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19.09.14

Schneller zu Fuß: Schade, dieser Jetpack für Läufer hat einen traurigen Anwendungszweck

Jetpack für Läufer. Bilder: ASU

Forscher an der State University von Arizona haben einen Jetpack für Läufer entwickelt. Erste Tests beweisen, dass man damit in der Tat schneller ist, aber auch mehr Gewicht tragen muss. Der größte Wermutstropfen allerdings: Die Technik soll militärischen Zwecken dienen.

 

In der Kindheit haben wir uns Jetpacks immer so vorgestellt, dass wir damit würden fliegen können. Der Luftstrom eines aufgeschnallten Rucksacks würde uns über Autos und Häuser springen lassen.

Während auf der einen Seite an einer funktionierenden, kabellosen Ausführung des Jetpack-Fliegens noch gearbeitet wird, nutzen andere Forscher die Technik zu einem weiteren Anwendungszweck: Man soll damit schneller laufen können, was vor allem US-Soldaten zu Gute kommen soll.

 

Das Jetpack-Projekt gehört zu den iProjects an der Universität von Arizona und trägt das Kürzel 4MM. Das steht für 4-minute mile und gibt das Ziel des Projekts wieder: Ein Benutzer soll dazu in der Lage sein, eine Meile (knapp 1,7 Kilometer) in vier Minuten zu laufen. Das wäre für einen Gelegenheitsläufer schon eine sehr gute Zeit.

 

Erstmal nur 5:00 Minuten für 1 Meile

Der aufgeschnallte Jetpack allerdings wiegt rund 5 Kilogramm und bringt ein wenig Extra-Leistung. In Tests, den die Forscher durchführten, lief ein sportlicher Proband 200 Meter statt in 28 in 25 Sekunden und die Meile in 5:02 Minuten statt 5:20 Minuten ohne Jetpack. Ein paar Sekunden also ist man damit in der Tat schneller. Im Video zeigen die Forscher den Test und die Absicht dahinter:

vimeo.com/98084869

Der 4MM-Jetpack entstand als Nebenprojekt des Instituts für Robotik an der Universität von Arizona. Dort wird Robotik auch für Prothesen eingesetzt, um Menschen, die Gliedmaßen verloren haben, ein natürlicheres Gehen zu ermöglichen. Der Jetpack allerdings ist dafür vorgesehen, US-Elitesoldaten schlicht schneller zu machen, damit sie in Einsätzen schneller am Ziel sind auch leichter wieder die Flucht ergreifen können.

Träumen von Militärtechnik

Selbst für den militärischen Einsatz stellt sich die Frage, ob - zumindest bei diesem Stand der Entwicklung - die paar Sekunden extra die fünf Kilo mehr wirklich rechtfertigen. Mehr Gewicht und Geschwindigkeit bedeuten außerdem eine deutlich höhere Belastung für das Kniegelenk. Somit dürfte der geringe Vorteil gleich wieder dahin sein.

 

Ich persönlich finde es außerdem schade: Klar, vieles in der Forschung und auch viele Dinge, von denen wir als Kind geträumt haben, waren schon damals militärische Entwicklungen. Da darf man sich wohl nichts vormachen. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass auch Dinge wie ein Jetpack eher in der zivilen Forschung entstünden und auch nur dort zum Einsatz kämen. Aber so, wie es derzeit aussieht, ist der vermeintliche Nutzen ohnehin wenig bedeutend und zweifelhaft, so dass der Jetpack für Läufer so schnell wohl nicht zum Einsatz kommen wird.

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