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28.09.08

Jobo PhotoGPS: Instant Geotagging beim Abdrücken

Das Jobo PhotoGPS wird vom Blitzkontakt ausgelöst. (Bild Jobo)

Mit dem PhotoGPS, einem GPS-Empfänger für den Blitzschuh, macht der deutsche Foto-Zubehörhersteller Jobo das geotagging einen Schritt einfacher.


Wir warten ja eigentlich darauf, dass nach den Handys auch die Fotokameras endlich alle ein integriertes GPS kriegen. Dass die Hersteller von Spiegelreflexkameras zuerst auf Viedo setzen, verwundert deswegen ein bisschen. Denn Geotagging - die Markierung des Ortes, wo die Aufnahme gemacht wurde - dient Urlaubsknipsern genauso wie Profis:

 

Die einen wollen zu Hause mit ein Paar Mausklicks ihre Reiseroute in Google Earth betrachten und die Bilder einbetten können, die andern brauchen möglichst viele stichhaltige Daten in den Exif-Feldern der Fotografien, um ihr Portfolio effizient verwalten zu können.

Bis jetzt gibt es eine Hand voll angekündigter Kompaktkameras mit integriertem GPS und Nikons Schnittstelle an den gehobeneren Spiegelreflex-Modellen (ein Test eines daran angeschlossenen GPS ist auf fokussiert.com zu finden) - und sonst noch gar nichts. Doch halt: Auf der Photokina hat Jobo diesen GPS-Empfänger namens PhotoGPS vorgestellt, der in den Blitzschuh von Spiegelreflex und Kompakten wie beispielsweise Canons G9 passt.

Im Prinzip handelt es sich dabei um nichts anderes als einen GPS-Tracker, der allerdings nicht konstant die Koordinaten mit schreibt, sondern immer nur dann einen Standort speichert, wenn der Auslöser der Kamera gedrückt wird: Der Blitzkontakt wirkt dabei als Auslöser für den Tracker. 1000 Standorte können in den kleinen Speicher geschrieben werden.

Wie bei den anderen Systemen mit einem externen GPS-Empfänger werden danach auf dem PC die Fotos mit dem Strom an Standortdaten abgeglichen und an Hand der Aufnahmezeit mit den dazu passenden Standortkoordinaten versehen.

Das PhotoGPS hat dabei einen enormen Vorteil: Stimmen nämlich bei den übrigen Lösungen die Uhrzeit der Kamera und die der GPS-Daten (die von den Satelliten geliefert wird) nicht exakt überein, kann es zu massiven Verschiebungen aller Bilder auf der Route kommen, was bisweilen mühsam zu korrigieren ist.

Der Jobo PhotoGPS-Empfänger allerdings hat ein Muster an Standortdaten, das mit jenem der aufgenommenen Fotos übereinstimmt - und so müsste der Abgleich selbst dann korrekt von statten gehen, wenn zwischen den Zeiten im GPS und der Kamera ein gleichbleibender Unterschied besteht.

Das PhotoGPS von Jobo hat dabei keine Kabelverbindung zur Kamera, und offenbar noch nicht mal einen Einschalter: Die Auslösung erfolgt ausschliesslich durch den Blitzkontakt. Der integrierte Akku mit lediglich 120mAh Kapazität wird über die USB-Verbindung bei der Abfrage der Daten geladen; der Jobo-Server, über den der Abgleich von Fotos und GPS stattfindet, reichert die Koordinatendaten zusätzlich mit Adressdaten an, welche in die entsprechenden Felder der Metadaten geschrieben werden: Am Ende hat der Benutzer also nicht nur unverständliche Koordinaten in seinen Fotos, sondern Land/Stadt/Strasse und eventuell sogar den Namen einer Sehenswürdigkeit.

Das ist sicher eine gehörige Erleichterung gegenüber dem "freihändigen" Geotaggen mit einem Tracker. Aber es hat auch seinen Preis: Statt einer zweistelligen Summe für einen GPS-Tracker, den man mit der freien Software von Microsoft oder dem GeoSetter nutzt, werden 159 Euro fällig.

Wenn es dafür aber in Zusammenarbeit mit der Software ähnlich bequem wird wie mit der Lösung, die für die Nikon-Kameras besteht (und bei der für den Eintrag der Adressdaten in die Bilder ebenfalls noch ein Durchlauf durch eine Software wie Microsofts Pro PhotoTools nötig ist), dann sind wir der integrierten Geotagging-Lösung rund hundert Euro näher gekommen.

Jobo PhotoGPS

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