13.10.07

iPod touch im Test (III/III): Zusatzfunktionen & Fazit

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Während wir im ersten Teil das generelle Look-and-Feel des iPod touch genauer unter die Lupe nahmen, anschliessend im zweiten Teil die Hauptfunktionen zerpflückten, kommen wir in diesem dritten Teil des iPod touch-Reviews zu den zusätzlichen Funktionen, die uns das neueste Gadget aus dem Hause Apple bietet. Schlussendlich wird auch ein Fazit aus diesem Test gezogen. Lohnt sich die Anschaffung des 299, bzw. 399 Euro teuren Geräts?

Die Zusatzfunktionen des iPod touch

Was bei iPods der classic- und nano-Linie unter "Extras" eingeordnet ist, wird beim iPod touch prominent auf dem Homescreen präsentiert. Wie sind diese Programme einzuordnen? Fristen diese als hübsches Beigemüse ihr Dasein, oder sind diese Applikationen auch effektiv nutzbar? Und wie schneidet das Gerät nach einigen Tagen Dauerbetriebs ab? Unser Test zeigt's.

Safari

Apples Haus-Browser glänzt durch die Portierung dieser mobilen Version von OS X, kombiniert mit den WLAN-Fähigkeiten des iPod touch. Die Anwesenheit eines grossen, hochauflösenden Bildschirms, sowie die eingebauten Netzwerkfähigkeiten schreien quasi nach einer Möglichkeit, unterwegs zu surfen. Hübsche Beigabe, oder nützlicher Gehilfe?

Wer in Besitz von Smartphones, einer PSP, oder sonstigen mobilen Gadgets für den Netzzugang unterwegs ist, kennt das nicht so berauschende Surferlebnis. Dem ist mit dem mobilen Safari nicht so. Das Rendern der Webpages erfolgt fast wie auf dem Computer zuhause. Die gesamte Oberfläche wird auf dem 480x320 Pixel grossen Bildschirm dargestellt, entweder im Hoch- oder Querformat.

 

...oder aber im Querformat

Mit dieser Darstellungsweise kann man sich rasch einen guten Überblick über die gesamte Website verschaffen. Effektiv Texte lesen geht jedoch noch nicht, ausser die Schriftgrösse übersteigt 14 Punkte. Dank dem heutzutage fast durchgehenden Seitenaufbau via CSS und zugehörigen Box-Modell, bietet der Multitouch-Bildschirm des iPod touch die passende Lösung. Entweder durch einen Doppeltipper oder mittels Kneifen wird der gewünschte Bildausschnitt passend vergrössert und in schön lesbarer Schriftgrösse dargestellt. Somit findet man sich auf bekannten Websites sofort zurecht, da das Seitendesign erhalten bleibt.

Lesen, ohne das Auge zu ermüden.

Um eine URL einzugeben, wird auf die Adresszeile, die sich immer zuoberst befindet, getippt. Hier gibt es zwei Möglichkeiten, die jedoch beide nicht ganz zufriedenstellend, aber wegen der Platzverhältnisse auf dem Bildschirm des Geräts nicht besser umsetzbar sind. Entweder man tippt im Hochformat die Adresse ein, muss aber dafür auf höhere feinkoordinative Fähigkeiten zurückgreifen, oder aber man benutzt die Querformat-Tastatur, die zwar schön breit, aber ebenso hoch ist und demzufolge fast das ganze Bild verdeckt. Glücklicherweise werden bereits eingegebene Adressen gespeichert, so dass nicht jedes Mal die gesamte URL eingegeben werden muss.

Die Tastatur im Hochformat...

...sowie im Querformat

Ein weiteres Feature ist das parallele Surfen auf mehrere Seiten, dazu wird auf das Symbol unten rechts auf dem Bildschirm getippt, so kann man bis zu 8 Seiten nebeneinander laufen lassen. Diese laden glücklicherweise auch im Hintergrund, bleiben aber nicht ewig im Speicher, sondern müssen neu geladen werden, sobald sich der zugeteilte Arbeitsspeicher füllt, oder der iPod gedreht wird.

Mehrseitiges Browsen im Hochformat...

