01.08.13

Kite: Kleiner Sticker soll Stechmücken für 48 Stunden fernhalten

Kite: Ein kleiner Sticker soll Leben retten.

Ein kleiner bunter Sticker soll Mücken für mindestens 48 Stunden von Menschen fern halten. Mit dieser bereits erfolgreich erprobten Idee sammelt das Projekt Kite derzeit Geld über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo. Unklar ist derzeit nur, welche Inhaltsstoffe die Forscher dafür verwenden.

Kite: Ein kleiner Sticker soll Leben retten.

Einen Orden für denjenigen, der etwas Wirksames gegen Mücken erfindet, wird sich so mancher dieser Tage gedacht haben, der von den Biestern zerstochen wurde. Nun, dann her mit dem Orden, denn die Erfinder des Kite-Projekts haben tatsächlich etwas gegen Stechmücken erfunden: einen kleinen, bunten Sticker, den man auf seine Kleidung aufbringt.

Für mindestens 48 Stunden soll Kite seinen Träger vor den Plagegeistern schützen, indem es deren CO2-Rezeptoren vernebelt. Die Mücken erkennen schlicht nicht mehr, wo sich ein Mensch befindet, der einen Kite-Sticker trägt. Spezielle, patentierte Inhaltsstoffe sollen für diesen Effekt sorgen. Welche das genau sind, verraten die Gründer leider nicht. Es soll allerdings für Menschen unbedenklich sein.

 

 

In etwa zehn bis 14 Monaten sollen diese Sticker marktreif sein. Teilnehmer der Crowdfunding-Aktion können ab 10 US-Dollar Investitionssumme teilnehmen und damit fünf Kite-Sticker spenden. Ja, spenden, denn in erster Linie richtet sich Kite an Projekte in Ländern mit schlechteren hygienischen Bedingungen, dort wo Stechmücken nicht nur Plagegeister sind, sondern tödliche Krankheiten wie Malaria, Denguefieber oder das Westnilvirus übertragen. Zunächst sammelt man Spenden für ein Projekt in Uganda. Unterstützt wird Kite bereits durch die Gates Foundation von Melinda Gates und ihrem deutlich bekannteren Gatten, Microsoft-Gründer Bill Gates. (Der Mann, der uns einst Windows 98 unterschob und sich dann vom Saulus zum Paulus wandelte. Aber das ist eine andere Geschichte.)

Inhaltsstoffe? Betriebsgeheimnis!

Auf Indiegogo wollte Kite eigentlich nur 75.000 Dollar einsammeln, schon jetzt, 30 Tage vor Ende der Aktion, kamen mehr als 300.000 Dollar zusammen. Bis zu 20.000 Dollar kann man für das Projekt spenden. Wer selbst in den Genuss der Sticker kommen will, muss mindestens 35 Dollar bezahlen und erhält dann zehn Sticker. Gleichzeitig gehen von dem Geld 10 Sticker an eine Familie in Afrika. Ohne Spende also gibt es vorerst keine Sticker für den persönlichen Gebrauch.

vimeo.com/70493319

Das Projekt in Uganda soll ein Feldtest sein. Erst bei erfolgreichem Verlauf sollen die Sticker auch in westlichen Märkten zu kaufen sein. Wohl nur noch eine Frage von wenigen Jahren, bis wir die Sticker hierzulande in der Apotheke oder gar dem Supermarkt kaufen können. Kite weist allerdings darauf hin, dass die Sticker keinen absoluten Schutz gegen Mückenstiche bieten. Moskitonetze und passende Kleidung seien nach wie vor notwendig. Auch die Langzeitfolgen sind noch lange nicht erforscht. Insekten bilden in Folgegenerationen oft eine Resistenz gegen Abwehrstoffe. Unklar also, wie lange Kite funktionieren wird.

Sechs Jahre Forschung

Und was nun letztendlich drin ist, verraten die Forscher ebenso wenig. Laut der eigenen FAQ handele es sich um ein Betriebsgeheimnis. Die Inhaltsstoffe seien allerdings für Menschen nicht bedenklich. Sowohl die US-Arzneimittelzulassungsbehörde FDA als auch die internationale Standardisierungskommission für Geruchsstoffe IFRA haben Kite genehmigt. Die Sticker sollen im Übrigen auch zahlreiche Tiere wie Hunde, Kühe, Schweine und Pferde schützen können und womöglich auch gegen andere Plagen wie die Tsetse-Fliege helfen. Das allerdings sei noch nicht erprobt.

Die kreativen Köpfe hinter dem Projekt sind Grey Frandsen (Teamleiter), Michelle Brown (Leitung der Forschung) und Torrey Tayanaka (kreative Leitung), die zusammen jeweils sechs Jahre an der Universität von Kalifornien Riverside und den Olfactor Laboratories an geeigneten Stoffen geforscht haben. Die Crowdfunding-Aktion läuft noch bis Ende August - der Kampf gegen Stechmücken und tödliche Krankheiten hat gerade erst begonnen.

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