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16.07.13

Intelligentes Schreibwerkzeug: Vibrierender Lernstift jetzt auf Kickstarter

Der Lernstift soll bei der Rechtschreibung helfen.

Der Lernstift nimmt Gestalt an: Das intelligente Schreibwerkzeug des Österreichers Falk Wolsky wirbt derzeit auf Kickstarter um Interessenten. Seit dem vergangenen Dezember, als wir das Projekt erstmals vorstellten, hat sich vieles getan. Unter anderem ist ein weiterer Geschäftsführer mit eingestiegen, und mehrere Partner unterstützen den schlauen Stift, der noch vor Jahresende Realität werden soll.

Der Lernstift soll bei der Rechtschreibung helfen.

Ein Stift, der vibriert, wenn man ein Wort falsch schreibt: Das war das interessante Projekt von Falk Wolsky, das wir euch im vergangenen Dezember vorgestellt haben. Damals noch mehr Idee als Realität, hat das Lernstift-Projekt nun konkrete Formen angenommen.

Mit Daniel Kaesmacher stieg ein weiterer Geschäftsführer ins Projekt ein. Der französische CAD-Spezialist Consumer Goods halft bei der Innenkonstruktion, Visionobjects bei der Software und das Stuttgarter Industriedesign-Haus ipdd bei der Ergonomie. Nun findet sich das Projekt auf der britischen Version von Kickstarter.

Dort kamen nach fünf Tagen knapp 16.000 britische Pfund zusammen. Nicht wenig, aber auch noch nicht annähernd genug angesichts des Ziels von 120.000 Pfund, das in 23 Tagen erreicht sein soll. Im Video erklären Wolsky und der neue CCO Kaesmacher die Eckdaten des Projekts:

Als deutlich konkreter entpuppen sich dabei die Software-Funktionen des Lernstifts. So soll es möglich sein, dass mehrere Schreiber zusammen an einem Dokument schreiben. Der Lernstift soll die Dateien gleichzeitig in einem Office-Dokument oder PDF speichern können. Ferner will das Team ein App-Ökosystem um den Stift herum bauen. Eine Idee wäre es etwa, dass ein Smartphone oder Tablet in Echtzeit anzeigt, ob der Schreiberling einen Fehler macht und wo.

Das Lernstift-Team plant, die ersten hundert Geräte im November auszuliefern - dieses Early-Bird-Package für umgerechnet rund 115 Euro inklusive Versand ist bereits ausverkauft. Weitere Kickstarter-Förderer sollen ihren Stift für rund 11 Euro mehr im Dezember bekommen, der Rest der Welt bei erfolgreicher Finanzierung Anfang 2014.

Hilfe von Investoren

Über Kickstarter alleine wird das Lernstift-Team die gesamt benötigten 600.000 Euro nicht einnehmen können und wollen. 200.000 Euro hat man bereits von Investoren erhalten, die erhofften mindestens 140.000 Euro (= 120.000 Pfund) auf Kickstarter sollen noch um weitere Investorengelder auf dann 600.000 Euro gestreckt werden. Den Umweg über die britische Version musste das Team gehen, weil es für Kickstarter noch keine Lokalisierungen auf dem europäischen Festland gibt.

Der Schritt des kleinen Teams ist mutig. Crowdfunding ist in Europa noch keinesfalls so etabliert wie in den USA; die Gefahr, dass die Kickstarter-Aktion misslingt, also durchaus gegeben. Die Flucht nach vorne könnte sich aber als die richtige Entscheidung entpuppen. Gemessen am Stand vom Dezember hat Wolsky hier im vergangenen halben Jahr einen beachtlichen Schritt nach vorne getan.

Knackpunkt ist allerdings der Nutzen des Stifts. Wird man den wirklich brauchen? Ist das ein ergonomisches Lernen und eins, das Menschen bei der Alphabetisierung wirklich hilft und dabei Spaß macht? Nach unserem ersten Artikel über Lernstift im Dezember entspann bei unseren Lesern eine Diskussion über den Sinn und Nutzen des Schreibutensils. Und die Fragestellung bleibt aktuell. Was die Finanzierung und die Werbung für das Projekt angeht, traue ich Wolsky und Kaesmacher allerdings durchaus zu, den Lernstift in absehbare Zeit in die Schreibwarengeschäfte zu bekommen.

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