19.09.07

Intelligenzschub für Internetradios

Noxon2radio

Die Noxon-Geräte von Terratec erweisen sich schon seit Jahren als alltagstaugliche Internetradios. Jetzt hat ihnen der Hersteller kostenlos zusätzliche Intelligenz eingehaucht: Neben Internetradio und Podcasts spielen sie nach einem Update das persönliche Wunschkonzert aus Musicload, Classical.com, BeSonic , und MP3tunes ab. Daneben tickern die Nachrichten der Deutschen Welle über das Display.

Noxon2radio

Einstecken und losdudeln. Diese Maxime erfüllen die Noxon-Geräte von Terratec schon seit mehreren Jahren. Insbesondere das Urgestein NoxoniRadio lässt sich dank eingebautem Lautsprecher, echtem Drehregler und fünf Fixtasten für die Lieblingssender sowohl leicht angedüdelt samstagnachts als auch kleinäugig am Montagmorgen bedienen. Ferner sind auch eingefleischte Technologiehasserinnen von dem Teil überzeugen, wenn man Latino Traxx auf die Fixtaste fünf legt. Mit Strassenpreisen von gut 150 Euro/250 Franken ist das Teil ferner ein Schnäppchen.

Technisch einen Zacken weiter ist das rund 110 Euro teurere Noxon2Radio, das zusätzlich als iPod-Dock und USB-Player dient. Der Sound ist eine Spur fetter geworden, dafür mussten aber die Fixtasten weichen. Ohne eigenen Lautsprecher kommt das Noxon2Audio daher und erweitert so bestehende Verstärkeranlagen.

 

Alle Noxon bieten eine Auswahl aus derzeit 9856 Radiosendern, betreut wird die Datenbank von Vtuner. Eigene Sender lassen sich dort jederzeit hinzufügen. Wie es sich gehört, ist das Angebot nach Musikstil und Ländern sortiert.

Seit knapp einem Jahr unterstützt das Noxon auch Podcast-Dienste. So kann man beispielsweise jederzeit die aktuelle Ausgabe seiner Lieblingspodcasts anhören, ohne dazu einen Rechner anwerfen zu müssen. In der neusten Softwareversion hat Terratec weiter an der Podcast-Unterstützung gefeilt, auch hier kann man seine Lieblingssendungen nun selber definieren.

An der IFA demonstrierte dann Terratec erstmals die Integration weiterer Dienste in ihre Internetradios. Kostenlos und für alle Besitzer nutzbar sind BeSonic, MP3tunes und die Deutsche Welle. Nach einer Testphase kostenpflichtig ist classic.com, und nur in Deutschland lässt sich der Musikabodienst von Musicload nutzen.

BeSonic ist eine Art Internettalentbörse für Musiker ganz nach dem grossen Vorbild von Garageband.com. Aus immerhin 11'000 Songs kann man sich auf der Webseite eine Lieblingsliste zusammenstellen, welche dann auf dem Noxon jederzeit abgespielt werden kann. Zusätzlich gibt es ein sogenanntes Mood-Radio. Mittels sechs Kriterien soll man sich ein der persönlichen Stimmung angepasstes Radio zusammenstellen können.

In unserem Test schafften wir es allerdings nicht, diese Funktion auf dem Noxon zu nutzen. Sie soll laut Terratec aber in den nächsten Tagen freigeschaltet werden. Ein Dutzend Spartenkanäle, welche von BeSonic als übliches Internetradio gestreamt werden, funktionieren aber bereits problemlos.

Dagegen ist MP3tunes eine Art Festplatte im Internet. Man speichert dort entweder Musik, die man im Internet aufgestöbert hat, oder kopiert sie aus seiner eigenen Musiksammlung ins Internet. Ein Gigabyte Speicherplatz ist kostenlos.

Im Test kopierten wir dem Synchronisationsprogramm für Windows eine Handvoll Songs auf den Internetserver. Das funktionierte zwar mit 14 Kilobit pro Sekunde extrem langsam, aber wenigstens vollautomatisch im Hintergrund. Danach wollten wir die Musik am Noxon abspielen. Ausser "Please register your service" auf dem Display brachten wir aber keine Reaktion aus dem Noxon. Der Terratec-Support wies uns dann darauf hin, dass man die nötige Freischaltung bei www.radio567.com durchführen muss. Nach längerem Schürfen in den Foren von MP3tunes stellten wir zusätzlich fest, dass man für die Noxon-Integration eigentlich einen Premium-Account für 40 Dollar jährlich lösen muss.

 

Musik gab es dafür beim ebenfalls neuen Noxon-Dienst Classical.com. Er lässt sich für 15 Tage kostenlos nutzen, Danach sind knapp 12 Euro pro Monat fällig. Für das Geld kann man sich unbeschränkt Playlisten im Internet zusammenklicken und diese beliebig am Noxon abrufen. Anscheinend ist es nicht möglich, Suchabfragen direkt am Noxon zu definieren und so auf Classical.com zuzugreifen. Mit der Browser-Oberfläche ist das problemlos und detailliert möglich, es lassen sich beispielsweise alle Cello-Stücke von Mozart wählen und spielen. Enttäuschend ist die Streaming-Qualität von Classical.com. Mit 64 Kilobit pro Sekunde ist man von CD-Qualität weit entfernt.

Die Integration von Deutsche Welle umfasst neben "Nachrichen auf Abruf" auch einen Textdienst, der auf dem mehrzeiligen Display des Noxon abgerufen werden kann. Der Fokus liegt dabei hauptsächlich auf Deutschland.

Verglichen mit echten RSS-Feeds, wie sie beispielsweise Logitechs Internetradio Squeezebox darstellen kann, ist diese Lösung aber eher enttäuschend.

Mit den neuen Diensten wurden die Noxon-Radios sichtlich aufgewertet. Ärgerlich ist aber, dass alte Fehler mit der neuen Software noch immer vorhanden sind. So ärgern sich Hörer des helvetischen Klassikkanals Swiss-Classic seit Jahren, dass die Wiedergabe dieses128-Kilobit-Senders nach rund einer Stunde abbricht. Die Internetforen sind ferner voll von Beiträgen, welche sich über ähnliche Probleme beklagen.

Fazit: Die Noxons gehören noch immer zu den preiswertesten Internetradios am Markt - und mit dem Softwareupdate erhalten die Besitzer kostenlos neue Funktionen.

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