...als auch im Querformat

Auch auf die Lesezeichen, die man zuhause gespeichert hat, kann man zugreifen. In iTunes besteht die Möglichkeit, auszuwählen, ob die gespeicherten Bookmarks mit dem iPod touch synchronisiert werden sollen.

Lesezeichen einfach zur Hand

Seit gestern bietet Apple auf ihrer Webapps-Webseite zahlreiche Links zu Applikationen, die auf dem mobilen Safari laufen. So kann teils fehlende Software wie Spiele, Instant-Messaging-Clients oder E-Mail mittels Webapplikationen ersetzt werden. Dies trifft aber nicht auf alle möglichen Lösungen zu. Durch das fehlende Flash-Plugin bleiben dem Benutzer einige Möglichkeiten verwehrt, ein Nachrüsten scheint im Augenblick nicht im Interesse Apples zu sein.

YouTube

Auch beim iPod touch trägt die Kooperation zwischen Google & Apple Früchte. Da Flash beim Safari-Browser nicht funktioniert, muss auf eine Separate Lösung zurückgegriffen werden; YouTube ist als Zusatzprogramm standardmässig auf dem Gerät installiert. Um diese Funktion zu nutzen, muss aber ein Funknetzwerk in Reichweite sein.

Frisch ab Fabrik bietet die YouTube-Applikation Highlights, Topvideos, Lesezeichen und die Videosuche an. Diese Anordnung kann jedoch, wie in anderen Auswahlmenüs auch, beliebig verändert werden, sowie die vorhandenen Optionen mit "Neueste Videos", "Beste Wertungen" und "Verlauf" ersetzt werden.

Diese Vier Optionen bieten sich dem Benutzer an

Am meisten Verwendung wird wohl die Suchfunktion finden. Hier ist jedoch anzumerken, dass nicht alle auf YouTube hochgeladenen Videos zur Betrachtung auf dem iPod touch zur Verfügung stehen. Eine Suche nach Benutzer ist im eigentlichen Sinn nicht möglich; die Suchresultate werden mit sonstigen Videos, welche auch den Benutzernamen enthalten, durchmischt.

Die bekannte Suchfunktion

Die Videos sehen beim Abspielen sehr gut aus, sie erschienen subjektiv sogar einen Tick besser als auf der Website selbst - dies könnte aber auch an der hohen Pixeldichte des Bildschirms liegen. Ein Tippen auf das laufende Bild lässt, wie auch schon bei der "normalen" Video-Funktion, ein Onscreen-Menü auftauchen, welches die gleichen bekannten Funktionen bereithält, sowie zusätzlich die Möglichkeit zur Speicherung in den Lesezeichen bietet.

Videoqualität: Ganz passabel

Wenn das Video fertig ist, oder man aber auf dem Onscreen-Menü auf "Fertig" tippt, wird man automatisch zur Videobeschreibung geführt, wo unter anderem auch erneut die Möglichkeit zur Speicherung in den Lesezeichen geboten wird, sowie ähnliche Videos wie das soeben betrachtete aufgeführt werden.

Die Clip-Übersicht nach dem Abspielen

Die Lesezeichen sind dementsprechend auch essentiell, wenn man nicht zuerst 5 Minuten nach den Lieblingsvideos suchen will. Diese Bookmarks werden lokal abgespeichert und mit keiner anderen Datenbank synchronisiert, also kann man diese auch direkt auf dem Gerät bearbeiten.

Einfach zu pflegen: Die YouTube-Lesezeichen

Im Grossen und Ganzen funktioniert diese Funktion sehr gut und bereitet Freude, wenn man genug von den gespeicherten Videos auf dem Gerät hat. Ab und zu verzeichnete der ganze YouTube-Service jedoch Leerläufe und Hänger, Videos wurden nicht oder nur teilweise geladen. Vielfach beseitigte ein Neustart des iPod diese Störungen, daher können wir nicht mit abschliessender Sicherheit sagen, ob diese Unterbrüche am Service selbst, oder aber an Bugs in der Software liegen.

Kalender

Der Kalender auf dem iPod touch besitzt keine "Schreibrechte", es können nur Termine, die bereits in iCal auf dem Mac erstellt und/oder abonniert wurden, synchronisiert werden. Daher beschränkt sich die Funktionalität des Kalenders bloss auf reines Gucken. Dazu bietet es 3 Ansichten: eine Listenansicht mit zukünftigen Terminen, eine Tagesansicht mit Zeitraster sowie eine Monatsansicht.

