08.07.08

iPhone 3G: Praxistipps für frischgebackene iPhone-Besitzer (Teil 1)

Iphonerosa

Noch dreimal schlafen, dann kommt endlich das neue iPhone 3G auf den Markt. Doch bei diesem Gerät ist so manches anders als bei normalen Mobiltelefonen, und vieles erschliesst sich einem nicht auf den ersten Blick. Ein iPhone-User der ersten Stunde gibt Praxistipps zu häufig gestellten Fragen.

[Dies ist der erste Teil unserer Praxistipps. Hier entlang zu den nächsten fünf Fragen.]

1. Welches Zubehör brauche ich? Funktioniert das Zubehör fürs alte iPhone auch mit dem neuen?


Das neue iPhone passt nicht in jede alte Hülle

Rund um das iPhone ist schon eine ganze Zubehörindustrie entstanden, die natürlich auch den neuen Benutzern des iPhone 3G ihre Produkte anbieten will. Da gibt es allerlei Hüllen und Gürtelhalfter, Spezialladegeräte, Kopfhörer und Dockingstationen.

Bei zwei Dingen muss man vorsichtig sein: Alte Hüllen passen möglicherweise nicht, da das neue iPhone etwas anders geformt ist. Und Zubehörteile, die sich mit dem iPod-Connector unten am iPhone verbinden lassen, könnten Probleme bereiten, denn in die alten Ladedocks passt das neue iPhone schon mal nicht rein.

Eine Hülle braucht man fürs iPhone nicht unbedingt, zumindest nicht aus reinen Schutzüberlegungen. Mein iPhone der ersten Generation habe ich nicht gerade pfleglich behandelt, und nach mehr als einem Jahr hat es erst einen kleinen Kratzer und eine kaum sichtbare Delle (von einem Fall aus einem Meter Höhe) abgekriegt. Allerdings haben die neuen iPhones kein Alu-, sondern ein Plastikgehäuse, so dass vermutlich etwas mehr Vorsicht angezeigt ist.

Zu emotionalen Diskussionen führt immer die Frage, ob man ein iPhone am Gürtel tragen darf. Die korrekte Antwort: Eher nein. Wenn, dann nur so, dass man auch klar sieht, dass es sich um ein neues iPhone handelt, und selbst das ist nur in den nächsten zwei Wochen cool. In den USA sieht man einen deutlichen Trend: BlackBerry-bewehrte Arbeitssklaven tragen ihr Gerät am Gürtel, coole iPhone-User ("Think different" und so) hingegen nicht.

2. Welche Kopfhörer funktionieren mit dem iPhone? Brauche ich überhaupt andere, oder reichen die mitgelieferten aus?

Bessere Kopfhörer sind ein ziemlich essentielles Zubehörteil, denn die mitgelieferten Apple-Ohrstöpsel sind nicht nur unbequem, sondern klingen auch nahezu inakzeptabel. Dieses Urteil mag manchem snobistisch vorkommen, aber wer sich mal an bessere Kopfhörer gewöhnt hat, will nie wieder zurück.

Beim neuen iPhone kann man im Gegensatz zur ersten Generation beliebige Kopfhörer verwenden. Empfehlenswert ist allerdings der Kauf eines spezifischen iPhone-Kopfhörers mit eingebautem Mikrofon und Anrufentgegennahme-Knopf. Damit braucht man sich nämlich beim Musikgenuss nicht immer den Kopfhörer aus den Ohren zu reissen, wenn ein Anruf kommt. Ausserdem kann man den Kopfhörerknopf im iPod-Modus zur Weiterschaltung zum nächsten Titel benutzen. Das ist wichtig, weil das iPhone hierfür keine physische Taste bietet. Wenn also der laufende Titel nicht gefällt, muss man sonst erst das iPhone "wecken" und dann auf dem Touchscreen das entsprechende Bedienungselement finden.

 


Eine gute Wahl: Die Ultimate Ears

Die deutlich besten Erfahrungen haben wir mit den Ultimate Ears super.fi 4 gemacht. Der Klang ist für so kleine Ohrstöpsel sehr gut und balanciert, die Bedienungslemente sind robust und gut zu finden. Vor allem tragen sich diese Stöpsel sehr bequem und stören auch nach Stunden nicht. Mit 149 Euro Listenpreis sind sie aber nicht gerade billig. Auch nett sind die V-Moda Vibe Duo, die etwas extravaganter gestylt und mit 99 Euro um einiges preiswerter sind. Der Klang ist allerdings sehr basslastig, und wir hatten zudem im Langzeittest Probleme mit der Zuverlässigkeit des Kabels, das nach einigen Monaten den Geist aufgab. Eine gute Lösung ist auch der Music Phone Adapter von Shure, ein Adapterkabel, mit dem sich jeder Kopfhörer zum iPhone-Headset samt Mikrofon umbauen lässt. Allerdings werden solche Adapterkabel gern mal etwas unhandlich im täglichen Einsatz.

Sämtliche modernen Bluetooth-Headsets sollten mit dem neuen iPhone problemlos funktionieren. Nach wie vor bietet das iPhone aber kein A2DP-Profil auf Bluetooth, so dass drahtlose Stereokopfhörer sich leider nicht verbinden lassen.

3. Wie lange hält die Batterie in der Praxis? Wie kann ich die Laufzeit optimieren?

Die Frage nach der Batterielaufzeit kann man nur beantworten mit: Kommt ganz drauf an. Die iPhones der ersten Generation hatten einen Akku, der in der Praxis genug Saft für zwei bis drei Tage normalen Betriebs lieferte. Das neue iPhone soll eine verbesserte Batterie haben, die deutlich länger hält - theoretisch.

