26.11.07

iPhone ohne Vertragsbindung bei T-Mobile Das 2000-Mark-Handy

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Gezwungenermassen und vielleicht nur kurze Zeit verkauft die Telekom das iPhone auch ohne Vertragsbindung und ohne SIM-Lock - allerdings ist unseres nach zwei Tagen noch immer nicht entsperrt.

DSC 9107Wer noch heimlich im Kopf alles in D-Mark umrechnet (soll es ja immer noch geben) und wer zudem mitverfolgt, dass eigentlich alles Elektronische billiger wird, vor allem PCs, der wird es noch etwas beeindruckender finden: ein Handy für 999 Euro - "aber das sind ja 2000 Mark!"

Und das nicht für diamantenbesetzen Blödsinn, sondern ein eigentlich ganz normales Telefon, nur eben prohibitiv teuer, weil die Telekom es eigentlich so gar nicht verkaufen will. Aber wer fällt auf so etwas bloss rein? Ähm... unter anderem wir - aber natürlich nur aus journalistischem Interesse, weil wir mal schauen wollen, wie das klappt mit dieser Hals über Kopf eingeführten Freischaltung.

Im Telekom-Shop in Konstanz reagiert niemand überrascht auf die Frage nach dem iPhone ohne Vertragsbindung: "Ja, haben wir, ja, können Sie direkt mitnehmen, 999 Euro, ja, funktioniert dann auch in der Schweiz, wir hatten schon viele Schweizer Kunden." - "Und wie funktioniert das, haben sie zwei Stapel im Lager?" - "Nein, wir können das telefonisch freischalten lassen."

Klingt problemlos. Also zum Geldautomaten, meine deutsche Karte kann nur 500 Euro pro Tag, also ziehe ich den Rest mit der Schweizer Karte habe hinterher ein hübsches Bündel aus zwei "Haushaltsmischungen" mit Fünfzigern bis Zehnern. Bei solchen Gelegenheiten schätze ich Schweizer Bankomaten, die emotionslos in 200er-Noten stückeln.

 

Das denkt der nette Telekom-Azubi Herr Pretli vielleicht auch, der zuerst mal kassiert und dabei alle Fünfziger über so einen Echtheitsprüfer zerren muss. Einer braucht vier Anläufe, bis er endlich zugibt, dass er echt ist. Die wissen schon, wie sie die Spannung hoch halten, die von Apple, denke ich.

Dann kommen die iPhone-Tüte , die ja auch hier bei neuerdings.com schon zu Ehren gekommen ist, und die Schachtel, auf der unverändert der Disclaimer steht:

 

"Das iPhone ist nur in Zusammenhang mit dem Abschluss eines für die Nutzung des iPhone optimierten T-Mobile Tarifes mit einer Mindestlaufzeit von 24 Monaten mit entsprechender SIM-Karte der T-Mobile Deutschland GmbH nutzbar."

Herr Pretli ruft bei einer Hotline an. Die ist offenbar nicht zuständig und verweist ihn stattdessen an die (vermutlich Telekom-interne)Nummer 02805 334220, die Herr Pretli auf einem Zettel notiert und die ich schnell mitschreibe. Er diktiert die IMEI-Nummer vom einen Telefon ins andere Telefon.

Vorher und nachher erklärt mir dreimal etwas umständlich, dass die Freischaltung 24 Stunden dauere, "also das heisst, morgen um diese Uhrzeit geht es dann", um allerdings am Ende einzuschränken: "Ob das am Wochenende auch so ist, weiss ich nicht." Ich frage sicherheitshalber nochmal, ob es wirklich auch in der Schweiz geht. "Ja, kein Problem, wir haben viele Schweizer Kunden." Wie dieser Over-the-Air-SIM-Unlock genau funktioniert, will er nicht sagen, wahrscheinlich weiss er es aber selbst nicht.

Vor dem Laden stecke ich sofort meine ALDI-medion-mobile-SIM-Karte ins sogar fast voll aufgeladene iPhone. Wer denkt, das sei ein Sakrileg, mag sich vergegenwärtigen, dass mitten im T-Punkt sieben Medion-PCs auf dem Boden rumstehen wie beim Billigdiscounter (der konsistente Magenta-Markenauftritt ist sowieso am Point of Sale nur noch ein Schatten seiner selbst).

Erwartungsgemäss sehe ich: "Incorrect SIM. Please insert a valid SIM to activate iPhone."

An der Grenze zahle ich, korrekt, wie ich bin, 107 Franken Zoll. So weit, so gut.

Zuhaus schliesse ich das iPhone spasseshalber wenigstens mal an iTunes an, auch wenn ich weiss, dass das nichts nützen wird. Immerhin, die Statusmeldung ändert die Sprache: "Falsche SIM-Karte. Zum Aktivieren des iPhone eine gültige, ungesperrte SIM-Karte einlegen."

50 statt 24 Stunden später wird es wohl langsam Zeit, mal bei dieser Nummer anzurufen. Fortsetzung folgt...

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