14.12.11

Kenwood Autoradio KDC-DAB41U im Test (2): DAB+-Radiotausch in der Praxis

Kenwood KDC-DAB41U in Betrieb (Bild: wor)

Der Tausch eines Autoradios erfordert kein Ingenieurstudium, doch der Teufel liegt meist im Detail, vor allem wenn neueste Technik wie DAB+ hinzukommt. Wie klappt der Einbau des Kenwood?

Wir erinnern uns: die Autobeschallung war wegen Umstellung des Lieblingssenders von DAB auf DAB+ aufzurüsten. Dazu sollte ein Kenwood KDC-DAB41U anstelle des bisherigen Blaupunkt Woodstock DAB 54 dienen. Es gibt momentan im deutschen Fachhandel etwa vier bis fünf DAB+-Autoradiomodelle fernöstlicher Herkunft zu Preise zwischen € 160 und € 200. Zugegeben günstiger als das deutsche Blaupunkt-Radio, das selbst via "elektronischer Bucht" fast doppelt soviel gekostet hatte.

Meine Wahl fiel auf den Kenwood KDC-DAB41U, weil dieser auch einen iPod mit steuern können sollte. Am Blaupunkt hatte ich diesen zwar mit einem Spezialkabel (serienmässig hatte er keinen externen NF-Eingang) auch anschliessen können, doch war eine sichere Bedienung anschliessend unter der Fahrt undenkbar, auch wenn dies - im Gegensatz zur Bedienung eines Handys - erlaubt wäre.

Im Gegensatz zum letzten Radioumbau wollte ich diesmal selbst zu Werke gehen: Eine DAB-taugliche Antenne und alle nötigen Anschlüsse waren ja nun vorhanden und den eigentlichen Autoradio-Umbau hatte ich früher auch immer selbst vorgenommen.

Der DAB-Anschluss ist derselbe wie beim Blaupunkt-Radio. Leider allerdings nicht der UKW/MW/LW-Antennenanschluss: Hier hat Kenwood noch den klassischen länglichen 150-Ohm-Stecker, die Blaupunkt-Antenne dagegen einen moderneren flachen 60-Ohm-Stecker. Das entdeckte ich natürlich erst Sonntag vormittag nach dem Ausbau des Blaupunkt-Radios, weshalb ich zunächst einmal nur die DAB-Antenne anschliessen konnte.

Mit dem KDC-DAB41U wird eine aktive DAB-Scheibenantenne geliefert. Diese war in meinem Fall überflüssig, da ich ja bereits eine (bessere) DAB-Dachantenne eingebaut hatte, doch erleichtert sie den Umstieg auf DAB für alle, die deshalb nicht ihre vorhandene UKW-Antenne austauschen wollen.

Wer bereits vorher weiss, dass er die DAB-Antenne nicht benötigt, kann das EUR 20 billigere Modell Kenwood KDC-DAB41U erwerben: Hier werden die Tasten rot statt blau hinterleuchtet und die bewusste Scheibenantenne ist nicht mit dabei. Alles andere ist gleich zum KDC-DAB41U.

Der Einbau des Kenwood-Autoradios war unproblematisch, allerdings ist auch der Einbaurahmen mit auszutauschen. Das Kenwood-Gerät ist etwas tiefer als das Blaupunkt-Gerät, einige im Auto bereits vorhandene Kabel waren zunächst im Weg.

Ein Adapterstecker für die hierzulande üblichen Autoradio-Würfelsteckverbinder liegt dem Kenwood-Gerät bei, zusätzlich lassen sich auch noch die gelbe und die rote Leitung (Dauer-Plus und geschaltetes Plus) miteinander tauschen, da VW diese (vermutlich auch wieder, um den Einbau von Fremdradios zu sabotieren) genau umgekehrt benutzt als andere Marken. Wird dies versäumt, leert das Radio bei abgestelltem Fahrzeug die Batterie und verliert dennoch gespeicherte Daten.

Da diese Leitungen bereits seinerzeit durch die Werkstatt getauscht worden waren, war dies bei mir nicht mehr notwendig - es ist jedoch vorbildlich, diese Option werkzeugfrei anzubeiten. Blaupunkt hatte dies nicht geboten. Im Unterschied zum Blaupunkt-Radio kann das Kenwood-Gerät (bei korrektem Anschluss) nicht ohne eingesteckten Zündschlüssel betrieben werden: Es schaltet sich beim Einschalten der Zündung ein und bleibt eingeschaltet, bis der Schlüssel wieder abgezogen wird. Im Auto wartende Beifahrer könnte dies enttäuschen. Dank der doppelten Stromversorgung gehen beim Ausschalten aber keinerlei Daten verloren und es kann dennoch nicht vergessen werden, beim schnellen Verlassen des Autos das Radio auszuschalten.

Was Kenwood leider nicht bietet, ist die geschwindigkeitsabhängige Lautstärkeregelung des Blaupunkt-Geräts. Der Grund: Das dazu erforderliche Tacho-Signal liefern nur deutsche Autofabrikate - ein japanisches Autoradio extra für diesen Sonderfall mit einer Funktion auszurüsten, lohnt sich nicht.

Was auch fehlt, ist die Funktion, stets mit einer definierten Maximallautstärke einzuschalten, die der Blaupunkt Woodstock hatte: Der Kenwood KDC-DAB41U startet wie die meisten Autoradios stets mit der zuletzt eingestellten Lautstärke. Wenn der Sohn also mit voller Dröhnung in die Garage gerauscht ist, fällt Papi am nächsten Morgen beim Starten erstmal vom Sitz.

Wo liegen nun die Stärken des Kenwood KDC-DAB41U im täglichen Gebrauch? Das erfahren Sie im nächsten Teil unseres Praxistests.

Kenwood Autoradio KDC-DAB41U im Test (1): DAB+ im Auto nachrüsten

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