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30.05.07

iTunes ohne Kopierschutz, dafür mit Benutzer-ID

iTunesPlus

Apples kleines Geheimnis: Kopierschutz-freie iTunes-Songs sind "personalisiert" und rückverfolgbar: Wer sie online tauscht, dürfte rasch Post von den EMI-Anwälten kriegen.

iTunesPlus

Für deutlich höhere Preise als die DRM-geschützten Titel sind ab sofort auf Apples "iTunes Plus" die Songs von EMI Music ohne Digital Rights Management (Kopierschutz) auch in Europa zu beziehen. Apple Schweiz verkündet zudem den Start von "iTunes U", einem Zusatzangebot im iTunes-Store für Bildungsinhalte wie Sprachkurse etc.

 

Gleichzeitig warnt TUAW (The unofficial Apple Weblog) davor, DRM-freie iTunes-Downloads in Tauschbörsen anzubieten. Wie sich nämlich rausstellt, enthalten diese im AAC-Format mit 256Kbs codierten Stücke die Benutzer-ID des iTunes-Kunden, der sie mit seinem Konto gekauft hat.

Damit wird erstmals klar, weshalb EMI dem Wechsel zu ungeschützten Titeln in iTunes zugestimmt hat: Wenn die Songs eindeutig zuweisbar sind, wird es für die Musikmultis noch einfacher, gegen Kunden und angebliche Piraten vorzugehen. namentlich in den USA, wo die RIAA seit Jahren Tausende von angeblichen Tauschbörsenbenutzern bisher ohne eine einzige Gerichtsverhandlung zur Ablieferung ihrer Ersparnisse gezwungen hat und noch kein einziger Präzendenzfall vorliegt, in welchem der blosse Verdacht auf Piraterie aufgrund einer IP-Adresse von einem Richter als zweifelsfreier Schuldbeweis einer Person anerkannt worden ist, dürften demnächst dank der "Hundemarke für Musikstücke" aus dem iTunes-Store neue Abmahnungswellen anrollen.

Auch wenn ich grundsätzlich gegen den Musikklau bin, solche Tricksereien nerven schond eshalb, weil sie von den Verantwortlichen nicht verkündet werden. Natürlich hat Apple kein Interesse daran, die Cracker mit der Nase auf das ID-Tagging der Songs zu stossen - sie werden früh genug Tools verteilen, mit denen die Markierung entfernt werden kann. das ändert nichts daran, dass Transparenz heute einfach erste Pflicht ist und die tatsache, dass die Songs personalisiert werden, den Kunden in Grossbuchstaben hätte mitgeteilt werden müssen.

Ausserdem: Wie ist gleich wieder der überhöhte Preis für die DRM - freien Songs zu rechtfertigen? Mit dem tausch innerhalb des persönlichen Freundekreises etwa, auf den zumindest in der Schweiz meines Wissens auch nach neuem und sowieso nach altem Urheberrecht ein Anspruch besteht?

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