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06.06.16

Connected Home

Knocki: Tisch, Wand oder Tür – so wird fast jede Oberfläche „smart“

Jürgen Kroder

Dieses Crowdfunding-Projekt ist ein voller Erfolg. Es macht durch einfache Klopf-Geräusche aus dem Büro oder den eigenen vier Wänden ein Connected Home. Zumindest, wenn man die richtigen Voraussetzungen dafür erfüllt.


(Bild: Knocki)

Die Digitalisierung des Lebens

Kühlschränke, die selbständig Essen nachbestellen, und Lautsprecher, die ein Taxi rufen: Die Zukunft gehört dem Internet of Things (IoT). Das wird durch Geräte möglich, die mit Prozessoren und Sensoren ausgestattet sind. Zudem lebt das Internet der Dinge durch die wachsende Vernetzung.

Bis wir alle flächendeckend in einem Connected Home bzw. Smart Home arbeiten und wohnen oder mit autonomen Connected Cars von A nach B gefahren werden, dauert es noch ein paar Jahre. Um die Zukunft schon heute erleben zu können, gibt es verschiedene Vorstöße – einerseits von Großunternehmen wie Google, andererseits von kleinen, unbekannten Firmen. Von Letzteren stammt Knocki.

Sieht aus wie ein Rauchmelder, kann aber mehr

Bei Knocki handelt es sich um ein rundes, schmales Kästchen in der Größe einer Hand. Mit einem Klebestreifen befestigt man es an Türen, an Wänden, unter oder auf dem Tisch. Klopft man anschließend an oder auf die entsprechende Oberfläche, wird der Lieblingssong gestartet, das Licht eingeschaltet, der Wecker ausgestellt, der Kaffee gekocht oder eine Message ans Smartphone gesendet.

Im Gegensatz zu Google Home oder Amazon Echo reagiert Knocki nicht auf Sprachbefehle, sondern nur auf Vibrationen. Was geschehen soll, wenn man beispielsweise auf einen Tisch tippt, wird mir der Knocki-App für iOS und Android definiert. Die smarte Erfindung nimmt dann über WiFi Kontakt zu dem entsprechenden Gerät auf (sofern das angesprochen werden kann) und führt die vorprogrammierten Befehle aus. Das klappt zum Beispiel mit den Philips Hue-Lampen, dem Nest Thermostat oder dem WeMo Coffemaker, nicht aber mit handelsüblichen Kaffeemaschinen oder Glübirnen.

Das Praktische ist: Je nachdem, wie oft man auf den Tisch, gegen die Wand oder an die Tür klopft, wird ein anderer Befehl ausgeführt. So kann beispielsweise ein zweifaches Klopfen dafür sorgen, dass Spotify mit einer bestimmten Playlist gestartet wird. Und mit einem dreifachen „Knock“ wird das Licht gedimmt und der Fernseher eingeschaltet. Es sind also nicht nur einzelne Befehle, sondern auch Verknüpfungen möglich.

Ein durchschlagender Crowdfunding-Erfolg

Knocki ist noch kein kommerzielles Produkt. Stattdessen handelt es sich um ein Crowdfunding-Projekt, das auf die Spenden von Unterstützer angewiesen ist. Besser gesagt: war. Laut den Planungen sollen bis Ende Juni 2016 mindestens 35.000 US-Dollar über Kickstarter zusammenkommen, damit das Gadget in Produktion gehen kann. Dieses Ziel wurde mehr als übertroffen: Bereits bis Ende Mai wurde fast das Zwanzigfache (rund 600.000 Dollar) gespendet.

Aufgrund des Erfolges schnellten die Preise für Knocki in die Höhe. Die „Early Birds“ konnten das smarte Zubehör für das Conncted Home für nur 59 Dollar erstehen, der aktuelle Preis liegt bei 99 Dollar. Sollte alles nach Plan verlaufen, werden im Dezember 2016 die ersten Knocki-Kästchen an die Unterstützer ausgeliefert. 

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