13.06.10

Jaybird Sportsband im Test (1/2): Schweissfest

Jaybird Bluetooth-Headset Sportsband im Einsatz

Das Stereo-Bluetooth-Headset "Sportsband" von Jaybird geht einige technische Kompromisse ein, ist dafür aber geeignet für Sportler, wie wir im Video beweisen.

Das Bluetooth-Headset "Sportsband" von Jaybird war nach dem Plantronics Backbeat meine zweite Wahl für ein Stereo-Headset mit Telefoniefunktion.

In erster Linie war ich auf der Suche nach einem Bluetooth-Kopfhörer für den Hausgebrauch am PC, wobei Telefonie eine wichtige Zusatzoption ist, weil ich ausschliesslich via Voip, meistens am PC und gelegentlich am Smartphone, telefoniere.

Zweite Anforderung war der Einsatz des Headsets beim Joggen, wo ich Musik hören und mich von meinem Smartphone und der Anwendung "Sportstracklive" regelmässig über Distanz und Zeit informieren lassen will:

Die Android-Applikation registriert via GPS die Position und berechnet einen Haufen Daten; sie gibt einem nach frei wählbaren Zeit- und Distanzmarken jeweils per Sprachausgabe diese Daten aus. Zugleich schreibt sie die Route live auf die entsprechende persönliche Website - analog zum Nokia Sportstracker und andern Anwendungen.

Das Plantronics-Headset Backbeat hatte sich im Alltag zwar sehr bewährt, es ist ausserdem diskreter als der etwas auffällige Bügel des Jaybird Sportsbands. Aber leider versagt es beim Sport, wo Robustheit und Unempfindlichkeit gegenüber Schweiss, Regen und anderen Widerwärtigkeiten gefragt sind.

Das Jaybird Sportsband-Headset dagegen ist ausdrücklich für Sportler gestaltet. Das hat Konsequenzen, nicht nur in der Bedienung, sondern auch im Klang. Dazu mehr im zweiten Teil des Testberichts. Hier zuerst der Erfahrungsbericht per Video:

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Das Headset ist als breiter Bügel ausgelegt, die gesamte Bluetooth-Elektronik ist in diesem rund drei Zentimeter breiten und maximal fünf Millimeter dicken Kunststoffband untergebracht.

Mechanische und bewegliche Teile sind auf ein Minimum beschränkt: Die Bedienung des Headsets erfolgt über fünf Knöpfe, die allesamt am rechten der beiden Auf-Ohr-Lautsprecher angebracht sind. Es gibt einen Ein-Ausschalter (der auch Pause und Play, Telefongesprächsannahme oder Sprachwahl und den Pairing-Modus auslöst), einen schnellen Vorlauf, Rücklauf, lauter und leiser.

Die Kopfhörerteile wiederum sind mit beweglichen Gelenken am Bügel des Sportsbands festgemacht, und schliesslich lassen sich beide an einem Stahlband von der vollen Breite des Kopfhörers aus dem Bügel herausziehen. So lassen sich die Lautsprecher auch an eigenwillig geformten Köpfen sauber auf die Ohren anpassen.

Was sich nicht verstellen lässt, ist die Spannung des Bügels. Wie sich nach längeren Tragezeiten des Bluetooth-Headsets herausstellt, kann das bei Quadratschädeln wie meinem auf Dauer zu Druckschmerzen führen. Allerdings hatte ich das Sportsband gelegentlich auch fünf Stunden und länger auf.

Neben dem Sportsband-Headset selber liegt in der Verpackung des Geräts nicht etwa ein Netzteil, sondern nur gerade ein Kabel, das am einen Ende in einen Standard-B-USB Stecker endet - und am andern ärgerlicherweise in einem dieser in Dutzenden von Varianten verfügbaren Hohlrundstecker: Das Headset ist wohl noch vor der internationalen Einigung auf Micro-USB als Ladestecker für Handys und Peripherie designt worden. Dass Jaybird aber nicht wenigstens auch noch ein Netzteil mit USB-Ausgang beilegt, finde ich kleinlich.

Das Pairing des Headsets ist blitzschnell und problemlos erledigt, und zwar sowohl am PC wie auch am Handy.

Die Hardware des Kopfhörers ist so robust wie sie aussieht, und die relativ starke Klammerung am Kopf hat durchaus eine gute Seite: Einmal sauber aufgesetzt, verrutscht das Sportsband auch beim Laufen, Hüpfen und Headbangen nicht mehr.

Gleichzeitig sitzen auch die Muscheln mit den grossen Lautsprechern auf den Ohren ohne zu wackeln, jedenfalls so, dass sich der Klang ändert. Bei den Kleinen Ohrsteckern nervte mich schon immer, dass man sie entweder ins Ohr bohren muss, oder sie allein vom Gewicht des Kabels schnell innerhalb des Ohrs so verrutschen, dass plötzlich der Bass weg ist.

Der Nachteil liegt natürlich darin, dass die offenen Lautsprecher nicht nur dem Träger die Musik vermitteln, sondern auch Sitznachbarn im Zug mit Zischlärm belästigen.

Beim Joggen allerdings ist das das kleinste Problem - und alle andern, die man bei dieser Tätigkeit hat, meistert das Sportsband seinem Namen entsprechend problemlos. Laut Jaybirds Website kann man mit dem Sportsband-Bluetooth-Headset bedenkenlos im Regen laufen.

Menschen, die schwitzen wie ich, wird das beruhigen - ich brauche keinen Regen, mein Kopf ist nach zwei Kilometern lockeren Trabs so nass wie nach einem dreistündigen Gewittersturm. Das Sportsband steckt aber nicht nur das locker weg:

In einem Anfall von Wagemut (und Streitlust mit Beharren auf Produktgarantie) habe ich das Sportsband nach dem ersten schweisstriefenden Einsatz kurzerhand unter fliessendem Wasser kräftig durchgespült. Allerdings erst, nachdem ich die Membran der Lautsprecher einer Untersuchung unterzogen hatte und zur Feststellung gelangt war, dass sie ebenfalls ziemlich wasserdicht aussehen (wir übernehmen keine Garantie für Schäden, die durch Nachahmung entstehen!). Das Bluetooth-Headset verdaute auch diesen Schock ohne weiteres und wirkte nach einer ersten Trockenlegung wieder wie neu.

Die Sportsband-Hardware wird demnach ihrem Namen doppelt gerecht: Sie ist für harte Einsätze namentlich im Sport durchaus überlegen.

Wie es mit Klang, Telefonie, Akkulebensdauer und Handling um das Jaybird Sportsband Bluetooth-Headset steht, darauf kommen wir im zweiten Testbericht zurück.

[postlist "and" "Jaybird" "Bluetooth-Headset"]

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