04.05.10

Iris2Iris "Iris": Direkter Blickontakt beim Videochat

Iris - Direkter Blickkontakt für fast 2000€ (Bild: Iris2iris)

Iris2Iris ermöglicht mit "Iris" Videokonferenzen mit direktem Blickkontakt ohne dabei das Video aus den Augen zu lassen.

Seitdem eine Webcam in fast jedem Laptop zum Standard gehört und selbst Handys bereits für Videoconferencing geeignet sind, werden die technischen Unzulänglichkeiten immer deutlicher: Man sieht dem Gesprächspartner entweder nicht in die Augen, weil man in die Kamera lächeln muss, oder man sieht ihn und starrt dabei in eine völlig andere Richtung. Dieser unschönen Begleiterscheinung beugt Iris vor.

Die Firma aus den Niederlanden nutzt einen Spiegel und viel Platz für ihren Aufbau. Es mutet wie ein IKEA-Bausatz an, wenn man die Verpackung öffnet: Ein Standfuss, ein Spiegel nebst Monitor und eine Basis mit integrierter Webcam. Nachdem man alles ordnungsgemäß zusammengebaut hat, ist man auch fast startklar.

"Fast" bedeutet: Man muss die Treiber für die Logitech Webcam installieren, genügend Platz für dieses ungewöhnliche Monstrum finden und den Monitor dann per VGA- oder DVI-Kabel verbinden.

Je teurer ein Produkt, desto eher stimmt die Qualität, und desto bereitwilliger prahlt der Hersteller mit seinen Produktdaten. Bei Preisen ab 1845 € für ein Videokonferenzsystem kann man getrost von teuer sprechen, doch das hindert iris2iris nicht daran, mit seinen Spezifikationen hinter dem Berg zu halten; herauszufinden, wie das System denn wirklich funktioniert, war eine kleine Abenteuersuche.

Aber wir wären ja nicht von neuerdings.com, wenn uns das aufhalten würde:

Die WebcamPro 9000 stammt von Logitech und verfügt über einen Carl-Zeiss-Autofokus sowie 8 MP Auflösung (knapp 72 €), der Monitor dürfte zwischen 19 und 17 Zoll Bildschirmdiagonale vorweisen können und löst mit mickrigen 1024*768 Pixeln auf (um die 120€), dazu noch zwei Lautsprecher (ca. 30€), ein Mikrofon plus einen halbdurchlässigen Spiegel und einen metallisch anmutenden Standfuss kommt - und damit kommt man also auf 1850 €?!

Der Spiegel wird gebraucht, um die Webcam, die kerzengerade nach oben schaut, um 90° nach vorne umzulenken. Dieser Spiegel ist jedoch halbdurchlässig, sodass man das Bild von hinten erkennen kann. Dadurch schaut man genau in die Linse, während man gleichzeitig seinen Gesprächspartner sieht.

Man sollte sich klar machen, dass nicht nur die Kameralinse einen sieht, sondern man selbst auch die ständige Kamerareflektion. Und so gerne ich das Produkt in den höchsten Tönen loben möchte, für die simple und zugleich geniale Lösung des Problems, so sehr stört mich doch, dass man (bewußt?) diesen einfachen Aufbau verschweigt - wer würde dann noch so viel zahlen wollen - und dabei auch noch einen extra Monitor, samt zusätzlichem Platzverbrauch dazu kaufen muss.

Weniger Infos gibt es bei iris2iris.

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