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12.04.14

Jasper: Open-Source-Sprachsteuerung für den Raspberry Pi

Jasper-Informationsseite auf GitHub

Iron Mans sprechender Computer „Jarvis“ war die Inspiration für zwei Princeton-Studenten, eine Open-Source-Sprachsteuerung auf Basis des Raspberry Pi zu entwickeln. Nun haben sie ihr „Jasper“ genanntes Projekt vorgestellt.

 

Computer, mit denen wir uns wie mit einem Menschen unterhalten können, sind eines der Lieblingsthemen in der Science Fiction. Man denke nur an den eigensinnigen HAL 9000 aus Stanley Kubricks „2001“, an den allwissenden Computer an Bord der Enterprise oder eben an Tony Starks freundlichen Jarvis. Während wir von der künstlichen Intelligenz dieser fiktionalen „Elektronengehirne“ noch weit entfernt sind, ist Sprachsteuerung inzwischen schon sehr weit gekommen: Apples Siri, Google Now oder Microsofts Cortana sind hier die prominentesten Beispiele. Was aber diese drei gemeinsam haben: Sie sind keine freien Systeme, auf die Entwickler für ihre Projekte aufbauen können.

Hier kommen die Princeton-Studenten Charles Mash und Shubhro Saha in Spiel. Sie haben hier Projekt Jasper nun auf GitHub veröffentlicht und stellen es in diesem Video vor:

www.youtube.com/watch

Wie man es von anderen Systemen kennt, reagiert Jasper auf ein Signalwort, in diesem Fall seinen Namen. Ein Ton signalisiert, dass das System auf eine Anweisung wartet. Danach kann man seinen Sprachbefehl geben, um zum Beispiel Auskunft über das Wetter zu erhalten, Musik zu spielen oder herauszufinden, ob man neue Nachrichten auf Facebook hat. Das Besondere: Es basiert auf leicht erhältlichen und preisgünstigen Komponenten wie einem Raspberry Pi. Entwickler haben zudem eine Programmierschnittstelle zur Verfügung, um Jasper in ihre Projekte zu integrieren. Die Studenten haben dabei auf zahlreiche Projekte in der Open-Source-Community zurückgreifen können. Sie sähen Jasper als gute Möglichkeit, andere auf diese Möglichkeiten aufmerksam zu machen, erklärten sie gegenüber der Wired. „Wir waren begeistert davon, wie weit wir mit diesen freien, offenen Lösungen kommen konnten und wollen andere damit inspirieren.“

Wie man im Video ebenfalls bemerkt, ist die Sprachausgabe nicht mit den fortgeschrittenen Systemen zu Vergleichen, die man von Apple, Google und Microsoft kennt. Über die Gründe kann man sich in dieser Diskussion auf Hacker News informieren. Kurz zusammengefasst: Solche fortgeschrittenen Stimmen brauchen einen erheblichen technischen Aufwand und es gibt bislang schlichtweg kein frei erhältliches Angebot dafür. Gut möglich, dass sich das in Zukunft noch ändert. Bis dahin aber wird man mit dem Qualitätsunterschied leben müssen, denn keine der großen Firmen gibt ihre Entwicklung frei.

Auf Jasper haben die beiden Studenten offenbar nicht nur deshalb schon viel positives Feedback erhalten. Sie haben bei alldem aktuell nicht vor, daraus ein Geschäft zu machen. Vielmehr seien sie gespannt darauf, was andere damit anstellen. Da Jasper selbst Open Source ist, kann jeder Interessierte das Projekt anpassen und weiterentwickeln. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass wir in Zukunft noch häufiger von diesem Projekt hören werden – sowohl im wortwörtlichen als auch im übertragenen Sinne.

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