27.09.13

KEF 300A Wireless: Drahtlose Lautsprecher für Goldohren

Da sitzt aber jemand nicht richtig im Stereodreieck. (Bilder: KEF)

Wer den perfekten Klang will, greift gern mal tiefer in die Brieftasche und kann das nun auch bei den Lautsprechern, die er per Smartphone, Tablet oder PC befeuert. KEF hat seine kompakten Lautsprecher 300A in einer Drahtlosvariante vorgestellt – mit High-End-Aufschlag.

Da sitzt aber jemand nicht richtig im Stereodreieck. (Bilder: KEF)

Es gibt einen Bereich, ab dem Klangverbesserungen nicht mehr wahrnehmbar sind, weil das menschliche Gehör dafür nicht ausreicht. Und noch etwas weiter gedreht, sind sie dann nicht einmal mehr messbar. Das hält viele Menschen nicht davon ab, ein Heidengeld für ihre Hi-Fi-Komponenten, ihre Lautsprecher und (ganz wichtig!) für die verbindenden Kabel auszugeben. Wer sich mal einen Spaß gönnen möchte (und so etwas zufällig witzig findet), suche einmal nach "Kabelklang". Das ist ein Reizthema, bei der sich Audiophile gern in die Haare geraten. Die Lager teilen sich in die "Goldohren", die selbstverständlich auch die feinsten Nuancen hören und in die "Holzohren", die offensichtlich etwas an den Lauschern haben, wenn sie behaupten, manche angebliche Klangverbesserung sei schon rein physikalisch nicht möglich. Unerhört, diese Skeptiker.

Die KEF 300A Wireless wollen nun auch formvollendeten Klang bieten und das im Zweifel sogar ganz ohne Kabel.

Man kann die Boxen als Apple-Jünger per AirPlay ansteuern, ansonsten per DLNA. Das soll mit jedem entsprechend ausgerüsteten Computer, Smartphone oder Tablet funktionieren. Die Box verbindet sich dazu mit dem heimischen WLAN (802.11b/g). Alternativ kann man seine Musik in Form von Bits auch via USB digital an die Lautsprecher schicken. Falls man gerade kein High-End-USB-Kabel für 79 Euro zur Hand hat, muss erst einmal ein schnödes USB-Kabel herhalten. Wobei so ein High-End-USB-Kabel die Bits natürlich viel geschmeidiger transportiert, wie man einer Kundenrezension auf obiger Produktseite entnehmen kann: "Verglichen haben wir das Audioquest mit einem Standard USB-Kabel mit Ferrit-Kern und man muss zugeben, dass sich das Audioquest hörbar besser schlägt als das Namenlose. Der Unterschied ist allerdings nicht allzu gravierend und man muss schon auf die Details achten, um diesen überhaupt feststellen zu können." Ja, da sind sie wieder die Goldohren. Wer die hat, braucht auch Digitalkabel mit vergoldeten Enden.

Aber zurück zum KEF 300A Wireless: Als dritte Variante steht noch der schnöde Analogeingang in Form der guten alten 3,5 mm Klinke zur Verfügung. Aber das ist natürlich nur eine Alternative für Holzohren.

Man traue seinen Ohren

Da steckt eine Menge drin.

"Einfach verbinden, einschalten und Ihren Ohren trauen." empfiehlt derweil auch KEF auf seiner Produktseite und verspricht uns "die Präzision und emotionale Intensität echten Hi-Fi-Klanges". Erreicht werden soll das mit "zwei dedizierten AB-Klasse-Verstärkern". Einer ist für die Tiefton- und Mittenfrequenzen zuständig, der andere für hohe Frequenzen. Spezielle Ringkerntransformatoren sollen Brummen und elektromagnetische Störungen auf ein Minimum beschränken. Das klingt (!) meiner Meinung nach sogar irgendwie nachvollziehbar. Ob der "dedizierte, hochqualitative DAC" nun zwingend Dekodierung und Wiedergabe der Musikdateien trennen muss, sei mal dahingestellt. Das aber sei "Highend-Technologie", wie KEFs Marketingabteilung gehört hat weiß. Das gilt ebenso für die "preisgekrönte Uni-Q-Einpunktschallquelle", die KEFs "Flaggschiff-Lautsprecher" namns Blade entstammt. Darunter kann ich mir dann schon mal wieder weitaus weniger vorstellen. Die kompletten technischen Daten findet ihr hier auf der KEF-Website.

998 Euro möchte KEF für den 300A Wireless haben. Für Lautsprecher, die Audiophile begeistern sollen, geradezu verdächtig günstig. Bedenkt man, dass es hier lediglich um Boxen für den Schreibtisch geht, sieht das schon wieder ganz anders aus.

Aber ich bin ja auch ein Fan der Nubert-Lautsprecher. Da gibt es für diesen Einsatzzweck die NuPro-Serie. Bei Amazon zum Beispiel den 998 Euro möchte KEF für den 300A Wireless haben. oder den 998 Euro möchte KEF für den 300A Wireless haben.. Beide zugegebenermaßen nicht drahtlos. Über deren Kauf hatte ich tatsächlich einmal nachgedacht und mich dann doch anders entschieden: nämlich für Kopfhörer, genauer die 998 Euro möchte KEF für den 300A Wireless haben.. Damit habe ich dann nicht nur am Schreibtisch tollen Klang, sondern auch unterwegs.

Aber ich bin ja auch ein Holzohr.

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer