21.02.08

Lenovo X300 vs. Apple MacBook Air: Kopf- vs. Bauchentscheidung

Gegenüberstellung Lenovo-MacBook Air

Lenovo X300 oder Apples MacBook Air? Bald hat man die Qual der Wahl. Wer sich partout nicht entscheiden kann, welches das bessere Notebook ist, den könnte unser Vergleich interessieren.

Beide tauglich für den Postversand: Lenovo X300 meets Apple MacBook Air.

Kaum dass erste Gerüchte über das neue Lenovo Subnotebook bekannt wurden, wurde in einem Atemzug auch immer Apples MacBook Air genannt. Verwunderlich ist das nicht, angesichts ähnlicher Ausmaße und einem ähnlichen potentiellen Kaufpublikum. Den Punkt in Sachen Begehrenswertigkeit muss man angesichts des Designs wohl klar an das MacBook Air geben (Peter Hogenkamp konnte das ja schon im Selbstversuch feststellen), aber oft genug sind es ja auch die inneren Werte, die zählen.

 

Was hier folgt, ist ein Vergleich der verbauten Hardwareteile. Dazu muss aber gesagt sein: Alle Spezifikationen für das X300 beziehen sich auf die bisherigen Angaben aus der großen und bunten Gerüchteküche, mangels offizieller Informationen seitens Lenovo.

Fangen wir an mit der Dicke der beiden Duellanten. Mit 2,33cm ist das X300 gerade mal knapp 4mm dicker als das MacBook Air. Auch das X30 passt bequem in die Manila-Umschläge, in denen sich schon das MBA wohlfühlt. Wie viel 4mm im täglichen Gebrauch ausmachen, stelle ich jetzt mal in den Raum. Auch in Sachen Gewicht nehmen sich die beiden wenig. Offizielles Gewicht des MBA ist 1,36kg, der schwarze Konkurrent bringt es auf 1,3-1,4kg.

Ein Patt gibt es in der Wahl des Displays: Beide setzen auf ein 13,3" LED-Display mit Hintergrundbeleuchtung. Einziger Unterschied ist, dass das ThinkPad bei gleicher Displaygröße eine höhere Auflösung bietet.

Ein klassischer Nachteil, den auch Apples iPods mit sich tragen, ist der fest installierte Akku. Wenn der alle ist, kann man ihn nicht so einfach austauschen. Anders ist da das X300: Dank austauschbarem Akku kann man ihn auch über die 4 1/2 Stunden Betriebsdauer hinaus benutzen, wenn gerade keine Steckdose in der Nähe ist.

Tendenziell netzwerkfähiger ist im direkten Vergleich das X300. Beide verfügen über Wi-Fi und Bluetooth, in der Basisversion ist beim X300 zusätzlich noch ein Ethernetanschluss vorhanden. Das fehlen von letzterem wird dem MacBook Air vermutlich nicht zum Verhängnis werden, aber manchmal ist ein schlichter Netzwerkanschluss einfach Gold wert. Zusätzlich besteht beim X300 die Möglichkeit, die Basisversion mit UMTS- und GPS-Modul auszustatten. Lobenswert.

Neben dem Ethernetanschluss besteht beim MacBook Air auch ein mangel an sonstigen Anschlüssen. Lediglich ein USB-Port ist vorhanden, während der Konkurrent drei bietet. Will man an die Notebooks einen Beamer o.Ä. anschließen, geht das beim X300 mittels dem üblichen VGA-Anschluss, über Apples Micro-DVI kann man mit DVI und VGA arbeiten (die dazu nötigen Adapter sind standardmäßig im Set enthalten). Als kleines Schmankerl soll das X300 außerdem über einen Line-In verfügen.

Festplattentechnisch geht der Preis an Apple. Während Lenovo zum aktuellen Stand der Informationen nur eine Version mit teurer Solid State Disk anbieten wird, kann man bei Apple auch eine "günstige" Variante mit normaler ATA-Festplatte bekommen. Im Gegenzug dazu verfügt das X300 über einen internen DVD-Brenner, bei Apple muss man für das externe SuperDrive-Laufwerk nochmal zusätzliche Kosten (100 Euro) rechnen.

Ein eher kleines Detail ist die Tatsache, dass die eingebauten Lautsprecher des MacBook Air nur auf Mono-Sound ausgerichtet sind, während das X300 Stereo-Sound hat. Für mich allerdings fraglich, ob man den Unterschied wirklich hört, so blechern wie Laptoplautsprecher oft tönen.

Eine Bewertung entziehen möchte ich der Rubrik "Kamera", da bisher keine Angaben gemacht wurden zur internen Kamera des X300. Dass es eine geben wird, beweisen erste Produktfotos zumindest ansatzweise, aber von der Auflösung ist nichts bekannt. Apple legt auf jeden Fall vor mit einer simplen 0,3-Megapixel iSight.

Was Tastatur und Cursorbenutzung angeht, muss jeder selber wissen, was er am besten findet. Das MacBook Air zeigt sich wie gewohnt mit Multifunktionstrackpad und beleuchtetem Keyboard, während das X300 auf das hauseigene ThinkPad-Keyboard mit Trackpoint und ein schlichtes Touchpad setzt.

Wer mit seinem Notebook mehr anstellen möchte als nur Textverarbeitung, der braucht entsprechenden Arbeitsspeicher. Standardmäßig kommen beide Rechner mit 2GB RAM, das X300 lässt sich auf maximal 4GB erweitern.

In Sachen Prozessorleistung hat Lenovo zumindest vom Nennwert die Nase vorn. Einen 2 Ghz Intel Core 2 Duo wird ihr neues Subnotebook voraussichtlich mit sich tragen, während es beim MacBook Air maximal 1,8GHz sind. Dazu muss aber deutlich gesagt werden, dass die Apple-Betriebssysteme für gewöhnlich mehr aus einem Prozessor holen als Windows. So zumindest meine Erfahrung im Alltag.

Zum Abschluss kommen wir zu den wirklich harten Fakten. Bewusst habe ich in der Vergleichstabelle auf die Dollar-Preise gesetzt, das für das X300 bisher nur der Preis für den amerikanischen Markt angegeben ist. Es wäre schon reichlich unfair, einen Dollar-Euro-Umrechnungskurs mit den lokalen Applepreisen zu vergleichen.

Bedenkt man die Tatsache, dass Lenovo nur auf das teure SSD-Laufwerk setzt, ist der Unterschied zum Apple-Modell gar nicht so gravierend. Zwischen 2700 und 3000 Dollar wird man für das X300 wohl mindestens ausgeben müssen, um es sein Eigen nennen zu können. Durch die günstigere Konfiguration mit der normalen Festplatte spart Apple tendenziell an der Zugriffsschnelligkeit, aber auch am Preis. Wobei 1800 Dollar sicher immer noch viel Geld sind für das Maß an Technik, welches man sich damit nach Hause holt. Wer aber auch auf Design steht, der wird mit dem X300 sicher eher weniger seinen Spaß haben. In nüchternem Schwarz reiht es sich teilnahmslos in die traditionelle ThinkPad-Reihe ein, während Apples MacBook Air in schniekem Aluoutfit daher kommt.

Rein von der Hardware betrachtet würde ich mich übrigens für das ThinkPad entscheiden. Und sollten sie doch noch eine Version mit normaler Festplatte anbieten, ist da X300 sicher auch preislich die bessere Alternative. Wenn die Augen dann doch nicht größer sind als Verstand, versteht sich.

Zur verbesserten Übersichtlichkeit hier nochmal der komplette Vergleich in Tabellenform:

 

 

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