10.09.08

iPod Nano 4G: Musik in allen Regenbogenfarben

Klein und eher so mittel-oho.

9. September, Tag der Apple-Keynote. Diesmal waren es iPods, die Steve Jobs vorstellen konnte. Das interessanteste und doch nicht umwerfendste Modell dieses Mal: Der neue iPod nano.

Klein und eher so mittel-oho.

Als Steve Jobs gestern in einer vergleichsweise unspektakulären Stunde die Updates der iPod-Reihe vorgestellt hat, bewahrheiteten sich wieder einmal die Gerüchte, die im Vorfeld kursierten. Es war ja auch zu unwahrscheinlich, dass z.B. ein Hersteller wie Hama auf der IFA eine Schutzhülle für ein nie erscheinendes Gerät auf den Markt bringt. Entsprechend unüberrascht waren wohl die meisten dann auch, als der neue nano vorgestellt wurde, der sich optisch wieder seinen Vorgängern annähert.

Das fast schon quadratische Design konnte sich offenbar unter der Kundschaft nicht so ganz durchsetzen. Auch ich zähle mich zu denen, die den nano 3G seiner fehlenden Griffigkeit wegen nicht gekauft haben. Er fühlte sich einfach nicht richtig an. Nun ist er also wieder länglich und leicht mandelförmig, sieht eher aus wie eine hypermoderne Fernbedienung, kann aber doch einiges mehr als sein Vorgänger:Was schon beim Betrachten der Produktseite auffällt, ist der Mut zur Farbe, den Apple an den Tag legt. In der Keynote-Präsentation wurde die neue Farbpalette mit dem griffigen Namen "nano-chromatic" zusammengefasst, letztendlich handelt es sich um sieben bonbonbunte Modelle, eine schlichte, silberne Ausgabe und ein dezentes Anthrazit. Gefällt sicher nicht jedem, dürfte aber halbwegs massenkompatibel sein. Hübsch anzuschauen ist es jedenfalls.

 

Das Display wurde im Vergleich zum Vorgänger zwar beibehalten, nur ist es jetzt um 90° gedreht und nicht mehr im Breitbildformat. Die hauseigene Technik mit dem Bewegungssensor lässt es aber jetzt auch zu, den iPod zu drehen, um die volle Breite des Displays ausnutzen zu können. Sofern man denn mal eventull aufgespielte Videos schauen möchte.

Besonders begeistert waren die anwesenden Zuschauer bei der Keynote offenbar vom neuen Feature, der sogenannten "Shake to Shuffle"-Funktion. Schüttelt man den Player, schaltet er sich in den Zufallsmodus um. Dass Sony Ericsson diese Funktion im W910i schon in einer vergleichbaren Art und Weise verbaut hat, wussten dabei wohl die wenigsten. Kurios ist es allemal, dass Apple ein Jahr nach Sony Ericsson die Schüttelbedienung einführt.

Das Thema Zugänglichkeit ist mit der vierten Generation nanos nun auch ein Thema für Apple. So kann man sich beispielsweise Menünamen, Songtitel und Interpreten vorsprechen lassen, falls man das Display nicht benutzen kann. Außerdem lassen sich die Displayeinstellungen individuell korrigieren, wie z.B. die Kontraste und die Beleuchtung. Schaut man Videos auf dem nano, kann man sich eventuell vorhandene Untertitel auch einblenden lassen.

Auch in Sachen Nachhaltigkeit versucht Apple jetzt ein Zeichen zu setzen. Auf der Infoseite wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Gehäuse des nano recyclebar und Schadstoffe vermieden wurden.

Zu guter Letzt noch ein Hinweis: Ab sofort verkauft Apple wieder mal spezielle Kopfhörer mit Fernbedienung für die iPods. Kostenpunkt: 79?. Besonderer Clou: Das neue Modell macht den iPod zum Diktiergerät. Gut, das ging bisher auch schon über Umwege, aber jetzt kommt Apple selbst auf den Trichter, dass die Geräte auch zur Tonaufnahme taugen.

Zusammengefasst sind die neuen Funktionen und das erneuerte Design des nano 4G sicher nicht sensationell, beweist aber mal wieder die Konsequenz, eigene Entwicklungen durch komplette Produktgruppen zu ziehen. Ansonsten ist auch dieser nano immer noch genau das, was er schon bei seiner Einführung war: Ein kompakter, eher mittelpreisiger denn günstiger Audioplayer, der vor allem durch eine nützliche Zusammenstellung von Funktionen verfügt. Ob man diese Funktionen wirklich braucht, muss jeder für sich selbst entscheiden.

[Produktseite]

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