Hier finden Sie weitere Artikel aus der Themensammlung Technik

13.12.11

Kenwood Autoradio KDC-DAB41U im Test (1): DAB+ im Auto nachrüsten

Kenwood KDC-DAB41U (Bild: Kenwood)

DAB+ ist seit August deutschlandweit verfügbar. Doch obwohl Digital Audio Broadcast ursprünglich für den Empfang im Auto optimiert wurde, ist der Umstieg auf das digitale Radio ein schwieriges Unterfangen. neuerdings.com liess sich davon jedoch nicht abschrecken.

Wer mit dem üblichen UKW-Rundfunkprogramm - "die heissesten Hits aus den 50er, 60ern, 70ern, 80ern, 90ern und von heute - von allem etwas, von nichts genug", dazwischen Flachwitze und das Wetter, nicht glücklich wird, muss CDs hören. Oder sich ein Radio einbauen, das auch DAB empfängt. Da gibt es nämlich statt der Musikmixe für jeden auch Spartenprogramme mit eigenen Musikrichtungen, ob Jazz, Rock oder (wer's mag) auch Schlager und Volksmusik. Und - jedenfalls bislang - weniger nervigem Gequassel.

Autoradios für das erweiterte DAB+ gibt es dagegen noch kaum, da zumindest die deutschen Autohersteller den Einbau von Fremdradios kaum mehr zulassen, indem sie mutwillig Funktionen des Bordcomputers mit dem Werksradio verknüpfen. Ein BMW oder Mercedes ist mit dem Ausbau des Werksradios mittlerweile so schwer gehandicapt, dass man von so einer Umrüstung nur abraten kann. Doch jeder weiß: Werksradios sind wiederum nicht nur überteuert, sondern oft auch weniger leistungsfähig als Nachrüstgeräte, auch wenn sich das über die Jahre etwas gebessert hat. DAB oder gar DAB+ findet man hier jedoch sehr selten, weil die Automobilkonzerne alles Zubehör langfristig planen und auf automobile Robustheit und Zuverlässigkeit prüfen und es daher gut 10 bis 20 Jahre benötigt, bis neue Technologien hier serienmässig Einzug halten.

 

Für mich ist dies allerdings ohnehin irrelevant, da weder Budget noch Prioritätensetzung einen Neuwagen gestatten. Doch dies hat auch Vorzüge: In einem gebrauchten VW Polo ist es (noch) möglich, ein eigenes Radio einzubauen.

Mit diesem war ich seitdem auch sehr zufrieden. Leider wird allerdings der von mir im Auto bevorzugt gehörte Sender entgegen früherer Zusagen ("wegen der vielen nur DAB empfangenden Autoradios werden nur neu hinzukommende Stationen in DAB+ ausgestrahlt, der Bestand sendet weiter in DAB ohne +") zum Jahreswechsel 2011/2012 oder zumindest wenige Wochen später auf DAB+ zwangsumgestellt .

Bosch/Blaupunkt hat nach vielen Jahren unrentablen Investitionen in DAB die digitalen Brocken hingeworfen und zudem die Sparte mit Autoradios und Navis zum Nachrüsten abgestossen: Es werden zukünftig nur noch Werksradios unter dem Namen Bosch hergestellt.

Deutsche DAB+-Autoradios zum Nachrüsten gibt es aus den bereits erwähnten Gründen nicht, und auch kaum deutsche DAB+-Radios anderer Bauart: Die klassischen deutschen Marken wie Blaupunkt, Dual, Grundig oder Telefunken, unter denen DAB+-Empfänger angeboten werden, wurden längst an ausländische Hersteller verkauft. Nur einige "kleine" wie Terratec sind wirklich in Deutschland ansässig. Absurd ist es daher, wenn immer wieder mal von einer "DAB-Lobby" unter den deutschen Unterhaltungselektronikherstellern geredet wird.

Der heutige Besitzer der Marke Blaupunkt wird die alten Blaupunkt-Produkte wiederum nicht auf DAB+ updaten, da dies technisch nicht vorgesehen war. Es soll allerdings vom "neuen Blaupunkt" ab Februar 2012 einen DAB+-Zusatzempfänger geben, der am USB-Port anschliessbar ist. Einen solchen besitzt der Blaupunkt Woodstock DAB 54 jedoch nicht. Deshalb musste er den Weg in die elektronische (Verkaufs-)Bucht gehen und ein japanisches Autoradio seinen Platz einnehmen: Ein Kenwood KDC-DAB41U.

Ob der KDC-DAB41U die Nachfolge des Blaupunkt "Woody" würdig antreten konnte, verraten wir in der nächsten Folge.

Kenwood Autoradio KDC-DAB41U im Test (2): DAB+-Radiotausch in der Praxis

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer