein Schnippchen schlagen kann? LG hat heute Chromebase vorgestellt, einen Tischcomputer mit Chrome OS, der sicher nicht ganz zufällig eine verblüffende Ähnlichkeit mit Apples aktuellem iMac aufweist. Auch hier geht es Google nicht darum, Apples starker iMac-Linie technisch gesehen ernsthafte Konkurrenz zu machen. Aber vielleicht mag hier ja der eine oder andere zuschlagen, dem ein iMac zu teuer ist.

Deutlich schwächer als ein iMac

Noch sind nicht alle Details bekannt. Immerhin so viel: Die Chromebase soll mit einem nicht näher benannten Intel Celeron-Prozessor der neuesten Generation arbeiten - die etwas leistungsschwächere, dafür aber energiesparende Variante zu Intels Core-Serie. Der Arbeitsspeicher fasst 2 GB RAM, was ebenso knapp bemessen ist, wie der SSD-Speicher mit 16 GB. Eine Webcam mit 1,3 Megapixeln ist drin, die HD-Videos mit 720p aufzeichnen kann.

Als Schnittstellen stehen zur Verfügung: 2x USB 2.0, 1x USB 3.0, Ethernet und ein HDMI-Eingang. Das 21,5-Zoll-Display löst in Full HD auf (1.920 x 1.080 Pixel). Dabei wird es sich voraussichtlich nicht um einen Touchscreen handeln. Die Kollegen von Winfuture haben noch weitere Details ausgemacht. So soll WLAN-n konfiguriert sein und beim Prozessor soll es sich um einen Celeron 2955U handeln, den gleichen Dualcore mit 1,4 GHz, der auch in Dells und Acers aktuellen Chromebooks zu finden ist.

 

Um das einmal in Relation zu setzen: Apples "Einstiegs"-iMac verfügt ebenfalls über ein 21,5-Zoll-Display. Selbst die schlechteste Konfiguration davon ist mit einem Quadcore-Prozessor Core i5 mit 2,7 GHz, 8 GB RAM und 1 Terabtye-Festplatte (oder 256 GB SSD) ausgestattet. Das einzige, wo LGs Chromebase überhaupt mithalten kann, ist die HD-Frontkamera und die gleiche Full-HD-Display-Auflösung.

Wie seinerzeit der EeePC

Aber dafür zahlt man für einen iMac auch mindestens 1.200 Euro. LG hat die Preise für die Chromebase noch nicht genannt - das Gerät soll erst zur bald startenden Consumer Electrics Show in Las Vegas Anfang Januar vorgestellt werden. Ich rechne aber mit Preisen unterhalb von 500 Euro. Und auch wenn das technisch kein gleichwertiger Ersatz für ein iMac ist: Der eine oder andere mit einem niedrigeren Budget dürfte sich "Was soll's?" sagen und sich das mit dem Chromebase einmal genauer anschauen.

Googles Strategie bleibt interessant: Ärgere die anderen mit etwas Neuem, mit Einstiegsgeräten und mit deutlich niedrigeren Preisen. Das erinnert ein wenig an den Netbook-Boom Ende des abgelaufenen Jahrzehnts. Der damals noch kaum bekannte Hersteller Asus mischte dabei die elitäre PC-Welt mit seinem EeePC auf: deutlich schwächere Hardware, aber ein kompakteres Format zum Schlagerpreis. Und vor allem mal etwas Neues. Nach Windows-PCs scheinen nun auch Macs ins Visier von Google zu geraten.

Wir bleiben gespannt, ob wir im kommenden Jahr noch weitere Geräteklassen mit Chrome OS sehen werden. Und uns würde mal interessieren, ob Systeme mit Chrome OS für euch in Frage kämen. Kämen sie?

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