Die Listenansicht zeigt auf einen Blick zukünftige Termine

Die Tagesansicht zeigt alle Termine eines Tages im Halbstundenraster

In der Monatsansicht sind alle Daten mit Terminen mittels

eines Punktes markiert, alle Termine des ausgewählten

Tages sind darunter in einer scrollbaren Liste aufgeführt

Bisher haben wir versucht, vergleichende Parallelen zwischen iPhone und iPod touch zu vermeiden. Doch beim Kalender stösst das Wegstreichen der Funktion, neue Termine hinzuzufügen, sehr sauer auf. Diese kleine Funktionserweiterung hätte sicherlich keine iPhone-Verkäufe wegkannibalisiert. Ehrlich gesagt zieht auch das Argument "Der iPod ist kein PDA" in diesem Falle nicht. Papier und Stift bieten mehr Flexibiliät als eine Kalenderfunktion ohne Editiermöglichkeit. Vor allem, da das Adressbuch nach der Portierung vom iPhone völlig editierbar geblieben ist. Da ist es verständlich, dass die Hacking-Szene sehr aktiv und mit Erfolg versucht hat, den iPod für iPhone-Applikationen freizuschalten, so illegal dieses Vorgehen auch ist. Es bleibt zu hoffen, dass zukünftige Firmware-Updates seitens Apple eine konsumentenfreundlichere Richtung einschlagen werden.

Kontakte

So wie sich Musiktitel, Videos, Fotos, Lesezeichen und Kalendereinträge mit dem iPod touch synchronisieren lassen können, ist das auch mit Kontakten möglich. Im Gegensatz zu Kalendereinträgen sind die Einträge im Adressbuch jedoch vollständig editiberbar.

Die Anzeige der Kontakte geschieht entweder als Komplettliste oder in Gruppen, die im Vorfeld auf dem Computer erstellt wurden.

Die Gruppenauswahl...

...sowie die Gesamtansicht

Alle Einträge im Adressbuch lassen sich beliebig erweitern, kürzen und mit Fotos, die auf dem iPod liegen, ergänzen. Alle Änderungen werden beim nächsten Anstöpseln an den Computer via iTunes synchronisiert, bei Konflikten im Datenbestand wird der Benutzer danach gefragt, wie mit der Synchronisierung vorzugehen ist.

Auf "Bearbeiten" tippen und der Eintrag, hier in der

Übersicht, lässt sich nach Belieben verändern...

Es lassen sich beliebige Details anpassen...

...sogar das Anzeigebild lässt sich ändern.

 

Dank der Editierbarkeit der Adressbucheinträge besitzt dieses Feature einen hohen Nutzwert. Zum Glück wurde diese Funktion nicht künstlich verkrüppelt, hätte das doch noch mehr wütende Benutzer auf den Plan gerufen.

Uhr

Zum Standardrepertoire eines iPods gehörten seit einiger Zeit mannigfaltige Timer- und Wecker-Funktionen. Durch den grossen Bildschirm des iPod touch konnten diese optisch aufgewertet werden und machen so einfach spass, sie zu benützen. Die Uhr-Funktionen sind in 4 Tools unterteilt: Weltuhr, Wecker, Stoppuhr und Timer.

Die Weltuhr denkt mit, so muss nicht die effektive Zeitzone, sondern nur die gewünschte Stadt ausgewählt werden. Die Darstellung kann mit verschiedenen Städten gefüllt werden. Pro Stadt wird die Uhr analog & digital angezeigt, sowie angegeben, in welcher Relation das dortige Datum zum Standort steht - "Heute", "Morgen" oder "Gestern". Weiterhin wird angezeigt, ob es in der gewünschten Stadt bereits hell ist oder nicht, indem das Ziffernblatt der analogen Uhr weiss oder schwarz eingefärbt wird.

