10.07.08

iPhone 3G: Alles, was man wissen muss (in der Schweiz)

iPhone 3G

In 12 Stunden beginnt der Verkauf des ersten iPhones in der Schweiz. Wir haben die wichtigsten «administrativen» Fragen zu Verträgen und Kosten nochmal zusammengestellt.

iPhone 3G

Welche Tarife gibt es?

Hier sind die Tarife von Swisscom , hier die Tarife von Orange (jeweils durchklicken, nicht direkt verlinkbar).

Und wer ist billiger?

Wie bei allen Handyverträgen: Es kommt darauf an. Beide Anbieter bilden im wesentlichen ihre bisherigen Abos ab, und auch bei denen hängt es vom Telefonierverhalten ab, wo man günstiger fährt. Orange hat Gratisminuten und Gratisgespräche zu den drei Lieblingsnummern, Swisscom hat den günstigen Stundentarif; Swisscom hat nur 24-Monate-Abos (die lang werden könnten, weil sicher in dieser Spanne das nächste iPhone folgt), Orange hat auch eine 12-Monate-Variante; Orange hat bei allen Abos 1 GB Datenverkehr inklusive, Swisscom hat den Preis für den zusätzlichen Datenverkehr pro Tag bei 5 Franken gedeckelt - und so weiter. Einen ersten guten Anhaltspunkt bietet ein iPhone-Tarifrechner .

Was kostet mich denn das iPhone insgesamt in den 24 Monaten?

Diese Frage finden wir etwas kopflastig, aber nun gut. Die SonntagsZeitung hat es ausgerechnet und kam im Artikel «Das iPhone geht ins Geld» (Link leider nur temporär) am 6. Juli auf die folgenden Werte: Ein «typischer» Kunde * zahlt in der Schweiz für ein Abo über 24 Monate bei Swisscom 2383 Franken, bei Orange 2477 Franken.

* Annahmen für den «typischen Kunden» pro Monat: 180 Gesprächsminuten, durchschnittliche Anrufdauer zwei Minuten, Combox achtmal abgefragt, 50 SMS, 100 MB beim mobilen Surfen, 80 Prozent der Anrufe ins Festnetz/eigene Mobilfunknetz, 20 Prozent in andere Netze, je ein Drittel der Anrufe während tagsüber/abends/am Wochenende, keine Anrufe ins Ausland

Was kostet mich das iPhone, wenn ich meinen bestehenden Vertrag verlängere?

Das konnten die Mitarbeiter im Shop uns noch nicht sagen.

Wie sieht es mit der WLAN-Nutzung von Hotspots aus?

Das WLAN der Swisscom-Hotspots ist im Tarif enthalten - wer also im Starbucks oder am Bahnhof sitzt, ist schnell unterwegs. Im Orange-Tarif sind 100 WLAN-Minuten pro Monat an «über 45'000 Hotspots weltweit» (davon 1'500 in der Schweiz) inklusive. Das ist viel, wenn man schnell beim Umsteigen am Bahnhof seine Mails abholt; im Café oder am Flughafen sind 100 Minuten allerdings schnell um. Orange hat hierzulande übrigens keine eigenen Hotspots, aber Kooperationen mit anderen Hotspot-Anbietern wie Orange France, Boingo, WeRoam, Monzoon, TheNet und TPN.

Muss/soll man das iPhone 3G wieder «hacken»?

Nein. Während man das bisher musste, wenn man es in der Schweiz betreiben wollte (es sei denn, man wollte AT&T-Roamingtarife zahlen, was Swisscom-Chef Carsten Schloter angeblich gemacht hat), muss man es diesmal in der Schweiz natürlich nicht hacken, sondern kann es auch einfach so nutzen.

Bis für die neue Generation überhaupt Software-Hacks verfügbar sein werden, wird es einige Zeit dauern. Letztes Mal verging über ein halbes Jahr, bis sich ein neuer «Jailbreak» (Ausbruch) wegen seiner Einfachheit als Quasi-Standard durchgesetzt hatte.

Es war eine grosse Überraschung, dass in der seriösen Schweiz (wo man noch vor einem Jahrzehnt dachte: « PTT-zugelassene Telefone sind besser ») über 40'000 Leute ein gehacktes und damit mehr oder weniger illegales (obwohl die genaue Rechtslage unklar ist) iPhone nutzen würden. Der Anteil der «Hacker» dürfte mit der normalen Verfügbarkeit drastisch sinken, schlicht aus Praktikabilitätsgründen.

Die Vorteile eines ungehackten iPhone sind Updates, die man einfach einspielen kann, ohne sich Gedanken zu machen, ob das Gerät danach vielleicht nicht mehr funktioniert, und der gleichzeitig mit dem 3G-iPhone lancierte «Appstore» (zu Applikationen siehe Nummer 8 der Praxistipps von Andreas Göldi).

Natürlich dürfte es bald wieder Leute geben, die lieber mit einem gehackten iPhone rumlaufen werden, damit sie mit exotischen Apps angeben können. Bei den meisten kommenden Hacks von Schweizer iPhones wird es wohl darum gehen, auf dem Sunrise-Netz zu telefonieren - bei Leuten, die ihren Anbieter nicht wechseln können oder wollen.

Wieviel Traffic mache ich im Monat, welches Daten-Abo brauche ich also?

Schwer zu sagen, auch das ist natürlich abhängig vom eigenen Nutzungsverhalten: Surft man exzessiv oder schaut nur rasch die neuesten Mails an? Erfahrungswerte für die erste, langsamere Generation des iPhones sagen, dass viele Nutzer nur etwas über 100 MB kommen, in jedem Fall aber deutlich unter 1 GB liegen. Man sollte so oder so im ersten Monat einige Male nachsehen, wieviel man schon verbraucht hat (bei der Swisscom geht das kostenlos per SMS mit dem Text "STATUS" an die Nummer 444).

Sind die iPhones SIM-locked?

Dazu gibt es derzeit unterschiedliche kursierende Gerüchte (angeblich stammen beide Versionen vom Swisscom-Kundendienst, was nicht unmöglich ist). Die einen behaupten, es werde das Modell mit 8 GB für CHF 999.- und das mit 16 GB für 1199.- ohne Abo und ohne SIM-lock geben. Die anderen behaupten, restlos alle Geräte seien SIM-locked.

Wichtig ist noch die Art des SIM-lock, und dazu wissen wir schon einiges. Viele Leute setzen «SIM-lock» gleich mit einer Beschränkung auf einen Mobilfunk-Anbieter, aber es gibt verschiedene Arten, s. Wikipedia. Wir wissen aus erster Hand von einem Händler: Jedes iPhone kann via iTunes nur mit maximal drei verschiedenen SIM-Karten (desselben Providers) freigeschaltet werden.

Ist weiss oder schwarz cooler?

Schwer zu sagen, wenn man nur Fotos gesehen hat. Das weisse könnte recht tussimässig aussehen, aber andererseits gibt es weiss nur für die grosse Version (16 GB), so dass man damit zeigen kann, dass man das grosse gekauft hat (ob man ein iPhone der ersten oder zweiten Generation hat, sieht man in jedem Fall an der Rückseite - die ist beim alten aus Alu und nun aus farbigem Plastik). Angesichts des nicht so grossen Preisunterschieds spielt das aber eigentlich keine grosse Rolle.

Updates:

Kann man ein altes iPhone nun auf die neue Software updaten und dann «ungehacked» im Swisscom-Netz betreiben? Nun ist es ja legal.

Nein, das geht nicht. Wer heute die Software aktualisiert, setzt sein Gerät auf den Vertragszustand bei Auslieferung zurück, also meist auf AT&T als einzigen zugelassenen Mobilfunkanbieter. Da es noch keinen Hack für die neue Version gibt, wäre das das vorläufige Ende des Betriebs in der Schweiz.

» Praxistipps zu Technik und Bedienung haben wir hier zusammengestellt

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