Auf jeden Fall kommt es beim iPhone stark darauf an, welche Features eingeschaltet sind und benutzt werden. Die wichtigsten Stromfresser sind der Screen, der WiFi-Empfänger sowie im neuen iPhone auch der 3G-Funkteil und der GPS-Empfänger. Wer also häufig mit WiFi surft oder Filme auf dem iPhone anschaut, muss mit einer deutlich kürzeren Batterielaufzeit rechnen. Musikkonsum mit dem iPod-Teil ist hingegen energietechnisch sehr gutmütig.

Glücklicherweise lassen sich aber WiFi und 3G manuell abschalten, so dass wenigstens diese Elemente keinen Strom saugen. Wenn man also unterwegs ist und auf lange Batterielaufzeit angewiesen ist, sollte man zu dieser Massnahme greifen.

Der Akku lässt sich auch im neuen iPhone leider nicht vom Benutzer austauschen, falls die Batterie mal den Geist aufgibt. Dazu muss man das Gerät an Apple schicken. Von den iPhones der ersten Generation sind allerdings so gut wie keine echten Probleme mit Akkus bekannt geworden, so dass man vor Batterieversagen keine grosse Angst haben muss.

4. Welche Websites kann ich mit dem iPhone benutzen? Gibt es solche, die speziell fürs iPhone optimiert sind?

Grundsätzlich kann das iPhone mit seinem eingebauten Safari-Browser jede Website darstellen, zwei wichtige Ausnahmen gibt es allerdings: Flash und Java gibt es nicht. Das ist eine wesentliche Einschränkung. Immerhin werden Youtube-Links automatisch auf den eingebauten Youtube-Player im iPhone umgeleitet, aber wer Videocontent aus anderen Quellen sehen will, hat Pech gehabt.

Auch wenn das iPhone prinzipiell jede normale Website darstellen kann, heisst das nicht, dass das der ideale Weg ist, um auf Informationen aus dem Web zuzugreifen. Da der Prozessor im iPhone natürlich viel langsamer ist als der im PC oder Mac, braucht der Seitenaufbau seine Zeit. Beispiel: Die Homepage von Spiegel Online lädt auf dem Mac mit Firefox 3 in knapp vier Sekunden, auf dem iPhone wartet man hingegen (über die gleiche WiFi-Verbindung) ca. 17 Sekunden.

Glücklicherweise gibt es aber schon diverse Websites, die für Mobiltelefone generell oder das iPhone im Besonderen optimiert sind. Zu den Besten gehören (ohne direkte Hyperlinks, da normale Browser meistens auf die Vollversion umgeleitet werden):

  • Google (google.com/m), vor allem Google Reader für RSS
  • Spiegel Online Mobile (mobile.spiegel.de)
  • New York Times (mobile.nytimes.com)
  • Xing (iphone.xing.com)
  • Facebook (iphone.facebook.com)
  • FriendFeed (friendfeed.com/iphone)

Generell kann man bei vielen Websites ausprobieren, ob sich was meldet, wenn man mobile.domain.com oder m.domain.com eingibt. Funktionert erstaunlich oft.

Sämtliche Blogs von Blogwerk leiten das iPhone übrigens unter der normalen URL automatisch auf eine für den Mobilbetrieb optimierte Version um. So sollte das eigentlich sein.

5. Wie tippe ich am schnellsten auf dem iPhone?

Auch jeder noch so begeisterte iPhone-User wird vermutlich zugeben müssen, dass eine der Schwächen des iPhones das Fehlen einer physischen Tastatur ist. Die Bildschirmtastatur ist zwar schlau gemacht, aber kann halt taktile Qualitäten nicht ersetzen. Nicht nur fällt so Blindbedienung (SMSeln unter dem Tisch...) praktisch flach, auch die Texteingabe ist meistens langsamer im Vergleich zu Geräten mit "richtigen" Tasten.

Immerhin kriegt man mit etwas Übung auf dem iPhone schon ganz anständige Tippraten hin, beinahe vergleichbar mit BlackBerries. Die beste Technik ist hierbei ganz klar, mit beiden Daumen zu tippen. Das ist zwar eigentlich weniger präzise als das Benutzen des Zeigefingers, aber die sehr gute Rechtschreibekorrektur macht diese Differenz wieder wett.

Wichtig ist ausserdem, der Rechtschreibekorrektur zu vertrauen. Auch wenn man gleich bei mehreren Buchstaben pro Wort danebenhaut, findet die Korrektur meistens das richtige Wort. Zudem ist es vorteilhaft, eher stärker zu tippen, als es eigentlich nötig wäre, also richtig auf den Bildschirm zu drücken, als ob es eine echte Tastatur wäre. So kriegt man nämlich mehr Treffsicherheit und spürt besser, ob man wirklich was getroffen hat.

Das folgende Video zeigt, wie's gemacht wird:

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» Weiter zum zweiten Teil der Praxistipps mit den folgenden fünf Fragen:

  • Welche Shortcuts gibt es für die iPhone-Bedienung?
  • Wie pflege ich den Bildschirm?
  • Welche Applikationen gibt es für das iPhone?
  • Welchen Datenplan braucht man? Wieviele Daten überträgt man normalerweise pro Monat?
  • Soll man sich denn jetzt wirklich ein iPhone kaufen?

(Mit Dank an leumund.ch für die Inspiration für diesen Beitrag)

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