27.10.08

Jab Nab-USB-Magnetanschluss: Der Ursprung von MagSafe?

Jab Nab am Notebook (Bild MagCode)

Die Firma MagCode bringt mit Jab Nab eine magnetische USB-Schnittstelle, deren Steckerteile "sich selbst" finden und abreiss-sicher sind. Klingt bekannt? Nun, Apples MagSafe ist deutlich jünger als MagCodes Patente auf das System...

MagCode heisst eine kleine schwäbische Firma mit 12 Mitarbeitern, die seit 1999 mit der Entwicklung magnetischer Anschlussysteme beschäftigt ist. Und von dieser kleinen Firma kommt Jab Nab, ein USB-Steckersystem, das dank zweier Magnete beliebige USB-Kabel gewissermassen auf "Zuwurf" korrekt mit dem PC verbindet und zugleich den Abreiss-Schutz bietet, wenn jemand über ein Kabel stolpern sollte - jaaaa, den Schutz, den Steve Jobs vor einiger Zeit stolz auf der Bühne in San Francisco als "Apple MagSafe" für den Stromanschluss der MacBooks vorgestellt hat.

Damals staunte die Gadgetwelt über die simple und doch so praktische Idee: Das Stromkabel der Apple-MacBooks wird nicht am Rechner eingesteckt, sondern von einem kleinen Magneten im Steckerkabel festgehalten. Stolpert jemand im Starbucks über das Kabel, dann fliegt nicht das ganze Notebook durch den Raum.

Dass MagCode jetzt das gleiche Prinzip für USB-Schnittstellen zum Nachrüsten anbietet, wirkt wie eine schamlose Kopie des MagSafe für eine Daten-Schnittstelle. In Nattheim sieht man das allerdings ganz anders: Die Patente auf magnetische, selbstfindende Schnittstellen, über die MagCode weltweit verfüge, seien deutlich älter als Apples MagSafe. Das erklärt uns Jab Nab-Sprecher Helmut Popp auf telefonische Anfrage - "nach unserer Ansicht", drückt er sich vorsichtig aus, "ist MagSAfe eine Verletzung unserer Patente".

Aber mit einem potentiellen Grosskunden, der wohl noch vor Dell und HP die Aussicht bietet, die MagCode-Technologie auf alle Schnittstellen anzuwenden und zu lizenzieren, möchte man es sich nicht verderben. Man befinde sich im "direkten Gespräch" mit Apple über das Problem und versuche, eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Aus Anwendersicht wäre soetwas sehr wünschbar, denn Jab Nab hat mich vom Konzept her auf Anhieb überzeugt; die Umsetzung als separater USB-Adapter hingegen ist suboptimal, weil der Adapter aus dem Notebook-Gehäuse rund zwei Zentimeter vorsteht.

Die Verbindungstechnik aber brilliert durch die Magnetkraft - der Stecker muss nur rund drei Zentimeter in die Nähe seines Gegenstücks geschoben werden, um sich dann mit einem satten "Klack" anzusaugen und die Verbindung herzustellen. Der Clou: Verkehrtherum einstecken geht nicht, weil die Polarität der beiden seitlichen Magnete sich widersprechen: Der Stecker dreht sich entweder automatisch in die richtige Lage, oder er nimmt nur einseitig Kontakt auf und lässt sich leicht wieder abziehen.

fest integriert in Desktopcomputer und Notebooks würde diese Technik das Herumkrabbeln im Staub hinter dem Schreibtisch ersparen. Neue oder wechselseitig einzustöpselnde USB-Geräte könnten durch gezieltes Baumelnlassen des Kabels vor der Schnittstelle angeschlossen werden - und durch rohes Zerren am Kabel abstöpseln.

Die Jab Nab-Adapter gibt's vorerst im Internetshop von MagCode direkt zu kaufen. Zur Wahl stehen das Einzel-Set mit einem Steckdosen-Adapter oder das "Poweruser"-Set mit drei Adaptern für zwei oder drei Geräte auf einer USB-Steckdose. Das einfache Adapterset kostet knapp 10, mit zwei oder drei Schnittstellenadaptern 14 und knapp 18 Euro.

Jabnab

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