Der perfekte Helfer für den Kosmopoliten

Die Weckfunktion bietet auch nicht nur einen, sondern mehrere, verschieden einstellbare Alarme an. Wenn ein Wecker aktiv ist, wird dies oben rechts mittels einer kleinen Uhr neben der Batterie-Anzeige signalisiert. Die Wecktöne kommen aber aus dem iPod-üblichen Piezokristall-Lautsprecher. Dieser ist bekanntlicherweise nicht so laut, und leider lässt sich an die Weckfunktion keine Playlist-Wiedergabe koppeln. So ist die Aufmachung zwar schön, aber einen halbkomatösen Tester weckt das nicht, morgens um 6.

Die Weckerübersicht, genügend Platz für einige Alarme

Die Weckfrequenz lässt sich ebenfalls einstellen...

...sowie welches Piezo-Gezirpe zur eingestellten Zeit ertönen soll

Wenn's schee macht: Eine Stoppuhr mit Rundenzeiten ist ebenfalls integriert. Leider ist die Speicherung älterer Einträge nicht möglich, um so vielleicht doch einen sportlichen Anpruch erheben zu können. Die Benutzung ist selbsterklärend.

Beliebig viele Rundenzeiten sind messbar

Zu guter letzt fehlt keinem Gerät mit Zeitmessfunktionen, welches was auf sich hält, ein Timer. Die Benutzeroberfläche mit den drehbaren "Zylindern" ist sehr hübsch gelöst. Auch hier lässt sich auswählen, mit welcher Piezo-Piepsart man benachrichtigt werden will.

Die Lasagne sind im Ofen. iPod, lass es mich wissen, wann sie bereit sind.

Die Uhr-Funktionen erfüllen die Erwartungen, warum man jedoch nicht mehr mit Musik geweckt werden kann, ist mir ein Rätsel.

Rechner

Das letzte Tool, welches durch die neuerdings.com-Prüfmühle rattern muss, hat es einfach und erfüllt die Vorgaben sogar exzellent. Es ist zwar kein wissenschaftlicher Rechner, jedoch beherrscht er Punkt-vor-Strich-Berechnung, sowie scheitert er auch nicht an der Testrechnung 1/3*3 - das Resultat beträgt hier, nicht wie auf vielen billigen Rechnern 0.33333333, sondern 1. Hut ab an Apple, eine brauchbare Rechenroutine hinterlegt zu haben.

Ein Rechner, wie jeder andere auch, aber er beherrscht sein Métier

Kurz und bündig, die Übersicht über das letzte Programm auf dem iPod touch.

Fazit

Der iPod touch ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist er ein Juwel, welches hervorragend Musik und Videos abspielt und mit YouTube eine zeitgemässe und riesige Bibliothek an unterhaltsamen Videos bereitstellt. Dank WLAN und Safari fungiert er unterwegs (oder auch zuhause) als sehr taugliche Online-Lösung. Die iTunes Mobile Store-Anbindung bietet eine gute Lösung zur Vergrösserung der eigenen Musikbibliothek. Das ganze wird von einem erprobten und ausgeklügelten Bedienkonzept getoppt und bereitet so sicherlich für eine lange Zeit eine Menge Spass, alles in einer Hülle, welche die Blicke der Mitmenschen auf sich zieht. Andererseits muss man sagen, dass 299, bzw. 399 Euro doch ein recht happiger Preis für den gebotenen Speicherplatz ist; ausserdem wecken die gewollt fallen gelassenen Programme des iPhones, speziell "Notizen" und die Editierbarkeit des Kalenders, ein gewisses Nasenrümpfen. Dass im Moment noch keine brauchbare Fernsteuerungslösung erhältlich ist, reduziert den Benutzerkomfort.

Das Benutzerprofil des iPod touch-Käufers ist sehr genau umrissen. Wer kein iPhone will, da er nicht auf MMS, UMTS und die Akku-Unabhängigkeit zwischen Telekommunikationsmittel und Mediaplayer verzichten kann, sowie auf einen grösseren, aber auf auf 16 GB limitierten Speicher zurückgreifen, seine Videos auf einem brillanten, grossen Bildschirm, nicht auf den kleineren der iPod-Modelle classic oder nano betrachten will, und bis zu 399 Euro auf der hohen Kante liegen hat, für den ist der iPod touch die perfekte Wahl. Alle anderen sollen sich für andere Produkte entscheiden, oder aufs iPhone warten.

Meiner ist bestellt.

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iPod touch im Test: 1. Teil, 2. Teil

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