06.02.14

Iridium Go: Mobiler Satellitenhotspot für weltweites WLAN

Iridium Go: Mobiler Satellitenhotspot

Iridium ist ein Hersteller für Satellitentelefone und -empfänger und hat nun einen tragbaren Hotspot vorgestellt, der an nahezu jedem Fleck der Erde mobiles Internet zur Verfügung stellen will. Drei Nachteile gibt es allerdings dem Vernehmen nach: Der Iridium Go wird teuer, langsam und hässlich.

 

Mobiles Internet in jedem Land, das man bereist? Das ist ein komplexes Thema, aber dank Roaming für den Nutzer im Prinzip kein Problem, sofern man eine vielstellige Telefonrechnung nicht scheut. Aber was ist mit Gegenden, in denen es mit den üblichen Mobilfunknetzen und dem nächsten Café mit WLAN nicht weit hin ist? Zum Beispiel in der Wüste, im Himalaya, auf dem Ozean oder in der Antarktis? Hier hilft nur noch eine Satelliten-Verbindung.

Ein Spezialist dafür, Iridium, hat nun einen mobilen Router vorgestellt, der außer in Nordkorea quasi weltweit einen Hotspot zur Verfügung stellen und bis zu fünf Geräte gleichzeitig versorgen kann: Iridium Go.

 

Antenne hoch, schon im Netz

Der Satellitenhotspot ist darüber hinaus schlagfest, spritzwasser- und staubgeschützt. Er ist etwa so breit und lang wie ein Smartphone, allerdings mit rund 6 cm deutlich höher. Seine Anwendung ist laut Iridium denkbar einfach: Man klappt die Antenne hoch, schon verbindet sich der Go automatisch mit dem nächsten Satelliten. Laut Iridium ist die Technik sowohl mit der bestehenden Infrastruktur als auch mit dem 2015 startenden neuen Satelliten-Netzwerk Iridium Next kompatibel. Ein Video stellt den Go vor:

www.youtube.com/watch

Über den Hotspot lassen sich auch Anrufe führen und SMS verschicken. Ein zusätzliches Satellitentelefon ist also nicht nötig. Auch ein weltweiter Hilferuf lässt sich über das Gerät absetzen. Seine mobile Infrastruktur wie Tablets und Smartphones verbindet man über eine App mit dem Go.

Teuer und laaaaaaaangsam

Die Sache hat nur einen Haken, wenn man den Kollegen von Gizmodo UK und Gizmag glauben mag: Die Maximalgeschwindigkeit liegt nur zwischen 2,4 und 2,8 kbit/s. Ja, richtig gelesen: Nicht Mbit, sondern kbit und damit die Geschwindigkeit früher Analogmodems aus den 80er Jahren. Das ist zumindest die bei Iridium derzeit übliche Standardgeschwindigkeit, wie uns auch die Pressestelle bestätigt. Für einige Datendienste wie Webbrowsing, Mailversand, Faxe und Datentransfers sollen aber immerhin bis zu 26 kbit/s gemessen worden sein. Iridium bewirbt für den Go außerdem Kompressions-Algorithmen, die den Versand von bis zu 15 Mails in einer Minute, das Aufrufen einer detaillierten Wettervorhersage in 30 Sekunden und den Versand eines Fotos über das Smartphone in zwei Minuten möglich machen.

 

Zum Vergleich: Wenn ihr euer monatliches Datenvolumen aufbraucht, stuft euch euer Mobilfunkprovider für gewöhnlich auf quälend langsame 56 kbit/s herunter. Teilt das noch einmal durch 2 oder gar 20 und ihr habt die Geschwindigkeit von Iridium Go. Das macht also tatsächlich nur in Notfällen Sinn. Die Pressestelle teilt uns mit, dass mit der neuen Infrastruktur Iridium Next, die zwischen 2015 und 2017 aufgebaut wird, 35-Mal höhere Datenraten erreicht werden - was dann immer noch nicht mehr als 100 bis 1.000 kbit/s wären, aber immerhin. Für die höheren Datenraten allerdings wird diese Version von Iridium Go nicht gemacht sein, auch wenn es generell mit Iridium Next kompatibel ist.

Monatliche Anschlusskosten

Iridium verkauft Go über Partner, gibt aber eine unverbindliche Preisempfehlung von umgerechnet knapp 600 Euro an. Hinzu kommt ein monatlicher Datenvertrag. Das Unternehmen bewirbt uns gegenüber als Beispiel einen Vertrag für 26 Euro, mit dem man 150 E-Mails verschicken, 15 Minuten telefonieren und zusätzlich ein wenig Daten für Services der Iridium-App nutzen kann. Teurere Pakete erhalten mehr Volumen.

Ob das Gerät nun also besonders chic und preiswert ist, liegt im Auge des Betrachters. Aber wer sich auf Abenteuerreise gen Nordpol, Sahara oder über die sieben Weltmeere aufmacht, für den ist es vielleicht beruhigend, das Internet im Notfall immer dabei zu haben, selbst wenn es furchtbar langsam ist.

Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Website zum Iridium Go.

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