Hier finden Sie weitere Artikel aus der Themensammlung Technik

17.09.12

Kamera-Smartphones im Vergleich (1): Welches Smartphone schießt die besten Bilder?

Kamera-Smartphones im Vergleich, Teil 1 (Bild: kaz)

Das Smartphone ist längst ständiger Begleiter und somit auch immer griffbereit, wenn man Fotos machen will. Wir haben uns deshalb die aktuellen Smartphone-Modelle angesehen und verraten euch, welche Geräte sich für die schnelle Fotosession zwischendurch eignen.

Spätestens seit dem Nokia 808 PureView ist klar geworden, dass Smartphones durchaus brauchbare Fotos liefern können. Dabei ist die Qualität heutiger Smartphones so gut, dass die Klasse der Kompaktkameras um ihre Existenz fürchten muss, behaupten viele. Nicht immer liegt das an dem großen Sensor, wie im Falle des Nokia 808 PureView. Auch eine gute Linse von Carl Zeiss wie beim Lumia 900 trägt dazu bei. Die heutigen Kamerasmartphones zeichnen sich insbesondere durch sehr gute Entrauschungs- und Farbfilter aus. Unlängst begegnete mir ein amerikanisches Filmteam, das einen riesigen Kameraaufbau transportierte, dessen zentraler Mittelpunkt ein iPhone 4S war. „Die Qualität reicht für TV-Aufnahmen völlig aus” war deren verwunderliche Antwort. Auch einen Kollegen der c't aus dem heise Verlag habe ich schon beim Filmen einer Pressekonferenz mit einem iPhone „ertappt” und vermehrt setzen Blogger auf das Samsung Galaxy S3, wenn sie unterwegs hochwertige Fotos machen möchten.

Es ist deshalb Zeit, sich die Smartphone-Kameras genauer anzusehen und diesem Gerücht, „Kompaktkameras haben ausgedient” auf den Grund zu gehen.

Im Test haben wir die Creme de la Creme der Smartphone-Welt versammelt:

  • Apple iPhone 4S
  • HTC One S
  • Huawei U9200 aka Ascend P1
  • LG P880 aka Optimus 4X HD
  • Nokia 808 PureView
  • Nokia Lumia 900
  • Samsung GT-I9300 aka Galaxy S3
  • Sony LT26i aka Xperia S

Während die meisten Modelle mit 8 Megapixeln augestattet sind, brilliert das Sony Xperia S mit 12 Megapixeln und das Nokia 808 PureView gar mit 38 Megapixel maximaler Auflösung. Wir haben längst gelernt, dass mehr Pixel nicht zwangsläufig zu besserer Qualität führen. Zu diesem Schluss kommt auch ein unabhängiges Testlabor, das seit längerem die Seite 6mpixel.org betreibt, auf der die technischen Details verständlich dargestellt werden.

Dieser Test soll jedoch nicht mit technischem Fachwissen um sich werfen, sondern nachvollziehbar die besten Alternativen zu einer Kompaktkamera beschreiben. Deshalb gilt es ein paar Überlegungen anzustellen.

Vor- und Nachteile eines Smartphones

Wer eine Kompaktkamera mit einem Smarpthone vergleicht, setzt stillschweigend ein paar Dinge voraus:

1. Das Smartphone hat keinen optischen Zoom.

2. Die Einstellmöglichkeiten beschränken sich auf das Wesentliche, Belichtungszeit oder Blendenwert sind nicht justierbar.

3. Die Qualität sinkt rapide bei schlechtem Licht.

4. Die Fotos werden nicht in voller Auflösung betrachtet.

5. Meist werden die Fotos direkt mit anderen geteilt, also zu sozialen Netzwerken und Online-Bilderservices hochgeladen. Eine Nachbearbeitung mit einem Fotoprogramm geschieht eher selten.

Insgesamt geht es den Fotografen mit Smarpthone-Kamera hauptsächlich um das Motiv und das Festhalten eines Moments, als dass man ausgeklügelte Bildkompositionen mit außergewöhnlichen Lichteffekten erzeugt - eben der Einsatzzweck, der bisher der Kompaktkamera vorbehalten war.

Deshalb werden in diesem Test auch andere Kriterien bewertet. Um eine gute Platzierung zu erreichen, ist es wichtig, dass die Fotos nach der Aufnahme bereits ansehnlich sind und höchstens noch beschnitten werden müssen. Farbwert und Kontrast sollten kräftig und schön aussehen, denn genau das hat dem iPhone zum beliebten Kamerahandy auf diversen Platformen wie Flickr, Picasa, Facebook und anderen gereicht. Da 8 oder gar 38 Megapixel viel zu viel des Guten sind, für einen Fotoausdruck schon 3 Megapixel ausreichen, der heimische Fernseher in Full-HD auch nur 2,1 Megapixel benötigt (1.920 x 1.080 = 2.073.600 Pixel) und man für seinen Foto-Upload auf Facebook nicht ewig warten will, werden alle Bilder vor der Bewertung auf 3 Megapixel skaliert.

Jetzt aber genug erklärt. Auf geht es zu den Beispielbildern.

Apple iPhone 4S

Man möchte schon fast Mitleid mit dem iPhone haben, denn es wurde vor knapp einem Jahr eingeführt und muss sich als betagter Dinosaurier gegen die neueste Konkurrenz behaupten. Doch was damals gut war, braucht sich heute nicht verstecken. Der Weißabgleich funktioniert wunderbar, die Rauschunterdrückung greift dezent ein und Details sind in weiten Teilen noch erkennbar. Das iPhone 4S ist eines der wenigen Geräte, die selbst bei dunklen Motiven noch Details erkennbar lassen, weil das Bild insgesamt aufgehellt wird. Darunter leidet jedoch die Farbwiedergabe, die teilweise etwas flau und ausgewaschen erscheint. Preis zur Zeit [amazon ]ab 540 Euro[/amazon].

HTC One S

Das HTC One S konnte sich bereits in meinem Einzeltest ganz gut behaupten. Zwar scheint das Zusammenspiel aus Sensor und Linse zu stimmen, doch die festeingestellten Filter, insbesondere der Schärfefilter, überzeichnen die Bilder zu stark und führen teilweise zu unnatürlich klaren Bildern im Makrobereich. Sobald man aber Panoramen oder Personen fotografiert, treten diese Auffälligkeiten in den Hintergrund und man erhält ein sehr knackiges Bild. Vielleicht entschärft HTC den Schärfefilter noch ein wenig, dann wäre die Kamera perfekt abgestimmt.

Huawei U9200 aka Ascend P1

Huawei war bis vor Kurzem noch recht unbekannt und brachte besonders im unteren Preissegment seine Geräte an den Mann. Mit dem U9200 ist ihnen ein attraktives und preislich sehr überzeugendes Smartphone gelungen. Bei Amazon erhält man das Ascend P1 schon ab 370 Euro. Und auch die Kamera überzeugt auf voller Linie, denn selbst bei schlechter Beleuchtung erhält man noch rauscharme Bilder. Lediglich der Farbabgleich zeigt häufig einen starken Blauton. Das lässt sich zwar nachbearbeiten, ist aber für Schnappschüsse hinderlich. Dafür sind selbst feine Details noch gut zu erkennen.

Das waren die ersten drei zur Einstimmung auf den Test, es werden die restlichen Smartphones folgen und eine übersichtliche Tabelle, in der die Testwerte aufgeführt sind. Alles das hier im zweiten Teil.

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer