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09.07.14

Kingston MobileLite Wireless G2 im Test: Mobiler Fastalleskönner mit Ethernet-Anschluss

Kingston MobileWireless G2. Bilder: Jürgen Vielmeier, Kingston

Warum eine externe Festplatte, einen Reserveakku und einen mobilen Router mitschleppen, wenn man alles in einem Gerät haben kann? Das zumindest will der Kingston MobileWireless G2 bieten. Im unserem Test schlägt sich das optisch aufgehübschte Gerät auch gut - bis auf ein kleines Detail, das uns in leichte Panik versetzte.

 

Ich brauche eigentlich beides mittlerweile für mein Nexus 4: einen Reserveakku und eine mobile Festplatte. Beim Kauf damals ging ich davon aus, dass ich mit den 8 GB internen Speicher und dem Akku schon irgendwie über den Tag käme. Falsch gedacht.

Ideal für diese Zwecke eigentlich: ein Reserveakku mit zusätzlichem Speicher. Kingston hat hier vor gut einem Jahr bereits den MobileLite Wireless vorgestellt - und diesen nun optisch und funktionell verbessert. Interessantestes Detail: Die Kombination aus Reserveakku und mobilem Datenserver verfügt nun über eine Ethernet-Schnittstelle. Im Test schlägt er sich gut, wenn man einige Dinge beachtet.

 

Bereits der Vorgänger fiel mir auf, weil er sich durch einige Extrafunktionen von der Masse der Reserveakkus abhob. Zusätzlich zum Akku dient der erste MobileLite Wireless noch als USB-Hub und Wireless-Router und bietet einen Steckplatz für SD-Karten, um Inhalte mit bis zu drei Empfängern zu teilen.

Schwierigkeiten mit USB-Surfstick

In der verbesserten zweiten Version MobileLite Wireless G2 darf diesmal nun auch das Auge mitessen: Das Gerät sieht erheblich modischer und weniger funktional aus als der Vorgänger. Die Lademenge des Akkus wurde von 1.800 auf 4.640 mAh mehr als verdoppelt. Der Wireless G2 unterstützt nach wie vor USB-fähige Datenträger über die USB-Schnittstelle, kann allerdings auch über 3G- oder 4G-Surfsticks ins Netz gehen - zumindest theroretisch. Unser Test mit einem Huawei E3131-HSPA+-Surfstick misslang leider, weil die Kingston-App nach Passwörtern, Logins und APNs fragte, die für den Stick nie vergeben wurden. Der Stick wird für gewöhnlich einfach in einen Laptop gesteckt und läuft. Die manuelle Konfiguration auf dem Wireless G2 war leider gar nicht plug-and-play.

Update: Kingston schreibt mir auf Nachfrage, dass derzeit nur acht USB-Surfsticks mit dem Wireless G2 kompatibel sind. Der von mir verwendete E3131 von Huawei ist leider nicht darunter. /Update

 

Besser funktionierte dafür die Verbindung über WLAN. Der Wireless G2 kann sowohl als WLAN-Hotspot dienen, als auch über einen WLAN-Router gespeist werden, funktioniert also als Extra-Router oder Repeater. Die Signalstärke: erstaunlich. Die Signale des Wireless G2 schafften es ohne externe Antenne sogar durch eine Wand und bei geöffneten Türen zwei Räume weit. Weiter kommt da selbst die Standard-Fritzbox meines Providers mit zwei Antennen nicht.

Gravierende Sicherheitslücke

Dank der eingebauten Ethernet-Schnittstelle könnte man den Wireless G2 auch als Standard-Router verwenden. Wozu Ethernet in einem mobilen Router? Zum Beispiel auf Reisen in einem Hotelzimmer. Dort wird ein Internetzugang vielfach über LAN angeboten. Der Wireless G2 könnte hier für Laptop, Smartphone, Tablet, Kamera oder was immer mit Daten versorgt werden muss, als Hotelzimmerrouter dienen.

 

Der Anschluss über Ethernet funktioniert sehr einfach, um nicht zu sagen: etwas zu einfach. Per Kabel am Router angeschlossen, gibt der Wireless G2 ein WLAN frei, auf das man mit dem Smartphone oder Laptop einfach zugreifen kann. Schon ist man drin, kein Passwort, keine Sicherheit notwendig, einfach einwählen und fertig. Ja, aber die Verschlüsselung? Sicherheit? Ist standardmäßig nicht eingestellt. Von Haus aus versendet der Wireless G2 die Daten unverschlüsselt ohne Passwort. In meinem Test hatte ich gerade eine SD-Karte mit allen Fotos meiner Kamera der vergangenen zwei Jahre eingesteckt. Nach einer Schrecksekunde sprang ich auf und zog sie erst einmal aus dem Gerät heraus. Praktisch jeder Nachbar in Reichweite hätte zu diesem Zeitpunkt auf meine Daten und meine Internetverbindung zugreifen können.

 

Über die App des Geräts lässt sich eine WPA2-Verschlüsselung einstellen. Diese ist aber, wie gesagt, standardmäßig nicht aktiviert und für den Betrieb nicht zwingend vorgeschrieben. Das ist meines Erachtens eine grobe Sicherheitslücke, die Kingston hier eingeht und schleunigst nachbessern sollte.

Starke App

Mühe hat sich der Hersteller dafür bei der App gegeben. Die bietet in Sekundenschnelle Zugriff auf eingesteckte Speicherkarten und USB-Sticks - wenn auch nur, sofern man sich im WLAN der Box befindet. Einen anderen Zugriff gibt es leider nicht. Dafür bietet die App eine erstaunlich einfache Möglichkeit, Bilder, Daten und Videos zu versenden oder in sozialen Netzwerken zu teilen. Das eignet sich besonders für das schnelle Teilen von Bildern einer Digitalkamera, wenn diese keine eigene WLAN-Funktionalität besitzt und man gerade keine Eye-Fi-Karte zur Hand hat. Ferner kann die App Bilder anzeigen und Videos abspielen.

 

Der Wireless G2 verfügt wie sein Vorgänger ebenfalls nicht über eine integrierte Festplatte. Man ist auf den Speicher angewiesen, den man in Form von USB-Sticks oder SD-Karten (ein Adapter für Micro-SD-Karten befindet sich im Lieferumfang) selbst dort einsteckt. Auch eine externe Festplatte ließe sich daran anschließen und damit im Netzwerk teilen. Vorsicht auf jeden Fall auch hier beim Thema Sicherheit! Was das Paket zusätzlich abrunden würde: ein Steckplatz für eine Micro-SIM-Karte, so dass man den Wireless G2 auch ohne schwer zu installierenden Surfstick als Mobilfunkrouter benutzen könnte.

Fazit

Kingston ist mit dem MobileLite Wireless G2 eine starke Weiterentwicklung gelungen. Mit besserer Funktionalität, erheblich mehr Akkuladung, einer durchdachten, leicht bedienbaren App, dem Schmankerl Ethernet und einem deutlich hübscheren Design ist die zweite Version des MobileLite Wireless ein erheblicher Fortschritt im Vergleich zum Vorgänger. Etwas umständlich, dass man erst ins WLAN der Box wechseln muss, um sich mit ihr zu verbinden. Eine zusätzliche Unterstützung via Bluetooth wäre hier optimal, ebenso wie ein (Micro-)SIM-Kartenslot. Und ein wenig zu lax auch die standardmäßigen Sicherheitseinstellungen: Eine WPA2-Verschlüsselung lässt sich zwar nachträglich konfigurieren, von Haus aus allerdings sind Daten und Übertragung völlig ungesichert.

 

Weiß man, was die Box kann und was nicht und stellt man schleunigst nach der Inbetriebnahme eine branchenübliche Verschlüsselung her, dann kann man am MobileLite Wireless G2 viel Freude haben. Kostenpunkt derzeit etwa bei Amazon: um die 50 Euro.

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